Win­dows 10 – die bes­ten We­ge ins Un­ter­neh­men

Computerwoche - - Technik - Von Frank-Micha­el Sch­le­de, IT-Fach­jour­na­list in Pfaf­fen­ho­fen an der Ilm, und Tho­mas Bär, IT-Fach­jour­na­list in Günz­burg

Un­ter Pri­vat­an­wen­dern ver­brei­tet sich Win­dows 10 zü­gig. Nun ste­hen die Ver­ant­wort­li­chen in den Un­ter­neh­men vor der Ent­schei­dung, wann, wie und in wel­cher Ver­si­on sie Win­dows 10 in­stal­lie­ren sol­len. Wir be­ant­wor­ten die wich­tigs­ten Fra­gen.

Un­ter Pri­vat­an­wen­dern fin­det Win­dows 10 im­mer mehr An­klang. In vie­len Un­ter­neh­men wis­sen die Ent­schei­der in­des noch nicht, wie sie mit Win­dows 10 ver­fah­ren sol­len. Meist ha­ben pro­fes­sio­nel­le An­wen­der schon den Wech­sel von Win­dows 7 auf Win­dows 8 oder Win­dows 8.1 nicht nach­voll­zo­gen. Des­halb müs­sen sich IT-Ab­tei­lun­gen nun Ge­dan­ken dar­über ma­chen, wann und wie sie ih­re Desk­top-Sys­te­me auf Win­dows 10 um­stel­len. Da­bei sind es ins­ge­samt wohl we­ni­ger die neu­en Fea­tu­res von Win­dows 10 als das ab­seh­ba­re Sup­port-En­de für Win­dows 7, das IT-Or­ga­ni­sa­tio­nen da­zu bringt, über ei­nen Wech­sel nach­zu­den­ken. Da­bei stellt sich ei­ne Rei­he von Fra­gen.

Win­dows 10-Ver­sio­nen: Wel­che ist die rich­ti­ge?

Wie schon die Vor­gän­ger Win­dows 7 und Win­dows 8 so­wie Win­dows 8.1 steht Win­dows 10 in ver­schie­de­nen Ver­sio­nen be­reit: Gab es un­ter Win­dows 7 noch die Ver­sio­nen „Ho­me Pre­mi­um“und „Ul­ti­ma­te,“so gibt es die­se un­ter Win­dows 8 und 8.1 so­wie un­ter Win­dows 10 nicht mehr. Ak­tu­ell steht das jüngs­te Be­triebs­sys­tem von Mi­cro­soft in fol­gen­den Va­ri­an­ten be­reit: Win­dows 10 für die pri­va­ten An­wen­der (oh­ne den Zu­satz Ho­me), Win­dows 10 Pro­fes­sio­nal, Win­dows 10 En­ter­pri­se (nur für Fir­men, die ei­ne Vo­lu­men­li­zenz mit Soft­ware-As­suran­ce be­sit­zen), Win­dows 10 Edu­ca­ti­on (En­ter­pri­se-Ver­si­on für Leh­rer, Stu­den­ten und Mit­ar­bei­ter in Bil­dungs­ein­rich­tun­gen) und Win­dows 10 En­ter­pri­se LTSB (Long Ti­me Ser­vice Branch).

Zu­dem gibt es ei­ne Ver­si­on „Win­dows 10 Mo­bi­le En­ter­pri­se“, die haupt­säch­lich für Smart­pho­nes und Ta­blets ge­dacht ist. „Win­dows 10 IoT Co­re“schließ­lich ist ei­ne für klei­ne, kos­ten­güns­ti­ge Ge­rä­te (In­dus­trie­ge­rä­te wie Geld­au­to­ma­ten, POS-Hand­helds oder In­dus­trie­ro­bo­ter) ge­dach­te Va­ri­an­te.

Wel­che Ver­sio­nen sol­len Pro­fis in Un­ter­neh­men in­stal­lie­ren?

