Sta­te of the CIO: Stra­te­gisch ori­en­tier­te IT-Chefs ha­ben‘s bes­ser

Computerwoche - - Praxis - (hv)

Ob­wohl CIOs wei­ter für den rei­bungs­lo­sen IT-Be­trieb ver­ant­wort­lich sind, ha­ben sich vie­le von ih­nen stär­ker in die Rol­le des Stra­te­gen und Trans­for­ma­ti­ons-Ver­ant­wort­li­chen ein­ge­fun­den. Das zeigt die welt­wei­te Ana­ly­se „2017 Sta­te of the CIO“, die vom ame­ri­ka­ni­schen CIO-Ma­ga­zin vor­ge­nom­men wur­de.

CIOs ver­bes­sern nach wie vor den ope­ra­ti­ven Be­trieb im Bu­si­ness, ver­han­deln mit IT-An­bie­tern, kon­trol­lie­ren die Kos­ten und zeich­nen sich im Kri­sen-Ma­nage­ment aus – ge­hen al­so ih­rem ge­lern­ten Hand­werk nach. Doch nun sa­gen be­reits 87 Pro­zent der 646 be­frag­ten IT-Chefs, ih­re Ar­beit rei­che weit dar­über hin­aus, sie müss­ten ver­mehrt Stra­te­gi­en ent­wi­ckeln und ihr Un­ter­neh­men trans­for­mie­ren.

Für die nächs­ten drei bis fünf Jah­re er­war­ten die IT-Ma­cher, dass sie noch we­ni­ger Zeit für „funk­tio­na­le Pflich­ten“auf­wen­den wer­den. Da­bei kom­men ih­nen Trends wie Stan­dar­di­sie­rung, Au­to­ma­ti­sie­rung und In­dus­tria­li­sie­rung ent­ge­gen. CIOs kön­nen sich auf hö­her­wer­ti­ge und sicht­ba­re­re Ak­ti­vi­tä­ten kon­zen­trie­ren. Die mit dem ope­ra­ti­ven Ge­schäft ver­brach­te Zeit soll von 20 Pro­zent der ge­sam­ten Ar­beits­zeit auf sie­ben Pro­zent sin­ken. Noch ist es aber nicht so weit: Fast drei Vier­tel der Be­frag­ten sa­gen, es fal­le ih­nen noch schwer, zwi­schen Bu­si­ness-In­no­va­tio­nen und ope­ra­ti­ver Ex­zel­lenz zu jon­glie­ren.

Trotz­dem sieht sich nur noch je­der fünf­te ITChef vor­ran­gig in ei­ner funk­tio­na­len Rol­le, im Vor­jahr wa­ren es noch 27 Pro­zent. Die Hälf­te iden­ti­fi­ziert sich in­des mit ei­ner „trans­for­ma­ti­ven CIO-Auf­ga­be“(Vor­jahr: 45 Pro­zent), und 31 Pro­zent se­hen sich in der Haupt­sa­che als Stra­te­gen (Vor­jahr: 27 Pro­zent). Mit die­sem Wan­del hebt sich die Lau­ne vie­ler IT-Ver­ant­wort­li­cher, se­hen sie sich doch nun we­ni­ger als Im­ple­men­tie­rer und Be­fehls­emp­fän­ger denn als di­gi­ta­le Vor­den­ker und „Bu­si­ness-Enabler“. Je­weils rund zwei Drit­tel der CIOs, die sich als „trans­for­ma­ti­ons­ori­en­tiert“oder „stra­te­gisch“ein­ord­nen, füh­len sich denn auch in ih­ren Leis­tun­gen bes­ser an­er­kannt als ih­re Kol­le­gen in der klas­sisch funk­tio­na­len Rol­le.

Was sind die The­men, die CIOs 2017 be­schäf­ti­gen? Cy­ber-Si­cher­heit war schon 2016 ein prio­ri­sier­tes The­ma, 2017 ist es noch wich­ti­ger ge­wor­den. „IT-Si­cher­heit hat sich von ei­nem Stand-alo­ne-Set an Work­flows und Auf­ga­ben zu ei­ner stra­te­gi­schen Initia­ti­ve ge­wan­delt“, heißt es in der Stu­die. Ins­ge­samt 51 Pro­zent der Teil­neh­mer be­kun­den, Si­cher­heits- und IT-Stra­te­gie sei­en heu­te tief in­te­griert – 2016 stimm­ten dem nur 37 Pro­zent zu. Bin­nen der nächs­ten drei Jah­re wer­den dem­nach so­gar 80 Pro­zent der Un­ter­neh­men ih­re IT- und Si­cher­heits­stra­te­gie zu­sam­men­füh­ren, vor­ne­weg die Fi­nanz­in­dus­trie und das Ge­sund­heits­we­sen. Da­bei dürf­ten auch an­de­re Ab­tei­lun­gen tie­fer als bis­her in die Pla­nung von Se­cu­ri­ty-Maß­nah­men in­vol­viert wer­den. Der­zeit be­trägt der Auf­wand für IT-Si­cher­heits­maß­nah­men rund zwölf Pro­zent vom IT-Ge­samt­bud­get.

