Un­ter­schied­li­che Stu­di­en­er­geb­nis­se: Han­dy­strah­lung ver­ur­sacht kei­nen Krebs – oder vi­el­leicht doch?

Computerwoche - - Markt -

Die Dis­kus­sio­nen, ob Han­dy­strah­lung mög­li­cher­wei­se Krebs ver­ur­sacht, sind im Zu­ge neu­er Un­ter­su­chun­gen wie­der auf­ge­flammt. Ei­ne ak­tu­el­le Stu­die an der Uni­ver­si­tät von Syd­ney in Aus­tra­li­en kommt zu dem Er­geb­nis, dass Han­dy­strah­lung kei­ne Tu­mo­re im Ge­hirn aus­löst. Die aus­tra­li­schen For­scher ha­ben das Ver­hält­nis zwi­schen den rund 34.000 Män­nern und Frau­en, bei de­nen zwi­schen 1982 und 2012 ei­ne Krebs­er­kran­kung im Ge­hirn dia­gnos­ti­ziert wur­de, und der Han­dy­nut­zung von 1987 und 2012 un­ter­sucht. Da­bei konn­te laut den Stu­di­en­au­to­ren trotz der im­mens ge­stie­ge­nen Han­dy­nut­zung kein Zu­sam­men­hang zwi­schen den Er­kran­kun­gen und der Mo­bil­funk­strah­lung fest­ge­stellt wer­den. Bei den weib­li­chen Pa­ti­en­ten sei die Kur­ve gleich­blei­bend, bei den Män­nern nur sehr ge­ring an­stei­gend.

An­de­re Un­ter­su­chun­gen wi­der­spre­chen den Er­geb­nis­sen der Aus­tra­li­er. Im Ma­ga­zin „Bri­tish Oc­cupa­tio­nal and En­vi­ron­men­tal Me­di­ci­ne“wur­de ein Be­richt ver­öf­fent­licht, der durch­aus ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen Han­dys und Krebs­er­kran­kun­gen im Ge­hirn her­stellt. Dem­nach gibt es ei­nen merk­li­chen An­stieg der Ge­fähr­dung, wenn die Han­dy­nut­zung 15 St­un­den pro Mo­nat über­steigt. Auch ei­ne von der US-Re­gie­rung in Auf­trag ge­ge­be­ne mehr­jäh­ri­ge Stu­die mit Rat­ten soll be­wie­sen ha­ben, dass Mo­bil­funk­strah­lung zu­min­dest „ge­rin­ge Ein­flüs­se“auf die Ent­wick­lung be­stimm­ter Tu­mor­ar­ten im Hirn und im Herz ha­be. Für die Stu­die des US Na­tio­nal To­xi­co­lo­gy Pro­gram (NTP) hat das IIT Re­se­arch In­sti­tu­te in Chi­ca­go über zwei Jah­re lang mehr als 2500 Rat­ten und Mäu­se in In­ter­val­len Han­dy­strah­lung aus­ge­setzt. Die Wis­sen­schaft­ler be­ur­tei­len die Er­geb­nis­se aber noch sehr vor­sich­tig. Bis da­to liegt nur ein Zwi­schen­be­richt vor. Die end­gül­ti­gen Re­sul­ta­te sol­len im Herbst 2017 prä­sen­tiert wer­den. Bis da­to ge­hen US-ame­ri­ka­ni­sche Ge­sund­heits­be­hör­den nur von be­grenz­ten Ein­flüs­sen des Mo­bil­funks auf die Ent­wick­lung von Krebs aus. An­ge­sichts der jüngs­ten Er­geb­nis­se müs­se mit die­ser zu­rück­hal­ten­den Ein­schät­zung nun Schluss sein, for­dern To­xi­ko­lo­gen.

Tech­nik­se­gen oder Krank­heits­herd – die Dis­kus­sio­nen, ob Han­dy­strah­lung Krebs ver­ur­sacht, ge­hen wei­ter.

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