Vie­le klei­ne­re und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men, die Win­dows in ih­rem Fir­men­netz ver­wen­den, ha­ben heu­te Win­dows 7 in der Pro­fes­sio­nal-Ver­si­on auf ih­ren Desk­top-Sys­te­men im Ein­satz. Für die­se Be­trie­be lohnt es sich oh­ne

Zwei­fel auch, über die In­stal­la­ti­on von Win­dows 10 Pro nach­zu­den­ken, zu­mal ein di­rek­tes Up­date von Win­dows 7 Pro­fes­sio­nal pro­blem­los mög­lich ist. Win­dows 10 Pro stellt be­reits die meis­ten Funk­tio­nen be­reit, die ein IT-Ver­ant­wort­li­cher für den Ein­satz im pro­fes­sio­nel­len Netz­werk be­nö­tigt: Die Sys­te­me kön­nen in ei­ne Ac­tive-Di­rec­to­ry-Do­mä­ne auf­ge­nom­men wer­den.

Zu­dem las­sen sich die Rech­ner un­ter Win­dows 10 Pro eben­so leicht in ein Azu­re Ac­tive Di­rec­to­ry in der Cloud ein­bin­den. Auch wich­tig für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz: die Mög­lich­keit von Re­mo­te-Desk­top-Ver­bin­dun­gen und der Zu­griff auf den so­ge­nann­ten Bu­si­ness-Sto­re für Win­dows 10, in dem Un­ter­neh­men ih­re Apps kau­fen und an ih­re Mit­ar­bei­ter ver­tei­len kön­nen.

Zu­dem fin­den An­wen­der und IT-Fach­leu­te bei der Pro-Ver­si­on wie schon un­ter Win­dows 8 und 8.1 „Hy­per-V“als Vir­tua­li­sie­rungs­lö­sung auf dem Desk­top und die Mög­lich­keit, so­wohl die Sys­tem­fest­plat­ten als auch wei­te­re Spei­cher wie ex­ter­ne USB-Lauf­wer­ke mit­tels „Bit­lo­cker“be­zie­hungs­wei­se „Bit­lo­cker to Go“zu ver­schlüs­seln.

Wel­che Fea­tu­res bie­ten die Win­dows-10-En­ter­pri­se-Ver­sio­nen?

Wer hin­ge­gen Fea­tu­res be­nö­tigt wie „Di­rect Ac­cess“, „Ap­plo­cker“, „Bran­chCa­che“oder – mit „Win­dows to Go“– die Mög­lich­keit, ein por­ta­bles Sys­tem auf dem USB-Stick zu er­stel­len, der muss zu ei­ner der En­ter­pri­se-Ver­sio­nen grei­fen. Mi­cro­soft hebt in der Va­ri­an­te Win­dows 10 En­ter­pri­se zu­dem wei­te­re Än­de­run­gen in den Funk­ti­ons­be­rei­chen Ma­nage­ment und Si­cher­heit her­vor. Da­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem:

De­vice Guard: ei­ne Kom­bi­na­ti­on von Hard­und Soft­ware, die ei­ne Art zu­sätz­li­che Schutz­schicht rund um das Be­triebs­sys­tem auf­baut, um zu ver­hin­dern, dass schäd­li­che Pro­gram­me auf den Sys­te­men aus­ge­führt wer­den kön­nen.

En­ter­pri­se Da­ta Pro­tec­tion (EDP): ei­ne Tech­nik, mit de­ren Hil­fe laut Mi­cro­soft so­wohl die per­sön­li­chen als auch die ge­schäft­li­chen Da­ten zu je­der Zeit und an je­dem Ort ge­schützt sein sol­len.

Mi­cro­soft Passport for En­ter­pri­se: Mit die­sen Tech­ni­ken sol­len sich Bu­si­ness-Nut­zer si­cher bei An­wen­dun­gen, Web­sites und Net­zen an­mel­den kön­nen, oh­ne dass sie da­zu ein Pass­wort be­nut­zen müs­sen.

Win­dows-10-Sys­tem­an­for­de­run­gen – wie viel Leis­tung brau­chen Sie?

Mi­cro­soft nennt sehr mo­de­ra­te Sys­tem­an­for­de­run­gen für die In­stal­la­ti­on von Win­dows 10:

Haupt­spei­cher: 1 GB bei 32-Bit- und 2 GB bei 64-Bit-Sys­te­men un­ter Win­dows 10.

Frei­er Spei­cher­platz auf der Fest­plat­te: 16 GB für 32-Bit- und 20 GB für 64-Bit-Sys­te­me.

