Nur we­ni­ge US-Un­ter­neh­men wol­len bis­lang den Pri­va­cy Shield un­ter­stüt­zen

Computerwoche - - Markt -

Der Pri­va­cy Shield soll die per­sön­li­chen Da­ten von EU-Bür­gern auch auf US-Ser­vern nach eu­ro­päi­schem Da­ten­schutz­recht schüt­zen. Doch bis­lang ha­ben nur 90 US-Un­ter­neh­men die Selbst­ver­pflich­tungs­er­klä­rung ab­ge­ge­ben.

Als Nach­fol­ge­re­ge­lung des ge­kipp­ten Sa­fe-Har­bor-Ab­kom­mens hat­ten sich Eu­ro­päi­sche Uni­on und USA auf den Pri­va­cy Shield ge­ei­nigt – nicht oh­ne kri­ti­sche Ne­ben­ge­räu­sche. Un­ter­neh­men, die die Re­geln ein­hal­ten möch­ten, wur­den auf­ge­for­dert, sich vom 1. Au­gust 2016 an beim US-Han­dels­mi­nis­te­ri­um zu re­gis­trie­ren. Bis­her ha­ben das nur 90 Fir­men mit ins­ge­samt 200 un­ter­ge­ord­ne­ten Ge­schäfts- ein­hei­ten auf for­mal kor­rek­te Wei­se ge­tan. Auf die Ein­hal­tung von Sa­fe Har­bor hin­ge­gen hat­ten sich 5534 Un­ter­neh­men ver­pflich­tet.

Mi­cro­soft und Sa­les­force da­bei

Mi­cro­soft und Sa­les­force sind die bis­lang größ­ten Fir­men, die Pri­va­cy Shield bei­ge­tre­ten sind. Mi­cro­soft ver­spricht die Ein­hal­tung in sei­ner US-Zen­tra­le, in all sei­nen Ab­tei­lun­gen in der Ka­ri­bik und In­di­en so­wie für zu­ge­kauf­te Toch­ter­ge­sell­schaf­ten. Das gilt für den (Tech­nik-)Li­zenz­be­reich wie für die Be­rei­che Mo­bi­le und On­line. Die Selbst­ver­pflich­tung von Sa­les­force sieht ein­fa­cher aus: Sie um­fasst le­dig­lich „Sa­les­force.com und sei­ne US-Nie­der­las­sun­gen“.

Wie Sa­fe Har­bor ba­siert Pri­va­cy Shield auf ei­ner Selbst­ver­pflich­tung. Nach Ein­gang der Re­gis­trie­rung prüft die Be­hör­de, ob die For­mu­la­re kor­rekt aus­ge­füllt wur­den, nicht aber, ob al­le Re­geln ein­ge­hal­ten wer­den. Kri­ti­ker ge­hen auch des­halb da­von aus, dass die neue Ver­ein­ba­rung er­neut vom Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) zu Fall ge­bracht wird. Ein wei­te­rer Grund ist, dass den USGe­heim­diens­ten der Zu­griff auf die per­sön­li­chen Da­ten von EUBür­gern un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen er­laubt bleibt.

Die Pri­va­cy-Shield-Ver­ein­ba­rung wird nach Ein­schät­zung kri­ti­scher Be­ob­ach­ter kei­nen Be­stand ha­ben.

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