Die Tops und Flops der CIOs

IT-Si­cher­heit und An­wen­dungs-Ma­nage­ment be­schäf­ti­gen IT-Chefs – Ha­doop und We­ara­bles we­ni­ger.

Computerwoche - - Vorderseite - Von Hein­rich Vas­ke, Chef­re­dak­teur

Für CIOs hat Cy­ber­se­cu­ri­ty im an­ge­lau­fe­nen Jahr höchs­te Be­deu­tung. Das zeigt die Stu­die „IT-Trends 2016“des IT-Be­ra­tungs­hau­ses Cap­ge­mi­ni. Al­ler­dings wur­de der ho­he Wert des Vor­jahrs nicht mehr ganz er­reicht, was so­wohl mit der sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung der Be­dro­hungs­la­ge als auch mit dem zu­neh­men­den Rei­fe­grad von Si­cher­heits­lö­sun­gen zu­sam­men­hän­gen dürf­te. Si­cher­heit bleibt den­noch ein ge­schäfts­kri­ti­sches The­ma: Es geht nicht nur um ma­te­ri­el­le Schä­den, son­dern auch um das Un­ter­neh­mens-Image.

Na­he­zu eben­so wich­tig sind die Pro­zes­se: Sie wer­den seit ei­ni­gen Jah­ren an­wen­dungs-und ab­tei­lungs­über­grei­fend op­ti­miert, da­mit die Un­ter­neh­men durch­gän­gig schnel­ler und fle­xib­ler re­agie­ren kön­nen. Im Zu­sam­men­hang mit der Di­gi­ta­li­sie­rung rü­cken An­wen­dun­gen, Da­ten und In­ter­ak­ti­on in den Fo­kus. Dem­ge­gen­über ha­ben IT-In­fra­struk­tu­ren an Be­deu­tung ver­lo­ren, was zeigt, dass sie mehr und mehr zu Com­mo­di­ty wer­den. Die­se Ent­wick­lung wird un­ter an­de­rem durch den Ein­satz von Clou­dTech­no­lo­gi­en und Self-Ser­vice-An­ge­bo­ten ge­trie­ben, die au­to­ma­ti­siert ab­ge­wi­ckelt wer­den kön­nen.

Die Top-Tech­no­lo­gi­en des Jah­res

Cap­ge­mi­ni über­ar­bei­tet die Lis­te der ab­zu­fra­gen­den The­men in je­dem Jahr aufs Neue. So wur­den sechs Tech­no­lo­gi­en, mit de­nen mehr als 50 Pro­zent der Teil­neh­mer be­reits ar­bei­ten oder die sie der­zeit im­ple­men­tie­ren, her­aus­ge­nom­men. Sie sind kei­ne Zu­kunfts­trends mehr, son­dern ha­ben sich eta­bliert. An­de­re Aspek­te, die für vie­le Bran­chen Be­deu­tung ha­ben, wur­den hin­ge­gen neu auf­ge­nom­men. Das Er­geb­nis ist ei­ne Lis­te mit 38 Tech­no­lo­gi­en und Me­tho­den aus al­len Be­rei­chen der IT – oh­ne An­spruch auf Voll­stän­dig­keit.

Platz 1: Ap­pli­ka­ti­ons-Port­fo­lio-Ra­tio­na­li­sie­rung

Das in den Au­gen der CIOs wich­tigs­te Ein­zel­the­ma des Jah­res 2016 ist der Stu­die zu­fol­ge die Ra­tio­na­li­sie­rung des Ap­pli­ka­ti­ons­port­fo­li­os. An­ge­sichts des Di­gi­ta­li­sie­rungs­trends, der vie­le neue An­wen­dun­gen und Apps her­vor­bringt, ge­winnt die­ser Aspekt mas­siv an Be­deu­tung. Bei der Ra­tio­na­li­sie­rung des An­wen­dungs­be­stands geht es zu­nächst um ei­ne Be­stands­auf­nah­me: Wel­che An­wen­dun­gen lau­fen im Un­ter­neh­men, und wel­che Funk­tio­nen de­cken sie ab? Wo

Kon­zer­ne 3000 oder 4000 An­wen­dun­gen be­trei­ben, stellt al­lein die­se Be­stands­auf­nah­me ei­ne Her­aus­for­de­rung dar. Ziel ist es, her­aus­zu­fin­den, wel­che Funk­tio­nen ge­nutzt wer­den und wo es Über­schnei­dun­gen gibt.