Gra­fik­kar­te: Di­rec­tX-9-Un­ter­stüt­zung (oder hö­her) und WDDM-Trei­ber 1.0 (oder hö­her, WDDM = Win­dows Dis­play Dri­ver Mo­del).

Bild­schirm­auf­lö­sung min­des­tens 800 mal 600 Pi­xel.

Das sind ab­so­lu­te Mi­ni­mal­wer­te, die aber wie­der­um zei­gen, dass Win­dows 10 auch auf äl­te­ren Sys­te­men be­trie­ben wer­den kann. Al­ler- dings zeig­ten un­se­re Tests, dass es dann schon 4 GB Haupt­spei­cher und ei­ne 60-GB-Fest­plat­te bei ei­nem 64-Bit-Win­dows-10 sein soll­ten, um ein an­ge­neh­mes Ar­bei­ten zu er­mög­li­chen. Aber selbst äl­te­re Desk­top-Sys­te­me soll­ten die­se An­for­de­run­gen heu­te leicht er­fül­len.

Win­dows-10-Kom­pa­ti­bi­li­tät – wel­che Pro­ble­me tre­ten beim Up­date auf?

Im­mer dann, wenn ei­ne neue Win­dows-Ver­si­on auf den Markt kommt, tritt die Fra­ge nach der Kom­pa­ti­bi­li­tät und nach mög­li­chen Pro­ble­men mit der Hard­ware und Soft­ware von Drit­t­her­stel­lern in den Vor­der­grund. Ei­ne kur­ze Su­che im World Wi­de Web bringt die üb­li­chen Be­schwer­den von An­wen­dern auf den Bild­schirm, die mit der ei­nen oder an­de­ren Softoder Hard­ware­pro­ble­ma­tik nach dem Um­stieg auf Win­dows 10 zu kämp­fen hat­ten.

Im Gro­ßen und Gan­zen ar­bei­tet Win­dows 10 aber so­wohl mit der Hard­ware als auch mit der Soft­ware zu­sam­men, die auch schon un­ter Win­dows 8 be­zie­hungs­wei­se 8.1 und Win­dows 7 funk­tio­nier­te. Vie­le Pro­ble­me, die viel­leicht mit in­kom­pa­ti­blen Trei­bern oder auch mit An­ti­vi­rus­lö­sun­gen wie et­wa Kas­per­s­ky auf­tau­chen kön­nen, las­sen sich vor ei­nem Up­date mit­tels des so­ge­nann­ten Kom­pa­ti­bi­li­täts­be­richts für Win­dows 10 fest­stel­len, der Teil der App zum Her­un­ter­la­den von Win­dows 10 ist. Mit Hil­fe des Kom­pa­ti­bi­li­täts­be­richts kön­nen Pro­ble­me schon vor dem In-Place-Up­date er­kannt wer­den.

Pro­ble­me mit An­ti­vi­rus­lö­sun­gen: Feh­ler C1900208

In vie­len Mel­dun­gen taucht im­mer wie­der der Hin­weis auf die Feh­ler­mel­dung mit der Num­mer „C1900208“beim Up­date auf. Die­ser Feh­ler kann von ei­ner auf dem Alt­sys­tem in­stal­lier­ten An­ti­vi­rus­lö­sung her­vor­ge­ru­fen wer­den, wird aber nach un­se­ren Er­fah­run­gen lei­der auch bei an­de­ren, nicht im­mer re­pro­du­zier­ba­ren Aus­lö­sern an­ge­zeigt.

Es hat sich des­halb als gu­te Pra­xis er­wie­sen, im Zwei­fels­fall die An­ti­vi­rus­lö­sung vor dem In­Place-Up­date auf Win­dows 10 zu de­instal­lie­ren und da­nach wie­der auf dem Win­dows-10-Sys­tem neu zu in­stal­lie­ren.