Auf Tuch­füh­lung mit den Kun­den

Un­ter den Bu­si­ness-Initia­ti­ven, die für 2017 ei­nen Groß­teil der IT-Bud­gets auf sich ver­ei­nen, lie­gen Cust­o­m­er-Ex­pe­ri­ence-De­sign und trans­for­mier­te Ge­schäfts­pro­zes­se mit je­weils 40 Pro­zent der Nen­nun­gen vor­ne. Es fol­gen ei­ne ver­bes­ser­te be­trieb­li­che Ef­fi­zi­enz (35 Pro­zent) und, eher all­ge­mein, die Un­ter­stüt­zung des Un­ter­neh­mens­wachs­tums (33 Pro­zent). We­nig über­ra­schend in­ter­es­sie­ren sich die eher funk­tio­nal ori­en­tier­ten CIOs vor al­lem für ope­ra­ti­ve Ef­fi­zi­enz (41 Pro­zent) und IT-Si­cher­heit (33 Pro­zent). CIOs, die stra­te­gisch den­ken, sind mit der Cust­o­m­er Ex­pe­ri­ence (45 Pro­zent) und dem Um­satz­wachs­tum be­fasst.

Im­mer mehr CIOs be­rich­ten di­rekt an den CEO

Die Um­fra­ge zeigt auch, dass CIOs welt­weit nä­her an die Vor­stands­eta­gen her­an­ge­rückt sind. Mit 46 Pro­zent be­rich­tet heu­te fast die Hälf­te di­rekt an den CEO. Das ist der höchs­te Wert seit Be­ginn der Stu­di­en­er­he­bung im Jahr 2004. Da­bei re­por­ten – we­nig über­ra­schend – eher die stra­te­gisch ori­en­tier­ten CIOs an den Kon­zern­chef (54 Pro­zent) als die funk­tio­nal auf­ge­stell­ten (39 Pro­zent). Knapp ein Drit­tel der zwei­ten Grup­pe ist den Fi­nanz­chefs un­ter­stellt, wäh­rend un­ter den CIOs mit vor­ran­gig stra­te­gi­schem Fo­kus nicht ein­mal je­der zehn­te an den CFO be­rich­tet. Am bes­ten be­zahlt wer­den CIOs in der Fi­nanz­bran­che, wo sie in­klu­si­ve Bo­ni und Ak­ti­en­op­tio­nen 340.780 Dol­lar jähr­lich mit nach Hau­se neh­men. Am un­te­ren En­de des Ran­kings ste­hen IT-Chefs aus Be­hör­den und Non-Pro­fitOr­ga­ni­sa­tio­nen, die sich mit 170.650 Dol­lar zu­frie­den­ge­ben müs­sen. Bei den Be­zü­gen fällt der gro­ße Un­ter­schied zwi­schen stra­te­gisch, trans­for­ma­ti­ons­be­zo­gen oder funk­tio­nal auf­ge­stell­ten CIOs eben­falls auf: Sie ver­die­nen im Durch­schnitt je­weils 319.470 Dol­lar (stra­te­gisch), 251.210 (trans­for­ma­ti­ons­ori­en­tiert) oder 205.908 Dol­lar (funk­tio­nal).

CIOs ha­ben 2017 mehr di­rek­te Kon­tak­te zu Kun­den, aber auch zu ih­rem Vor­stand. Kom­mu­ni­zier­ten 2016 noch 58 Pro­zent re­gel­mä­ßig mit dem Bo­ard, so wa­ren es 2017 be­reits 61 Pro­zent, wo­bei auch hier die stra­te­gisch und trans­for­ma­ti­ons­ori­en­tier­ten IT-Bos­se ih­ren Kol­le­gen vor­aus sind. 76 Pro­zent der Be­frag­ten sag­ten, sie kom­mu­ni­zier­ten oft oder ge­le­gent­lich mit Kun­den, vor ei­nem Jahr be­kun­de­ten dies nur 62 Pro­zent. Auf­fäl­lig ist, dass in Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men der Kun­den­kon­takt der CIOs un­ter­durch­schnitt­lich aus­fällt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.