Sol­che Be­stands­auf­nah­men wer­den häu­fig im Rah­men von Cloud-Vor­ha­ben vor­ge­nom­men, um fest­zu­stel­len, wel­che Ap­pli­ka­tio­nen mit wie viel Auf­wand Cloud-fä­hig ge­macht wer­den kön­nen. Wäh­rend die Mi­gra­ti­on in die Cloud die Kos­ten für den In­fra­struk­tur­be­trieb senkt, wird der Auf­wand für den Ap­pli­ka­ti­ons­be­trieb am schnells­ten und deut­lichs­ten durch die Trans­for­ma­ti­on des Lie­fer­mo­dells in in­dus­tria­li­sier­te Struk­tu­ren (Ma­na­ged Ser­vices) und Sho­ring her­un­ter­ge­fah­ren. Be­son­ders nach­hal­tig, aber oft mit ho­hen In­ves­ti­tio­nen ver­bun­den ist das Ab­schal­ten und Kon­so­li­die­ren von An­wen­dun­gen. Es emp­fiehlt sich, sol­che Maß­nah­men dort vor­zu­neh­men, wo das Ge­schäft oh­ne­hin ei­ne Ve­rän­de­rung der Ap­pli­ka­ti­ons­land­schaft er­for­dert.

Platz 2: Pri­va­cy by De­sign

An­ge­sichts zu­neh­men­der Si­cher­heits­be­dro­hun­gen ist Pri­va­cy by De­sign ein viel dis­ku­tier­tes Kon­zept. Es geht dar­um, Pri­vat­sphä­re und Da­ten­schutz be­reits in der Ent­wick­lung neu­er Hard­ware und Soft­ware zu be­rück­sich­ti­gen. Die Pro­duk­te wer­den so aus­ge­legt, dass die An­wen­der selbst das Er­he­ben per­so­nen­be­zo­ge­ner oder an­de­rer Da­ten steu­ern kön­nen.

Pri­va­cy by De­sign be­deu­tet auch, mög­lichst we­ni­ge per­sön­li­che In­for­ma­tio­nen zu er­fas­sen, um sie nicht im Nach­hin­ein durch zu­sätz­li­che Maß­nah­men schüt­zen zu müs­sen. Sol­che Aspek­te wer­den für das Image von Un­ter­neh­men im­mer wich­ti­ger, da Be­trug oder Da­ten­klau im Zu­sam­men­hang mit der Ver­wen­dung ei­ner Soft­ware in der Re­gel nicht dem man­geln­den Si­cher­heits­be­wusst­sein oder der man­geln­den Kennt­nis des An­wen­ders zu­ge­schrie­ben wer­den. Viel­mehr ist es der An­bie­ter, der in die Kri­tik ge­rät. Kein Wun­der al­so, wenn das be­reits in den 90er Jah­ren ent­wi­ckel­te Kon­zept der­zeit hoch­ak­tu­ell ist.

Platz 3: BYOx-Se­cu­ri­ty

Die ho­he Be­deu­tung von BYOx-Se­cu­ri­ty über­rascht, weil Bring your own De­vice (BYOD) in der Ver­gan­gen­heit von den meis­ten CIOs nicht ak­zep­tiert wur­de. Das The­ma rückt jetzt mög­li­cher­wei­se er­neut in den Fo­kus, weil es im­mer mehr Ser­vices für Smart­pho­nes und Ta­blets gibt, die Mit­ar­bei­ter be­ruf­lich nut­zen möch­ten, für die sie aber kein ent­spre­chen­des End­ge­rät vom Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung ge­stellt be­kom­men. Al­so ver­wen­den sie häu­fig ihr ei­ge­nes. Ei­ne an­de­re Er­klä­rung für die ho­he Be­deu­tung könn­te sein, dass die Fach­ab­tei­lung Ge­rä­te ge­kauft hat, die nicht in das Si­cher­heits­kon­zept des Un­ter­neh­mens in­te­griert wur­den.