Wir konn­ten bei­spiels­wei­se bei ei­ni­gen äl­te­ren Sys­te­men in un­se­rem Test­netz, auf de­nen ei­ne eben­falls äl­te­re Ver­si­on der An­ti­vi­rus­soft­ware von Avi­ra in­stal­liert war, kein voll­stän­di­ges Up­date vor­neh­men – die In­stal­la­ti­on brach re­pro­du­zier­bar bei 97 Pro­zent ab, und das Sys­tem wur­de wie­der auf Win­dows 7 zu­rück­ge­setzt. Ei­nes un­se­rer Sys­te­me, das noch mit „Kas­per­s­ky In­ter­net Se­cu­ri­ty 2015“aus­ge­stat­tet war, hat­te hin­ge­gen kei­ne Pro­ble­me beim Up­date: Die An­ti­vi­rus­soft­ware wies uns nach dem Up­date nur dar­auf hin, dass wir un­ter Win­dows 10 doch bit­te auf die neue Ver­si­on 2016 wech­seln soll­ten.

War­um kann ich die neu­en Hel­lo-Fea­tu­res nicht nut­zen?

Un­ter dem Na­men „Win­dows Hel­lo“fasst Mi­cro­soft ei­ni­ge neue Fea­tu­res von Win­dows 10 zu­sam­men, die ei­ne Ein­bin­dung von Fin­ger­ab­druck­sen­so­ren und Ka­me­ras zur Ge­sichts­und Iriser­ken­nung er­mög­li­chen. So kön­nen sich Nut­zer dann mit Hil­fe ei­nes Fin­ger­ab­drucks oder ei­nes ein­fa­chen Blicks in die am PC in­stal­lier­te Ka­me­ra di­rekt am Win­dow­sSys­tem an­mel­den – gera­de im Bu­si­ness-Um­feld wer­den sol­che al­ter­na­ti­ven An­mel­de­mög­lich­kei­ten gern ge­nutzt.

Al­ler­dings exis­tiert ak­tu­ell noch we­nig Hard­ware, die die­se Fea­tu­res un­ter­stützt und auch von Win­dows 10 als sol­che er­kannt wird. In Tests konn­ten wir mit dem Bu­si­ness-Mo­dell ei­nes HP-Note­books auf die An­mel­dung via „Hel­lo“zu­grei­fen und die­se An­mel­de­me­tho­de nut­zen. Beim Ein­satz ei­nes ex­ter­nen Fin­ger­ab­druck­scan­ners er­kann­te Win­dows 10 hin­ge­gen die Hard­ware trotz kor­rek­ter In­stal­la­ti­on der mit­ge­lie­fer­ten Win­dows-8- oder 8.1-Trei­ber von Win­dows 10 nicht.

Bei den Ka­me­ras für die Ge­sichts­er­ken­nung sieht es mo­men­tan noch schlech­ter aus: Nur die In­tel-Re­alSen­se-3D-Ka­me­ra kann für die Ge­sichts­er­ken­nung mit­tels Win­dows Hel­lo ein­ge­setzt wer­den, da sie über den ent­spre­chen­den In­fra­rot-Sen­sor für die Tie­fen­er­ken­nung ver­fügt. Sie steht aber au­gen­blick­lich nur in we­ni­gen PCs/Note­books auf dem Markt zur Ver­fü­gung: Da­zu ge­hö­ren bei­spiels­wei­se das Asus-Note­book „N551JQ“und der All-in-OnePC „B50“von Le­no­vo.

Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me mit dem neu­en Brow­ser Edge?

IT-Pro­fis soll­ten im Hin­blick auf die Kom­pa­ti­bi­li­tät auf je­den Fall auch die Brow­ser-Pro­ble­ma­tik nicht aus den Au­gen ver­lie­ren: Mi­cro­soft hat an­ge­kün­digt, dass der Sup­port für den In­ter­net Ex­plo­rer in der Ver­si­on 10 (IE 10) im Ja­nu­ar 2016 aus­läuft. Dann wird nur noch die Ver­si­on 11, wie sie auch für Win­dows 7 mit Ser­vice Pack 1 zur Ver­fü­gung steht, den vol­len Sup­port be­kom­men.

Die­se Ver­si­on steht ak­tu­ell auch noch un­ter Win­dows 10 zur Ver­fü­gung, wo­bei Mi­cro­soft aber den neu­en Brow­ser „Edge“als Standard-Brow­ser auf den Win­dows-10Sys­te­men prä­fe­riert. Die­ser un­ter­stützt je­doch kei­ne Ac­tive-X-Plug-ins mehr, und so kön­nen auch ei­ni­ge Si­cher­heits­lö­sun­gen noch nicht rich­tig mit dem neu­en Brow­ser zu­sam­men­ar­bei­ten. Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass vie­le IT-Ab­tei­lun­gen den In­ter­net Ex­plo­rer gera­de in äl­te­ren Ver­sio­nen wie IE 10 als Schnitt­stel­le zu den ei­ge­nen pro­prie­tä­ren An­wen­dun­gen ver­wen­den, wes­halb sie ein er­höh­tes Au­gen­merk auf mög­li­che Pro­ble­me rich­ten soll­ten, be­vor sie al­le Sys­te­me auf Win­dows 10 um­stel­len.

