Ama­zon.com plant an­geb­lich bis zu 400 sta­tio­nä­re Buch­hand­lun­gen

Computerwoche - - Markt -

Aus­ge­rech­net Ama­zon.com, der ver­meint­li­che To­ten­grä­ber des klas­si­schen Buch­han­dels, will dort nun an­geb­lich selbst ein­stei­gen. Wie das „Wall Street Jour­nal“be­rich­te­te, plant Ama­zon, 300 bis 400 Buch­lä­den zu er­öff­nen und da­mit ein wei­te­res Mal die Markt­füh­rer Bar­nes & No­ble (650 Lä­den) und Books-A-Mil­li­on (255 Lä­den) an­zu­grei­fen.

Das Wirt­schafts­blatt be­rief sich auf San­de­ep Ma­thra­ni, den Chef des Shop­ping-Mall-Be­trei­bers Ge­ne­ral Growth Pro­per­ties. Der hat­te das Ge­heim­nis an­läss­lich der Quar­tals­bi­lanz sei­nes Un­ter­neh­mens aus­ge­plau­dert. Ei­nen Tag spä­ter ru­der­te Ma­thra­ni al­ler­dings zu­rück: Er kön­ne und wol­le nicht für Ama­zon spre­chen. Der­zeit be­treibt Ama­zon ei­nen Buch­la­den in Se­at­tle und ei­ni­ge Ki­o­s­ke in Shop­ping-Malls, wo ne­ben Bü­chern auch an­de­re Pro­duk­te zu er­ste­hen sind. Will der On­line­Händ­ler tat­säch­lich im gro­ßen Stil aus­bau­en, wird er wohl ei­ni­ge Jah­re brau­chen, um die rich­ti­gen Lo­ka­tio­nen und Im­mo­bi­li­en zu fin­den, Lea­sing-Ver­trä­ge ab­zu­schlie­ßen und Per­so­nal an­zu­heu­ern.

Der Wett­be­werbs­vor­teil, den sich Ama­zon im klas­si­schen Buch­han­del mög­li­cher­wei­se ver­spricht, be­ruht wohl auf den reich­hal­ti­gen Da­ten, die das Un­ter­neh­men jah­re­lang in sei­nem On­li­ne-Bu­si­ness ge­sam­melt hat. Ama­zon könn­te sein La­den-Sor­ti­ment stän­dig op­ti­mie­ren, in­dem die Ab­ver­käu­fe ana­ly­siert und die Le­ser-Feed­backs aus- ge­wer­tet wer­den. In Se­at­tle ver­langt Ama­zon Prei­se, die mit de­nen im On­li­ne-Han­del iden­tisch sind. Au­ßer­dem er­hal­ten die Kun­den zu ei­ni­gen Bü­chern die Le­ser­ur­tei­le von On­li­ne-Kun­den an­ge­zeigt und kön­nen sich an den von Ama­zon be­kann­ten Be­wer­tungs­stern­chen ori­en­tie­ren.

Wie Ma­thra­ni aus­führ­te, sind auch an­de­re On­li­ne-Shop-Be­trei­ber da­bei, Brick-and-Mortar-Ge­schäf­te ein­zu­rich­ten und da­für ih­re Da­ten­schät­ze zu nut­zen.

In Book­shops von Ama­zon könn­ten – wie hier in Se­at­tle – di­gi­ta­le und rea­le Er­leb­nis­wel­ten zu­sam­men­wach­sen.

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