Platz 4: Se­cu­ri­ty-Au­to­ma­ti­sie­rung

Ver­schie­de­nen Stu­di­en zu­fol­ge sind bis zu 95 Pro­zent al­ler si­cher­heits­re­le­van­ten Stö­run­gen auf mensch­li­che Feh­ler zu­rück­zu­füh­ren. Da­bei geht es zum Bei­spiel um Män­gel bei der Kon­fi­gu­ra­ti­on von Fi­re­walls, beim Patchen von Sys­te­men oder beim Auf­set­zen von Ser­vern. Die Au­to­ma­ti­sie­rung die­ser Tä­tig­kei­ten senkt das Si­cher­heits­ri­si­ko er­heb­lich.

In­zwi­schen kön­nen vie­le der­ar­ti­ge Pro­zes­se oh­ne ma­nu­el­le Ein­grif­fe ab­ge­wi­ckelt wer­den. Da­zu ge­hö­ren zum Bei­spiel die Be­reit­stel­lung von In­fra­struk­tur­kom­po­nen­ten, die au­to­ma­ti­sche Co­de­ana­ly­se bei der Soft­ware­ent­wick­lung so­wie die In­be­trieb­nah­me von Soft­ware. Beim au­to­ma­ti­sier­ten Se­cu­ri­ty-Mo­ni­to­ring wer­den al­le Sys­te­me über­wacht und auf ver­däch­ti­ges Ver­hal­ten über­prüft. Un­term Strich spa­ren IT-Or­ga­ni­sa­tio­nen viel Zeit, ent­las­ten sich von Rou­ti­ne­auf­ga­ben und er­hö­hen den Si­cher­heits­le­vel im Un­ter­neh­men ins­ge­samt.

Platz 5: Cloud Se­cu­ri­ty

Da die Si­cher­heit von Da­ten und In­for­ma­tio­nen ei­nes der wich­tigs­ten Ent­schei­dungs­kri­te­ri­en für oder ge­gen Cloud-Lö­sun­gen ist, schrei­ben CIOs dem The­ma Cloud Se­cu­ri­ty ei­ne ho­he Be­deu­tung zu. Si­cher­heits­pro­duk­te für die Cloud müs­sen im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen An­ge­bo­ten zu­sätz­li­che An­for­de­run­gen be­züg­lich Ver­füg­bar­keit, Fle­xi­bi­li­tät und vor al­lem Er­reich­bar­keit der Cloud-An­wen­dun­gen und -Da­ten aus den ver­schie­de­nen Um­ge­bun­gen er­fül­len. Es gibt be­reits um­fas­sen­de Lö­sun­gen am Markt, die Com­p­li­an­ce, Ri­si­ko-Ma­nage­ment, Iden­ti­ty- und Ac­ces­sMa­nage­ment, Ser­vice-In­te­gra­ti­on, Schutz­be­darfs­fest­stel­lung etc. ab­de­cken.

Die Flops des Jah­res

Kom­men wir zu den The­men, die sich 2016 – teils er­wart­bar, teils über­ra­schend – am un­te­ren En­de des Ran­kings be­fin­den.

Platz 34: Mo­bi­le Pay­ment

Mo­bi­le Pay­ment spielt im deutsch­spra­chi­gen Raum noch im­mer ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Vie­le Men­schen hal­ten das Be­zah­len mit dem Smart­pho­ne für zu un­si­cher und ma­chen sich

Sor­gen we­gen des Da­ten­schut­zes. Dar­über hin­aus ist die EC-Kar­te ein eta­blier­tes und güns­ti­ges Zah­lungs­mit­tel, so dass es aus Sicht man­cher Ver­brau­cher we­nig Be­darf für neue Ver­fah­ren gibt. Dem­ent­spre­chend ha­ben auch erst knapp vier Pro­zent der teil­neh­men­den Un­ter­neh­men ei­ne Lö­sung für mo­bi­les Be­zah­len in Be­trieb.