Der neue Brow­ser Edge kann dar­über hin­aus auch ein Pro­blem für die Kom­pa­bi­li­tät dar­stel­len: So wird er bei­spiels­wei­se noch nicht von al­len Si­cher­heits­an­bie­tern voll­stän­dig un­ter­stützt.

Win­dows-10-Roll­out – wel­che Op­tio­nen gibt es?

Für Sys­tem­pro­fis ist es na­tür­lich wich­tig zu wis­sen, wie sich Win­dows 10 schnell, si­cher und zu­ver­läs­sig auf die End­ge­rä­te in ih­rem Netz­werk aus­rol­len lässt. Die gu­te Nach­richt: An­ders als beim Vor­gän­ger Win­dows 8 be­zie­hungs­wei­se Win­dows 8.1, bei dem ein so­ge­nann­tes In-Place-Up­date nur vom di­rek­ten Vor­läu­fer Win­dows 7 und nicht vom da­mals noch sehr ver­brei­te­ten Win­dows XP aus mög­lich war, kön­nen so­wohl Win­dows 7 als auch Win­dows 8 oder 8.1-Sys­te­me di­rekt auf die­sem Weg zu Win­dows 10 mi­griert wer­den.

Wel­che We­ge füh­ren zu Win­dows 10?

Grund­sätz­lich sind es drei We­ge, die Mi­cro­soft für ein Win­dows-10-Roll­out vor­sieht:

Wi­pe and Load: Da­bei han­delt es sich um ein so­ge­nann­tes „Ba­re Me­tal In­stall“be­zie­hungs­wei­se Re-Ima­ging: Das al­te Be­triebs­sys­tem wird kom­plett ge­löscht, und an­schlie­ßend wird dann – über ein neu­es Win­dows-10-Image – das neue Be­triebs­sys­tem in­stal­liert. Das ist un­um­gäng­lich, wenn bei­spiels­wei­se bis­he­ri­ge 32-Bit- auf 64-Bit-Sys­te­me um­ge­stellt wer­den sol­len.

In-Place-Up­date: Ge­eig­net für ei­nen mög­lichst naht­lo­sen Wech­sel der „Alt­sys­te­me“: Sind An­wen­dun­gen und Hard­ware up to da­te, so ist das si­cher der schnells­te Weg von Win­dows 7, Win­dows 8 oder Win­dows 8.1 zu Win­dows 10. Zu­mal die Nut­zer in der Re­gel all ih­re Ein­stel­lun­gen, Da­ten und An­wen­dun­gen pro­blem­los mit­neh­men kön­nen.

Run­ti­me-Pro­vi­sio­ning: In Un­ter­neh­men vor­han­de­ne Win­dows-10-Images wer­den mit Hil­fe von Pro­vi­sio­ning Pa­cka­ges und häu­fig auch un­ter Ein­satz des Werk­zeugs WICD (Win­dows Con­fi­gu­ra­ti­on De­si­gner) di­rekt an die spe­zi­fi­schen Be­dürf­nis­se des Un­ter­neh­mens an­ge­passt und dann aus­ge­rollt. Dies kann zum Bei­spiel dann sehr gut ein­ge­setzt wer­den, wenn das Un­ter­neh­men PCs von ei­nem OEM mit Standard-Images ge­lie­fert be­kommt.

Win­dows 10: Upgrades, Up­dates und Pat­ches

Ad­mi­nis­tra­to­ren und IT-Ver­ant­wort­li­che ken­nen ge­wis­se Auf­ga­ben in ih­rem Ver­ant­wor­tungs­be­reich, die da­für be­kannt sind, be­son­ders viel Ar­beit und lei­der häu­fig auch Pro­ble­me zu ver­ur­sa­chen: Up­dates, Upgrades und Pat­ches mit al­len ih­ren Wid­rig­kei­ten ge­hö­ren zwei­fels­oh­ne da­zu. Mit Win­dows 10 er­öff­net Mi­cro­soft nun neue We­ge für Up­dates und Upgrades: Un­ter dem neu­en Be­triebs­sys­tem ist es bei­spiels­wei­se mög­lich, die be­nö­tig­ten Da­tei­en von an­de­ren Sys­te­men im LAN oder im In­ter­net zu be­zie­hen.

