CIOs müs­sen jetzt Far­be be­ken­nen

Gu­tes tun und drü­ber re­den – vie­le CIOs ha­ben die­se al­te PR-Weis­heit nie son­der­lich ernst ge­nom­men. Doch in Zei­ten der Di­gi­ta­li­sie­rung ist Kom­mu­ni­ka­ti­on er­folgs­kri­tisch.

Computerwoche - - Editorial - Herz­lich, Ihr Hein­rich Vas­ke, Edi­to­ri­al Di­rec­tor

Die meis­ten IT-Pro­fis und auch vie­le CIOs sind we­der ge­wöhnt noch be­son­ders in­ter­es­siert dar­an, sich in den Vor­der­grund zu spie­len. Sie bli­cken eher be­frem­det auf all die klap­pern­den Hand­wer­ker aus den an­de­ren Ab­tei­lun­gen, de­ren Kern­kom­pe­tenz nicht sel­ten im Or­dern schmu­cker Po­wer­points und in der frei­en Vor­trags­kunst zu lie­gen scheint. Doch die­se – durch­aus sym­pa­thi­sche – Igno­ranz der IT-Chefs kann im di­gi­ta­len Zeit­al­ter ge­fähr­lich wer­den.

Wer heu­te als CIO er­folg­reich sein und kei­nen Chief Di­gi­tal Of­fi­cer (CDO) vor die Na­se ge­setzt be­kom­men will, der muss nicht nur die Ge­schäf­te ver­ste­hen, na­he am Bu­si­ness sein und In­no­va­tio­nen in die We­ge lei­ten. Er muss sich vor al­lem zei­gen und sei­ne neue Rol­le an­neh­men! Die Zu­kunft ge­hört IT-Chefs, die ei­ne di­gi­ta­le Vi­si­on ha­ben und die dar­über re­den kön­nen – mit dem Vor­stand und den Ab­tei­lungs­lei­tern, den Part­nern, Kun­den und, wenn es sein muss, auch mit der in­ter­es­sier­ten Öf­fent­lich­keit.

In vie­len Un­ter­neh­men ha­ben die IT-Ver­ant­wort­li­chen noch nicht die­ses Selbst­ver­ständ­nis. Das ist nach­voll­zieh­bar, wur­den sie doch in die Rol­le des in­ter­nen Di­enst­leis­ters ge­drängt, nicht in die ei­nes ak­ti­ven Gestal­ters. Doch ge­nau der ist heu­te ge­fragt. CIOs ha­ben da­für bes­te Vor­aus­set­zun­gen. Sie ken­nen die Pro­zes­se und die Ab­tei­lungs­be­dürf­nis­se, ha­ben die IT-Ar­chi­tek­tur und den Da­ten­pool im Griff und wis­sen um die so wich­ti­gen Com­p­li­an­ce- und Si­cher­heits­the­men.

Was oft noch fehlt, ist die brei­te Brust, das Di­gi­ta­li­sie­rungs­the­ma wirk­lich an­zu­ge­hen, sich in stra­te­gi­sche Fra­gen ein­zu­mi­schen und die ei­ge­ne Or­ga­ni­sa­ti­on mit Ent­schlos­sen­heit um­zu­bau­en. Doch das al­lein reicht im­mer noch nicht. Man muss auch drü­ber re­den!

Hein­rich Vas­ke, Edi­to­ri­al Di­rec­tor

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