Bun­des­rech­nungs­hof: Pro­jekt „Net­ze des Bun­des“ver­schwen­det Mil­lio­nen Eu­ro Steu­er­gel­der

Computerwoche - - Markt -

Über­flüs­si­ge Rou­ter im Wert von 27 Mil­lio­nen Eu­ro, zwei un­ge­nutz­te Re­chen­zen­tren für 26 Mil­lio­nen Eu­ro – in der IT des Bun­des scheint Cha­os zu herr­schen. Die­sen Ein­druck er­we­cken je­den­falls die „Be­mer­kun­gen 2016“des Bun­des­rech­nungs­hofs. Des­sen Prä­si­dent Kay Schel­ler rüg­te die Ver­schwen­dung und kri­ti­sier­te die IT des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des In­nern (BMI). So sei „teu­re Hard­ware nie­mals ge­nutzt wor­den“, und „teu­re Re­chen­zen­tren stan­den über Jah­re leer“. Ins­ge­samt sei da­durch wohl ein Scha­den in Hö­he von 53 Mil­lio­nen Eu­ro ent­stan­den. Bei­de ge­rüg­ten Vor­fäl­le ste­hen im Zu­sam­men­hang mit dem Pro­jekt „Net­ze des Bun­des“. Das Vor­ha­ben star­te­te im Jahr 2007 und soll für die Bun­des­be­hör­den ein si­che­res Sprach- und Da­ten­netz be­reit­stel­len.

An­ge­sichts die­ser Er­fah­rung be­fürch­ten die Rech­nungs­prü­fer of­fen­bar, dass das BMI das nächs­te gro­ße IT-Pro­jekt eben­falls in den Sand setzt. Im Zu­sam­men­hang mit dem Pro­jekt „IT-Kon­so­li­die­rung des Bun­des“wird un­ter­stellt, dass das Mi­nis­te­ri­um „kei­nen Über­blick über die be­ste­hen­den Re­chen­zen­tren hat. Es kennt zum Bei­spiel de­ren Miet- und Be­triebs­kos­ten, Grö­ße und Tech­nik nicht.“Bis zum Jahr 2020 sol­len un­ter an­de­rem 80 Pro­zent des IT-Be­triebs der Bun­des­ver­wal­tung bei ei­nem bun­des­ei­ge­nen Di­enst­leis­ter ge­bün­delt wer­den. Im Rah­men die­ses Pro­jekts ist ei­ne deut­li­che Re­du­zie­rung der Re­chen­zen­tren und Ser­ver-Räu­me ge­plant. Wie das al­ler­dings oh­ne ei­ne de­tail­lier­te Be­darfs­pla­nung ge­sche­hen soll, bleibt ein Rät­sel, denn laut Bun­des­rech­nungs­hof kennt das BMI den künf­ti­gen Be­darf gar nicht. Im Zu­sam­men­hang mit der IT-Kon­so­li­die­rung des Bun­des for­dern die Prü­fer das BMI da­her auf, „un­ver­züg­lich un­ter an­de­rem ein Ka­tas­ter al­ler Flä­chen von Re­chen­zen­tren zu er­stel­len, um sich den not­wen­di­gen Über­blick zu ver­schaf­fen“. Fer­ner ha­be das BMI zu ver­hin­dern, dass durch ähn­li­che Feh­ler wie bei „Net­ze des Bun­des“noch deut­lich grö­ße­re Nach­tei­le für den Bun­des­haus­halt ent­ste­hen.

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