Kein Win­dows 11 zu er­war­ten – was be­deu­tet das für Win­dows-10-An­wen­der?

Mit Win­dows 10 ver­lässt Mi­cro­soft den üb­li­chen Ablauf von „Neue Ver­si­on – Pat­ches – Ser­vice-Packs – nächs­te Be­triebs­sys­tem-Ver­si­on“. Nach heu­ti­gem Stand der In­for­ma­tio­nen wird es so et­was wie Win­dows 11 wohl nicht ge­ben. Der Soft­ware­her­stel­ler möch­te mit Win­dows 10 erst­mals ei­ne Art „Win­dows as a Ser­vice“eta­blie­ren (sie­he auch Sei­te 17), und ge­nau hier set­zen die neu­en Mög­lich­kei­ten und Fea­tu­res an, die die Up­dates und Upgrades un­ter Win­dows 10 re­geln sol­len:

Un­ter Win­dows 10 (das den Ho­me-Ver­sio­nen un­ter Win­dows 7, Win­dows 8 oder 8.1 ent­spricht) ha­ben die Nut­zer kei­ner­lei Mög­lich­kei­ten mehr, Up­dates oder Upgrades ab­zu­wäh­len – sie be­kom­men sie auf je­den Fall.

Ab der Ver­si­on Win­dows 10 Pro­fes­sio­nal kön­nen Ad­mi­nis­tra­to­ren die Ein­stel­lung „Up­date for Bu­si­ness“nut­zen und über spe­zi­ell an­ge­pass­te Grup­pen­richt­li­ni­en fein­steu­ern, wie die Ver­tei­lung von Up­dates im Un­ter­neh­mens­netz­werk von­stat­ten ge­hen soll. Zu­dem kön­nen sie hier mit ei­ner ein­fa­chen Ein­stel­lung Fea­tu­re-Up­dates zu­rück­stel­len, so dass ih­re Sys­te­me nur die Si­cher­heits-Up­dates be­kom­men.

Ei­ne wei­te­re, eben­falls neue Up­date-Mög­lich­keit wird von Mi­cro­soft als „Cur­rent Branch for Bu­si­ness“be­zeich­net. Sie steht für Win­dows 10 En­ter­pri­se und für Win­dows 10 Pro be­reit. Bei die­ser Me­tho­de wer­den funk­tio­na­le Up­dates erst dann zur Ver­fü­gung ge­stellt, wenn Neue­run­gen bei ih­rem Ein­satz im Con­su­mer-Be­reich (wo sie über das nicht ab­schalt­ba­re Up­date ver­teilt wer­den) kei­ne Pro­ble­me mehr zei­gen.

Über die Ein­stel­lung „Über­mitt­lung von Up­dates“(„Up­date De­li­very Op­ti­miza­t­i­on“) legt der IT-Pro­fi bei­spiels­wei­se fest, ob ein Sys­tem be­nö­tig­te Ak­tua­li­sie­run­gen auch von an­de­ren PCs im LAN oder so­gar im In­ter­net be­zie­hen darf. Stan­dard­mä­ßig ist die­se Ein­stel­lung bei den Win­dows-10-Sys­te­men (wo sie von Mi­cro­soft in den deut­schen Sys­te­men auch als „Up­dates von mehr als ei­nem Ort“be­zeich­net wird) nach der In­stal­la­ti­on ein­ge­schal­tet. Da­bei ist bei den En­ter­pri­se-Ver­sio­nen stan­dard­mä­ßig die Mög­lich­keit „PCs in mei­nem lo­ka­len Netz­werk“aus­ge­wählt, wäh­rend bei der Pro­fes­sio­nal-Ver­si­on „PCs in mei­nem lo­ka­len Netz­werk und im In­ter­net“vor­aus­ge­wählt ist. Ist die­ses Fea­tu­re ein­ge­schal­tet, braucht nur noch ein PC die Pat­ches über das In­ter­net oder über Win­dows Ser­ver Up­date Ser­vices (WSUS) her­un­ter­zu­la­den. An­de­re Win­dows-Ma­schi­nen im LAN kön­nen das Pa­ket von die­sem PC über ei­ne di­rek­te Peer-to-Peer-Netz­ver­bin­dung la­den.

