Man­tro hilft klas­si­schen Un­ter­neh­men mit in­no­va­ti­ven Di­gi­ta­l­ide­en

Computerwoche - - Job & Karriere - Von Chris­tia­ne Püt­ter, freie Jour­na­lis­tin in Mün­chen (am)

Das Ge­schäfts­mo­dell von Man­tro be­steht dar­in, ge­mein­sam mit gro­ßen Kon­zer­nen Jo­int Ven­tures zu grün­den, die di­gi­ta­le Pro­duk­te ent­wi­ckeln sol­len. Da­bei kann auch mal un­kon­ven­tio­nell vor­ge­gan­gen wer­den.

Vor elf Jah­ren grün­de­te Man­fred Trop­per zu­sam­men mit Mar­kus Ort­mann und Ben­ja­min Schüd­zig die Fir­ma Man­tro, heu­te be­schäf­ti­gen sie knapp 80 Mit­ar­bei­ter. Vier Fünf­tel da­von sind Ent­wick­ler, hin­zu kom­men Pro­jek­tMa­na­ger und Be­ra­ter. „In­no­va­ti­on durch Stra­te­gie, User Ex­pe­ri­ence, Tech­no­lo­gie“, ver­spricht das Un­ter­neh­men sei­nen Kun­den. In­no­va­ti­on und Krea­ti­vi­tät müs­sen zu ei­nem kon­kre­ten, nach­weis­li­chen Nut­zen füh­ren, sagt Trop­per.

Als Star­t­up sieht sich das Un­ter­neh­men nicht, das mit grö­ße­ren Fir­men Jo­int Ven­tures grün­det, um di­gi­ta­le Pro­duk­te auf den Markt zu brin­gen. Im Herbst soll et­wa ein in­tel­li­gen­ter Füll­stand­mes­ser für Heiz­öl­tanks samt App auf den Markt kom­men. In­klu­si­ve App und Ser­ver war der Pro­to­typ bin­nen drei Wo­chen fer­tig. Um den Be­darf für ein sol­ches Pro­dukt zu va­li­die­ren, ver­teil­te Man­tro Post­wurf­sen­dun­gen in Ge­gen­den mit vie­len Heiz­öl­tanks. Für 79 Eu­ro bot das Un­ter­neh­men ein Pro­dukt an, das es noch gar nicht gab. „Das muss­ten wir den vie­len In­ter­es­sen­ten dann auch er­klä­ren“, schmun­zelt Trop­per. „So et­was neh­men wir auf uns, weil wir es kön­nen. Ein gro­ßer Kon­zern wür­de sich das nicht er­lau­ben.“

Ähn­lich un­kon­ven­tio­nell und ziel­ori­en­tiert ar­bei­tet Man­tro bei all sei­nen Pro­jek­ten, ver­si­chert der Fir­men­grün­der. Ide­en wer­den po­ten­zi­el­len Käu­fern ge­zeigt, aber erst wenn ei­ne aus­rei­chen­de Zahl ihr In­ter­es­se ver­si­chert, wer­den sie auch um­ge­setzt. Nach über zehn Jah­ren Er­fah­rung nennt der Fir­men­grün­der drei Fak­to­ren, die aus sei­ner Sicht In­no­va­tio­nen in Un­ter­neh­men hem­men: Ent­schei­dungs­un­fä­hig­keit: „Kon­zer­ne bin­den ih­re Ma­na­ger an quan­ti­ta­ti­ve Zie­le, das lässt ih­nen kei­nen Spiel­raum für Ver­rück­tes“, so Trop­per. Statt krea­tiv und in­no­va­tiv zu sein, müss­ten die Ver­ant­wort­li­chen Zah­len­vor­ga­ben er­fül­len. Pro­zes­streue: „Di­gi­tal und Pro­zess passt nicht zu­sam­men“, be­ob­ach­tet Jen­ni­fer Schwa­nen­berg, In­no­va­tions-Ma­na­ge­rin bei Man­tro. Klei­ne agi­le Fir­men wüss­ten, dass sich der Markt zu schnell än­dert, um Pro­zes­se auf­zu­set­zen. Aus die­ser Er­kennt­nis re­sul­tiert die Vor­lie­be für Jo­int Ven­tures mit Dick­schif­fen: „So schaf­fen wir das rich­ti­ge Um­feld, um Pro­dukt­ent­wick­lun­gen zu be­schleu­ni­gen.“Kon­zern­po­li­tik: Nicht sel­ten ha­ben Pro­jekt­be­tei­lig­te kon­kur­rie­ren­de Zie­le oder wol­len sich ge­gen­sei­tig auf die Fü­ße tre­ten.

Wie ge­lingt es Man­tro in der Zu­sam­men­ar­beit mit kon­ser­va­ti­ven Kon­zer­nen, et­wa sol­che Öl-Füll­stands­mes­ser auf den Markt zu brin­gen? „Man muss die Leu­te be­geis­tern“, sagt Trop­per. Oh­ne Sak­ko und Kra­wat­te tref­fe man sich an „in­spi­ri­en­den Or­ten“, so dass sich der rich­ti­ge Spi­rit ein­stel­le.

Die in­no­va­ti­ve Kraft liegt im Netz­werk

In­ner­halb der Jo­int Ven­tures sieht der MantroG­rün­der ei­ne kla­re Rol­len­ver­tei­lung: Man­tro lie­fert Idee und Pro­dukt­ent­wick­lung, der Kon­zern küm­mert sich um Mar­ke­ting und Ver­trieb des fer­ti­gen Pro­dukts.

Da­für, dass die Ide­en nicht aus­ge­hen, sorgt un­ter an­de­ren Jen­ni­fer Schwa­nen­berg. Sie war zu­letzt In­no­va­tions-Ma­na­ge­rin bei der Deut­schen Pres­seA­gen­tur, wo sie den Fonds Next Me­dia Ac­ce­le­ra­tor auf­bau­te, über den zehn Me­dien­un­ter­neh­men in Star­tups in­ves­tie­ren. Ih­re Rol­le bei Man­tro ver­steht sie so, dass sie die rich­ti­gen Leu­te mit den rich­ti­gen Skills zum rich­ti­gen Zeit­punkt mit­ein­an­der ver­netzt. Vor­aus­set­zun­gen für die Ar­beit ei­ner In­no­va­ti­ons­Ma­na­ge­rin sind tech­no­lo­gi­sches Ver­ständ­nis, kom­mu­ni­ka­ti­ve Fä­hig­kei­ten und Neu­gier. „Eben Af­fi­ni­tät zu Neu­em.“

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