Si­cher­heits­in­ge­nieu­re und Ha­cker wer­den ver­stärkt ge­sucht

Computerwoche - - Job & Karriere - Von Hans Kö­ni­ges, lei­ten­der Re­dak­teur

Ar­beit­ge­ber brau­chen drin­gend IT-Si­cher­heits­ex­per­ten – und fin­den sie kaum. Das ist das Er­geb­nis ei­ner Ana­ly­se des Job­por­tals In­de­ed. Es hat Aus­schrei­bun­gen auf sei­ner Un­ter­neh­mens­sei­te so­wie das Be­wer­ber­in­ter­es­se der letz­ten bei­den Jah­re aus­ge­wer­tet.

Der ho­hen Nach­fra­ge nach IT-Se­cu­ri­ty­Ex­per­ten ste­hen zu we­ni­ge ge­eig­ne­te Kan­di­da­ten ge­gen­über. Ak­tu­ell kommt auf drei aus­ge­schrie­be­ne Stel­len nur ein Be­wer­ber. Das ist im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich nicht viel. Nur in drei von zehn un­ter­such­ten Län­dern – näm­lich in Is­ra­el, Groß­bri­tan­ni­en und Bra­si­li­en – ist es noch schwie­ri­ger, Si­cher­heits­ex­per­ten zu fin­den.

In­ter­es­san­ter als der in­ter­na­tio­na­le Ver­gleich sind die re­gio­na­len deut­schen Zah­len. So be­steht die der­zeit größ­te Nach­fra­ge nach Si­cher­heits­ex­per­ten in Hes­sen und Bay­ern. In Hes­sen et­wa ist der Be­darf um 67 Pro­zent hö­her als im Bun­des­durch­schnitt, in Bay­ern im­mer noch um 61 Pro­zent. Ins­ge­samt stieg die Zahl der aus­ge­schrie­be­nen Po­si­tio­nen für IT-Si­cher­heit in Deutsch­land zwi­schen 2014 und 2016 um mehr als ein Drit­tel (38,6 Pro­zent).

Am be­gehr­tes­ten sind Ha­cker

Ein Blick auf die ge­frag­tes­ten Be­ru­fe rund um IT-Si­cher­heit ver­rät, dass vor al­lem „Ha­cker“ge­sucht wer­den, die Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen vor Cy­ber-Atta­cken schüt­zen sol­len. Die Nach­fra­ge nach Kan­di­da­ten mit die­sem be­son­de­ren Pro­fil wuchs in­ner­halb ei­nes Jah­res um sat­te 84 Pro­zent. Auch die Au­f­ar­bei­tung be­reits er­folg­ter Ha­cker-An­grif­fe be­schäf­tigt deut­sche Un­ter­neh­men. 2016 wur­den drei­mal mehr Cy­ber­fo­ren­sik-Ex­per­ten ge­sucht als noch 2015.

„Un­se­re Aus­wer­tung macht deut­lich, dass sich Un­ter­neh­men mehr und mehr auch für auf den ers­ten Blick un­ge­wöhn­li­che Kan­di­da­ten öff­nen“, sagt Frank Hens­gens, Ge­schäfts­füh­rer von In­de­ed Deutsch­land. „Ehe­ma­li­ge Ha­cker brin­gen vie­le Kennt­nis­se und Er­fah­run­gen mit, von de­nen die Un­ter­neh­men pro­fi­tie­ren.“

Nach­fra­ge im Cloud-Um­feld fast ver­dop­pelt

Ne­ben eher un­ge­wöhn­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen su­chen Ar­beit­ge­ber auch tra­di­tio­nel­le­re Pro­fi­le. Doch auch hier ist der Man­gel an ge­eig­ne­ten Kan­di­da­ten be­trächt­lich. So sind Be­ra­ter und Ent­wick­ler mit ei­nem ent­spre­chen­den Back­ground eben­so rar wie IT-Au­di­to­ren. Letz­te­re sind hier­zu­lan­de im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich am schwie­rigs­ten zu fin­den.

Auf fünf freie Stel­len kommt heu­te ge­ra­de ein­mal ein Ent­wick­ler mit tie­fen Kennt­nis­sen in der IT-Si­cher­heit. Ähn­lich die Si­tua­ti­on bei Be­ra­tern und Au­di­to­ren, wo je­der Kan­di­dat im Mit­tel zwi­schen vier of­fe­nen Stel­len wäh­len kann. Laut Hens­gens bleibt den Un­ter­neh­men nichts an­de­res üb­rig, als IT-Ex­per­ten rund um Se­cu­ri­ty-The­men zu schu­len und ge­ne­rell in die Fach­aus­bil­dung zu in­ves­tie­ren.

Ge­ra­de im Um­feld neu­er Tech­no­lo­gi­en sind die Si­cher­heits­pro­fis ge­fragt. Im Be­reich Cloud Com­pu­ting et­wa hat sich die Fach­kräf­te­nach­fra­ge zwi­schen 2014 und 2016 mit ei­nem Plus von 94,4 Pro­zent na­he­zu ver­dop­pelt. In der Cy­ber­fo­ren­sik stieg der Be­darf im glei­chen Zei­t­raum gar um 152 Pro­zent. „Im­mer­hin se­hen wir ei­nen klei­nen Lichtblick: Das Be­wer­ber­in­ter­es­se steigt mo­men­tan eben­falls an“, so Hens­gens. k

Frank Hens­gens, In­de­ed: „Un­ter­neh­men müs­sen sich auch für auf den ers­ten Blick un­ge­wöhn­li­che Kan­di­da­ten öff­nen.“

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