Mehr als je­der Fünf­te steckt aber in der Pla­nung oder so­gar schon in der Im­ple­men­tie­rung. Das zeigt, dass vie­le Un­ter­neh­men hier schon bald mit ei­ner Trend­wen­de rech­nen. Die könn­te durch mehr An­ge­bo­te her­bei­ge­führt wer­den, bei de­nen das Smart­pho­ne so­wohl zum Be­zah­len als auch zur Iden­ti­fi­zie­rung des Nut­zers ein­ge­setzt wird wie bei­spiels­wei­se im Be­reich des Car­sha­rings oder beim Check-in im Ho­tel.

Platz 35: Mo­bi­le Ser­vices für Fahr­zeu­ge

Der­zeit sind mo­bi­le Ser­vices für Fahr­zeu­ge noch ein Flop. Doch das könn­te sich bald än­dern, ar­bei­ten doch vie­le Ak­teu­re dar­an, das Au­to in ein mo­bi­les End­ge­rät zu ver­wan­deln. Das sind nicht nur die Au­to­mo­bil­her­stel­ler selbst, son­dern auch Zu­lie­fe­rer, Ver­si­che­run­gen und IT-Kon­zer­ne – al­len vor­an App­le, Goog­le, Ali­ba­ba und Bai­du. Ser­vice­an­bie­ter al­ler Art hof­fen, ihr Un­ter­hal­tungs- oder In­for­ma­ti­ons­an­ge­bot im Fahr­zeug un­ter­zu­brin­gen und die Da­ten ver­ar­bei­ten zu kön­nen, die Mil­lio­nen von Au­tos täg­lich sam­meln.

Al­ler­dings brem­sen der Kampf um Stan­dards so­wie un­ge­klär­te Rechts­fra­gen die Ent­wick­lung. Dar­über hin­aus ge­ben vie­le Au­to­bau­er den Zu­griff auf die Da­ten nicht aus der Hand und las­sen ihn aus­schließ­lich über das ei­ge­ne Backend lau­fen. Das ge­schieht so­wohl aus Si­cher­heits­grün­den als auch, um zu­künf­ti­ge Ver­mark­tungs­mög­lich­kei­ten zu kon­trol­lie­ren. Un­term Strich sind rund zehn Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer be­reits in die­ses Ge­schäft ein­ge­stie­gen und ar­bei­ten mit mo­bi­len Ser­vices. Wei­te­re 13 Pro­zent ste­cken in der Pla­nung oder Im­ple­men­tie­rung.

Platz 36: We­ara­bles

Ganz an­ders sieht es bei We­ara­bles aus, auf die der­zeit kei­ner der be­frag­ten CIOs im gro­ßen Stil setzt. Le­dig­lich sechs Pro­zent sind mit der In­te­gra­ti­on in die täg­li­chen Ab­läu­fe be­schäf­tigt, und wei­te­re elf Pro­zent ste­cken in der Pla­nung. Ins­ge­samt ge­se­hen wird die Un­ter­stüt­zung von Ser­vice­tech­ni­kern aber lie­ber mit Smart­pho­nes oder Ta­blets rea­li­siert.