Mi­cro­soft ver­si­chert, dass durch ei­ne spe­zi­el­le Ver­schlüs­se­lung und kryp­to­gra­fi­sche Kenn­zeich­nung auch auf die­se Wei­se nur ori­gi­na­le und nicht kom­pro­mit­tier­te Up­dates auf die Sys­te­me ge­lan­gen kön­nen. Mit Blick auf die Azu­re-ba­sier­ten Ac­tive-Di­rec­to­ry-Mo­del­le ist ei­ne sol­che Funk­tio­na­li­tät nur ein lo­gi­scher und kon­se­quen­ter Schritt. Wahr­schein­lich wird Mi­cro­soft in den kom­men­den Mo­na­ten die WSUS-Tech­ni­ken ent­spre­chend an­pas­sen, so dass dann die Up­date De­li­very Op­ti­miza­t­i­on auch naht­los in­te­griert ist.

Was hat es mit den LTSB-Ver­sio­nen auf sich?

LTSB steht für „Long Term Ser­vicing Branch“. Es han­delt sich da­bei um ei­ne Win­dows-Ver­si­on, die sich be­son­ders für si­cher­heits­kri­ti­sche Sys­te­me eig­nen soll. Sie bie­tet dem IT-Pro­fi den voll­stän­di­gen En­ter­pri­se-Sup­port und die Se­cu­ri­ty-Up­dates im Rah­men des Main­stream- und Ex­ten­ded Sup­ports für je fünf Jah­re. Da­bei ist die ei­gent­li­che Neu­heit die Ge­wiss­heit, dass Mi­cro­soft ga­ran­tiert kei­ne neu­en Funk­tio­na­li­tä­ten in die­se Ver­si­on ein­bau­en wird, so dass die Ad­mi­nis­tra­to­ren auf ei­ne ver­läss­li­che und un­ver­än­der­li­che Platt­form oh­ne neue Fea­tu­res set­zen kön­nen. Zu­dem ak­tua­li­sie­ren sich LTSBVer­sio­nen von Win­dows grund­sätz­lich nur über WSUS. Der IT-Ad­mi­nis­tra­tor be­hält auf die­se Wei­se die vol­le Kon­trol­le dar­über, wann wel­che Fea­tu­res auf die Sys­te­me ge­lan­gen. Mit der LTSB-Ver­si­on von Win­dows 10 steht An­wen­der­un­ter­neh­men al­so ei­ne ex­trem sta­bi­le Ver­si­on zur Ver­fü­gung.

Win­dows 10 zu­rück­set­zen – wel­che Op­tio­nen gibt es?

Im Be­reich der pro­fes­sio­nel­len IT wird ein Be­triebs­sys­tem für die End­ge­rä­te der Nut­zer in der Re­gel erst dann aus­ge­rollt, wenn es di­ver­se Test­läu­fe über­stan­den hat und mit al­len An­wen­dun­gen der Fir­ma über­prüft wor­den ist. Aus die­sem Grund wer­den pro­fes­sio­nel­le An­wen­der und IT-Fach­leu­te eher sel­ten auf die Mög­lich­keit ei­nes Zu­rück­rol­lens oder gar Ent­fer­nens von Win­dows 10 zu­rück­grei­fen – je­den­falls nicht im gro­ßen Maß­stab, so dass bei­spiels­wei­se al­le Sys­te­me im Fir­men­netz wie­der auf ein äl­te­res Win­dows zu­rück­ge­setzt wer­den müss­ten. Trotz­dem tre­ten auch im pro­fes­sio­nel­len Ein­satz im­mer wie­der Si­tua­tio­nen auf, in de­nen es ei­ne Über­le­gung wert sein kann, ein ein­zel­nes Sys­tem zu­rück­zu­set­zen.

Wel­che Op­tio­nen zur Wie­der­her­stel­lung bie­tet Win­dows 10?

