Black­ber­ry steigt aus Smart­pho­ne-Ent­wick­lung aus und will sich mit Au­to­mo­ti­ve-Platt­form neu er­fin­den

Computerwoche - - Markt -

Der eins­ti­ge Smart­pho­ne-Pri­mus zieht ei­nen Schluss­strich un­ter sein bis­he­ri­ges Kern­ge­schäft und will sich kom­plett neu auf­stel­len. Die Ka­na­di­er ha­ben ih­re Smart­pho­ne-Mar­ke an den chi­ne­si­schen Auf­trags­fer­ti­ger TCL ab­ge­ge­ben, der schon die letz­ten bei­den Black­ber­ry-Ge­rä­te ge­baut hat­te. Grund­pfei­ler des künf­ti­gen Ge­schäfts soll das Be­triebs­sys­tem QNX wer­den, das der Kon­zern als Em­bed­ded Plat­form vor al­lem in der Au­to­mo­ti­ve-Bran­che un­ter­brin­gen möch­te.

QNX wird be­reits als Platt­form für In­fo­tain­ment-Sys­te­me ein­ge­setzt. Black­ber­ry-CEO John Chen geht je­doch da­von aus, dass die Soft- wa­re ei­ne grö­ße­re Rol­le im Um­feld von ver­netz­ten und selbst­fah­ren­den Au­tos spie­len kön­ne. Da­für hat das Un­ter­neh­men erst im De­zem­ber ein neu­es For­schungs­zen­trum im ka­na­di­schen Ot­ta­wa er­öff­net. Dar­über hin­aus ha­be Black­ber­ry die Ge­neh­mi­gung der ka­na­di­schen Re­gie­rung, au­to­no­me Fahr­zeu­ge zu tes­ten, be­rich­te­te Chen. Das ers­te Pro­jekt wer­de ein auf QNX ba­sie­ren­des Kon­zept­fahr­zeug sein. Al­ler­dings räum­te der Black­ber­ry-Chef auch ein, dass es ei­ne Wei­le dau­ern dürf­te, bis die­ses Ge­schäft so rich­tig ins Rol­len kom­me. Man ha­be zwar ei­ni­ge Pro­to­ty­pen in Ar­beit, je­doch wer­de es Zeit be­an­spru­chen, die­se Ent­wick­lun­gen in kon­kre­te Pro- duk­te um­zu­set­zen. „Ich hof­fe, es wird frü­her als 2019, aber es wird nicht bis 2017 zu schaf­fen sein“, sag­te Chen. Wei­ter ist der Her­stel­ler ei­ge­nen An­ga­ben zu­fol­ge mit sei­ner eben­falls auf QNX ba­sie­ren­den Platt­form „Ra­dar“, die Last­wa­gen in das In­ter­net of Things (IoT) in­te­griert.

Black­ber­ry hofft, mit der neu­en Stra­te­gie fi­nan­zi­ell wie­der auf die Bei­ne zu kom­men. Im ab­ge­lau­fe­nen drit­ten Fis­kal­quar­tal stieg der Ver­lust im Jah­res­ver­gleich von 89 auf 117 Mil­lio­nen Dol­lar. Der Um­satz brach von 548 auf 289 Mil­lio­nen Dol­lar ein. Chen rech­net für das Ge­samt­jahr trotz­dem mit ei­nem Ge­winn.

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