Po­ten­zi­al ber­gen We­ara­bles vor al­lem für Ver­si­che­run­gen. Sie ar­bei­ten an neu­en Ta­ri­fen, die ge­sund­heits­be­wuss­tes Ver­hal­ten be­loh­nen sol­len. So schlug gera­de erst Jens Baas, Chef der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se, in ei­nem Ge­spräch mit der „Süd­deut­schen Zei­tung“vor, Da­ten von Ac­tivi­ty-Tra­ckern künf­tig in der ge­plan­ten elek­tro­ni­schen Pa­ti­en­ten­ak­te zu sam­meln und von den Kas­sen ver­wal­ten zu las­sen. Ärz­te könn­ten dann – mit Ein­wil­li­gung der Pa­ti­en­ten – dar­auf zu­grei­fen und bei der Be­hand­lung auf Ri­si­ken hin­wei­sen. Baas sag­te auch, er sei da­ge­gen, Ta­ri­fe an ge­sund­heits­be­wuss­tes

Ver­hal­ten zu knüp­fen. Doch ge­nau sol­che Mo­del­le wer­den gera­de in Ver­si­che­rungs­krei­sen der­zeit heiß dis­ku­tiert – und von vie­len Ärz­ten und na­he­zu al­len Ver­brau­cher­schüt­zern hef­tig kri­ti­siert. Al­les in al­lem sind We­ara­bles für die in die­ser Stu­die be­frag­ten Un­ter­neh­men jetzt und in den kom­men­den bei­den Jah­ren je­doch noch we­nig in­ter­es­sant.

Platz 37: Ro­bo­tic Pro­cess Au­to­ma­ti­on

Ro­bo­tic Pro­cess Au­to­ma­ti­on (RPA) da­ge­gen ist ganz klar ein Zu­kunfts­the­ma. Ziel ist es, ver­schie­de­ne, üb­li­cher­wei­se von Men­schen aus­ge­führ­te Pro­zes­se mög­lichst au­to­ma­ti­siert ab­lau­fen zu las­sen. Durch Fort­schrit­te bei Soft­ware­de­sign und künst­li­cher In­tel­li­genz kön­nen auch im­mer kom­ple­xe­re Vor­gän­ge au­to­ma­ti­siert wer­den, so dass bei­spiels­wei­se Auf­ga­ben in IT-Sup­port, In­fra­struk­tur­Ma­nage­ment, Tes­ting, in der Ent­wick­lung und an­de­ren Be­rei­chen über­nom­men wer­den kön­nen.

Glei­ches gilt für Back­of­fice-Pro­zes­se wie die Buch­hal­tung, den Ein­kauf, das Per­so­nal-Ma­nage­ment oder den Kun­den­dienst. Da RPA der­zeit noch auf­wen­dig zu pro­gram­mie­ren ist, wird es – wenn über­haupt – über­wie­gend für de­fi­nier­te Rou­ti­ne­auf­ga­ben ein­ge­setzt, und das im Mo­ment auch nur von drei Pro­zent der Teil­neh­mer. We­gen des ho­hen Kos­ten­drucks kann man aber da­von aus­ge­hen, dass der­ar­ti­ge Tools mit­tel­fris­tig häu­fi­ger ge­nutzt wer­den.

Un­ter­neh­men soll­ten sich vor der Im­ple­men­tie­rung Ge­dan­ken dar­über ma­chen, wie sie Know-how-Ver­lust ver­mei­den kön­nen, und da­für sor­gen, dass die Kom­ple­xi­tät auf­grund der Au­to­ma­ti­sie­rung nicht per­ma­nent steigt. Frei wer­den­de Ka­pa­zi­tä­ten soll­ten ge­hal­ten und wei­ter­ge­bil­det wer­den – der Fach­kräf­te­man­gel wird sich früh ge­nug nie­der­schla­gen. Un­term Strich könn­te RPA da­zu bei­tra­gen, die stei­gen­de An­zahl von IT-Auf­ga­ben zu be­wäl­ti­gen und gleich­zei­tig die Feh­ler­quo­te zu re­du­zie­ren.