Wenn Win­dows 10 mit­tels ei­nes In-Pla­ceUp­grades auf ein Win­dows-7- be­zie­hungs­wei­se Win­dows-8- oder Win­dows-8.1-Sys­tem ge­langt ist, fin­det der Nut­zer un­ter „Ein­stel­lun­gen/ Up­date“und „Si­cher­heit/ Wie­der­her­stel­lung“ei­nen Ein­trag, der ihm ei­ne di­rek­te Rück­kehr zu Win­dows 7 oder Win­dows 8 be­zie­hungs­wei­se 8.1 er­mög­licht. Die­se Mög­lich­keit steht aber grund­sätz­lich nur ei­nen Mo­nat lang zur Ver­fü­gung, da­nach wird die­ser Ein­trag au­to­ma­tisch aus den Sys­tem­ein­stel­lun­gen ge­löscht. Die ei­gent­li­chen Da­tei­en zur Wie­der­her­stel­lung sind al­ler­dings auch da­nach noch im Ord­ner „win­dows.old“zu fin­den, so­fern die­ser nicht per Hand ge­löscht wur­de.

Im glei­chen Be­reich der Sys­tem­ein­stel­lun­gen fin­den sich wei­te­re Mög­lich­kei­ten zur Wie­der­her­stel­lung des Win­dows-Sys­tems, wie sie auch schon un­ter Win­dows 8 und 8.1 und teil­wei­se un­ter Win­dows 7 be­kannt wa­ren:

Die­sen PC zu­rück­set­zen: Das be­deu­tet qua­si ei­ne Neu­in­stal­la­ti­on von Win­dows 10 mit zwei un­ter­schied­li­chen Op­tio­nen – ei­ge­ne Da­tei­en wer­den bei­be­hal­ten oder das kom­plet­te Sys­tem wird zu­rück­ge­setzt. Apps und Ein­stel­lun­gen wer­den da­bei auf je­den Fall ge­löscht. Hier steht dann auch die Mög­lich­keit zur Ver­fü­gung, al­le Da­ten von sämt­li­chen Lauf­wer­ken zu ent­fer­nen.

Er­wei­ter­ter Start: Die­se Funk­ti­on er­mög­licht un­ter an­de­rem, das Win­dows-10-Sys­tem mit Hil­fe ei­nes Sys­tem-Images von ei­nem ex­ter­nen Da­ten­trä­ger wie­der­her­zu­stel­len.

Zu ei­nem frü­he­ren Build zu­rück­keh­ren: An­wen­der, die beim Win­dows-In­si­der-Pro­gramm re­gis­triert sind und auf ih­rem Rech­ner ei­ne der Vor­ab­ver­sio­nen (Builds) be­trei­ben, kön­nen mit die­ser Op­ti­on auf ei­ne ent­spre­chend frü­he­re Ver­si­on zu­rück­rol­len – bei­spiels­wei­se dann, wenn Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me auf­ge­tre­ten sind.

Un­ter der Ein­stel­lung „Up­dates von mehr als ei­nem Ort“lässt sich fest­le­gen, dass die Rech­ner ih­re Up­dates auch von an­de­ren PCs im LAN oder so­gar im In­ter­net be­zie­hen kön­nen.

Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me beim In-Place-Up­date im Vor­feld klä­ren: Der Kom­pa­ti­bi­li­täts­be­richt als Teil der App zum Her­un­ter­la­den von Win­dows 10 kann Hin­wei­se ge­ben (in die­sem Fall auf ei­ne In­kom­pa­ti­bi­li­tät mit der vir­tua­li­sier­ten Gra­fik­kar­te un­ter VM­wa­re Work­sta­tion).

Die Pro­fi-Ver­si­on für IT-Um­ge­bun­gen, die Sta­bi­li­tät und Si­cher­heit brau­chen: Win­dows 10 LTSB – kei­ne Fea­tu­re-Up­dates für fünf Jah­re und auch kei­ne un­nö­ti­gen Apps auf dem Desk­top.

Ei­ne Ur­sa­che für mög­li­che Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me, die IT-Pro­fis un­be­dingt im Blick be­hal­ten soll­ten: Der neue Brow­ser Edge wird noch nicht von al­len Si­cher­heits­lö­sun­gen voll­stän­dig un­ter­stützt.

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