Was Pro­jekt-Ma­na­ger ver­die­nen

Computerwoche - - Inhalt - Von Chris­tia­ne Püt­ter, freie Jour­na­lis­tin in Mün­chen

Bei 105.000 Euro liegt das durch­schnitt­li­che Ge­halt ei­nes Pro­jekt-Ma­na­gers auf der obers­ten Ebe­ne. Beim Ein­stieg muss er sich mit 60.000 Euro im Jahr zu­frie­den­ge­ben.

Die Durch­schnitts­ge­häl­ter von Pro­jekt-Ma­na­gern lie­gen zwi­schen 60.000 und 105.000 Euro im Jahr, so ei­ne Stu­die der Deut­schen Ge­sell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment (GPM). Am bes­ten zah­len Phar­ma- und Che­mie­un­ter­neh­men.

Die Pro­jekt­wirt­schaft in Deutsch­land wird wei­ter wach­sen“, meint Yvon­ne Schoper, Vor­stands­che­fin der GPM. Ihr Un­ter­neh­men hat mehr als 1000 Pro­jekt-Ma­na­ger nach ih­ren Ein­künf­ten be­fragt. Die Zah­len sind in ei­ner Ge­halts- und Kar­rie­re­stu­die do­ku­men­tiert und be­zie­hen sich auf Deutsch­land und Ös­ter­reich.

Die Be­frag­ten be­zie­hen im Mit­tel ein Ein­stiegs­ge­halt von 60.000 Euro jähr­lich. Wer län­ger da­bei­bleibt, er­lebt nicht nur nach Tä­tig­keit und Bran­che er­heb­li­che Un­ter­schie­de, son­dern auch nach Land und Ge­schlecht. Die höchs­ten Ge­häl­ter be­zie­hen Spe­zia­lis­ten in der Pro­jekt­steue­rung. Sie er­hal­ten im Schnitt 105.000 Euro pro Jahr. Wer als Be­ra­ter oder Trai­ner ar­bei­tet, bringt es durch­schnitt­lich auf 95.400 Euro.

Der ty­pi­sche Pro­jekt-Ma­na­ger ist knapp 40 Jah­re alt, hat stu­diert und war be­ruf­lich auch im Aus­land tä­tig. Er hat ei­ne lei­ten­de Funk­ti­on in ei­nem gro­ßen Un­ter­neh­men in­ne. Je­weils 25 Pro­zent der Be­frag­ten ha­ben ein In­ge­ni­eu­ro­der Be­triebs­wirt­schafts­stu­di­um vor­zu­wei­sen. Knapp ein Fünf­tel (19 Pro­zent) der Mit­ar­bei­ter im Pro­jekt-Ma­nage­ment sind Frau­en. Die Be­frag­ten ge­ben ei­ne durch­schnitt­li­che Wo­chen­ar­beits­zeit von gut 45 St­un­den an, das ent­spricht rund sechs Über­stun­den.

Un­zu­rei­chen­de Kar­rie­re­per­spek­ti­ven

Die Pro­jekt-Ma­na­ger sind mit ih­rem Be­ruf über­wie­gend zu­frie­den oder so­gar sehr zu­frie­den, sie spre­chen von „äu­ßerst in­ter­es­san­ten Auf­ga­ben“. Gleich­zei­tig aber klagt je­der Drit­te über feh­len­de Kar­rie­re­per­spek­ti­ven. Schoper kom­men­tiert: „Über­zeu­gen­de Kar­rie­re­we­ge auch au­ßer­halb der Li­nie zu ent­wi­ckeln ist ei­ne drän­gen­de Auf­ga­be, die Un­ter­neh­men jetzt an­ge­hen müs­sen.“

Wem es in ers­ter Li­nie um ein ho­hes Ge­halt geht, der soll­te in der Phar­ma­bran­che oder in ei­nem Che­mie­kon­zern an­heu­ern. Dort er­hal­ten Pro­jekt-Ma­na­ger im Schnitt 90.500 Euro Jah­res­ge­halt. Er­heb­lich we­ni­ger gibt es im Han­del zu ver­die­nen, wo 59.200 Euro ge­zahlt wer­den, oder in der For­schung, wo sich Pro­jekt-Ma­na­ger im Schnitt mit 58.700 Euro jähr­lich be­schei­den müs­sen. Die­se Ge­häl­ter lie­gen so­gar noch un­ter den durch­schnitt­li­chen Ein­stiegs­ge­häl­tern.

Frau­en ver­die­nen deut­lich we­ni­ger

Als „Warn­si­gnal“be­trach­tet Schoper die Un­gleich­heit zwi­schen den Ge­schlech­tern. Frau­en ver­die­nen der Stu­die zu­fol­ge rund 24 Pro­zent we­ni­ger als Män­ner – beim Grund­ge­halt. Bei den va­ria­blen Ge­halts­an­tei­len be­trägt die Dif­fe­renz so­gar 47 Pro­zent zu Un­guns­ten der Pro­jek­tMa­na­ge­rin­nen. „An­ge­sichts des zu­neh­men­den Fach­kräf­te­be­darfs in Pro­jekt-Ma­nage­ment-Be­ru­fen muss es das Ziel al­ler Un­ter­neh­men sein, Frau­en selbst­ver­ständ­lich die glei­chen Kon­di­tio­nen zu bie­ten“, for­dert Schoper.

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