Platz 38: Ga­mi­fi­ca­ti­on

Die Nut­zung spiel­ty­pi­scher Ele­men­te in All­tags­pro­zes­sen hat es im deutsch­spra­chi­gen Raum schwer, weil die Ak­zep­tanz fehlt. Die Nut­zungs­quo­te ist nach wie vor ge­ring. Im­mer­hin pla­nen 13 Pro­zent der Be­frag­ten, sich mit die­sem The­ma in den kom­men­den Mo­na­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Die Auf­stei­ger des Jah­res

In die­sem Jahr wur­den vie­le Tech­no­lo­gi­en und Me­tho­den ähn­lich wie im letz­ten Jahr be­wer­tet, das heißt, es gab kaum Aus­schlä­ge nach oben und un­ten. Den höchs­ten Be­deu­tungs­zu- wachs auf der Ska­la von 1 bis 6 ver­zeich­ne­te De­vOps mit ei­nem Plus von 0,24 Punk­ten. Ins­ge­samt liegt die Be­deu­tung die­ses Kon­zepts, das Soft­ware­ent­wick­lung und Ope­ra­ti­ons ver­hei­ra­tet, mit knapp un­ter 3 Zäh­lern aber noch im Mit­tel­feld. Das hat ver­schie­de­ne Ur­sa­chen: So gibt es im­mer noch kei­ne ge­mein­hin an­er­kann­te De­fi­ni­ti­on von De­vOps, was Dis­kus­sio­nen er­schwert. Auch exis­tiert noch kei­ne stan­dar­di­sier­te Um­set­zungs­me­tho­de. Und schließ­lich er­for­dert die Ar­beit nach dem De­vOps-Prin­zip Um­den­ken und neue Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren. De­vOps ist ein ge­eig­ne­tes Mit­tel, um in dy­na­mi­schen Ge­schäfts­fel­dern die Ent­wick­lungs­zy­klen für neue Funk­tio­nen dra­ma­tisch zu re­du­zie­ren.

Al­ler­dings be­steht auch die Ge­fahr, mit De­vOps die vor­aus­schau­en­de Pla­nung über Bord zu wer­fen und nur noch ad hoc zu ent­wi­ckeln. Ei­nig sind sich aber al­le da­rin, dass Ent­wick­lungs­zy­klen kür­zer wer­den müs­sen und dem­ent­spre­chend auch das De­ploy­ment schnel­ler von­stat­ten ge­hen muss. Die Fach­ab­tei­lun­gen ma­chen Druck, oft­mals um­ge­hen sie die in­ter­ne IT-Ab­tei­lung, wenn die­se nicht zeit­nah lie­fern kann. Das zei­gen auch die dies­jäh­ri­gen Er­geb­nis­se.

Zu den The­men, die an Be­deu­tung ge­win­nen, ge­hö­ren auch Se­cu­ri­ty Au­to­ma­ti­on, Clou­dSi­cher­heit und Pre­dic­tive Ana­ly­tics. Wäh­rend die ers­ten bei­den, wie be­schrie­ben, zu den Top­the­men des Jah­res zäh­len, wird die Be­deu­tung von Pre­dic­tive Ana­ly­tics mit 2,67 auf ei­ner Ska­la von 1 bis 6 nicht ganz so hoch ein­ge­schätzt. Das The­ma ist aber für vie­le Bran­chen in­ter­es­sant, nicht nur um den Ab­satz und die Pro­duk­ti­on bes­ser steu­ern zu kön­nen, son­dern auch um die War­tung zu op­ti­mie­ren und das Ri­si­ko zu sen­ken.

Woran 2016 ge­ar­bei­tet wird

Mehr als 60 Pro­zent der Um­fra­ge­teil­neh­mer wol­len in die­sem Jahr ihr Ap­pli­ka­ti­ons­port­fo­lio ra­tio­na­li­sie­ren. Die ho­he Zahl ist un­ter an­de­rem auf die zu­neh­men­de Nut­zung von Cloud-Lö­sun­gen zu­rück­zu­füh­ren. Oh­ne­hin müs­sen Un­ter­neh­men ih­re ge­wach­se­nen Ap­pli­ka­ti­ons­land­schaf­ten in re­gel­mä­ßi­gen Zy­klen be­rei­ni­gen, um die Be­triebs­kos­ten zu be­gren­zen. Bis da­to ist die­ses The­ma erst bei knapp acht Pro­zent der Um­fra­ge­teil­neh­mer eta­bliert.

Mehr Er­fah­rung gibt es im Be­reich Mo­bi­leDe­vice-Ma­nage­ment (MDM): Rund 15 Pro­zent der be­frag­ten Un­ter­neh­men ha­ben be­reits ei­ne Lö­sung im Ein­satz und un­ter­stüt­zen ver­schie­de­ne End­ge­rä­te. Ein Vier­tel der Be­frag­ten ist ge­gen­wär­tig da­mit be­fasst, ei­ne Mo­bi­leDe­vice-Ma­nage­ment-Lö­sung ein­zu­füh­ren, und wei­te­re 26 Pro­zent pla­nen es. Im Be­reich des Kun­den-Ma­nage­ments wol­len Un­ter­neh­men ins­be­son­de­re in der An­spra­che von Pri­vat­kun­den ih­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le auf ei­ner Platt­form in­te­grie­ren, um ei­ne ganz­heit­li­che Sicht auf Kun­den zu er­mög­li­chen und ka­nal­un­ab­hän­gig kon­sis­tent zu kom­mu­ni­zie­ren. Um die da­für not­wen­di­ge Mul­ti-Chan­nelAr­chi­tek­tur auf­zu­bau­en, wer­den 2016 rund 41 Pro­zent der Un­ter­neh­men Pro­jek­te auf­set­zen. Der Nach­hol­be­darf ist groß, da der­zeit nur je­des zehn­te Un­ter­neh­men über ei­ne Mul­tiChan­nel-Ar­chi­tek­tur ver­fügt.

Ei­ne gan­ze Rei­he von Pro­jek­ten pla­nen die Be­frag­ten im Zu­sam­men­hang mit Da­ten und Da­ten­ana­ly­se. Der­zeit set­zen nur sechs Pro­zent der Be­frag­ten Lö­sun­gen im Be­reich Pre­dic­tive Ana­ly­tics ein, doch 2016 will mehr als die Hälf­te sol­che Pla­nungs- oder Im­ple­men­tie­rungs­pro­jek­te auf­set­zen. Mit Self-Ser­vice-BI be­schäf­ti­gen sich 49 Pro­zent der Teil­neh­mer, da­mit Fach­ab­tei­lun­gen in die La­ge ver­setzt wer­den, Da­ten schnell nach ei­ge­nen Kri­te­ri­en zu ana­ly­sie­ren. Da­mit ent­ste­hen Her­aus­for­de­run­gen in Be­zug auf Da­ta Go­ver­nan­ce. Un­ter­neh­men wer­den sich al­so auch über Kon­troll­me­cha­nis­men für die Ver­wen­dung der Da­ten Ge­dan­ken ma­chen müs­sen.

Vie­le Pro­jek­te wer­den auch im Zu­sam­men­hang mit Re­al­time In­tel­li­gence (44 Pro­zent) und InMe­mo­ry-Tech­no­lo­gi­en (45 Pro­zent) er­war­tet. Da­bei wer­den sich die Un­ter­neh­men auch mit dem Me­t­a­da­ten-Ma­nage­ment be­schäf­ti­gen. Oft sind die Un­ter­neh­men hier noch im Pla­nungs­sta­di­um, be­reit zur Im­ple­men­tie­rung sind erst 16 Pro­zent.

Knapp 13 Pro­zent der Be­frag­ten ha­ben sich be­reits mit der De­vOps-The­ma­tik be­fasst. Wei­te­re 15 Pro­zent schaf­fen der­zeit die Struk­tu­ren da­für und im­ple­men­tie­ren die ent­spre­chen­den Werk­zeu­ge, wäh­rend knapp 26 Pro­zent in der Pla­nung ste­cken. Wenn al­le Pro­jek­te um­ge­setzt wer­den, wer­den in na­her Zu­kunft mehr als 50 Pro­zent der Un­ter­neh­men De­vOps nut­zen.

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