Back to the Of­fice – auch IBM be­or­dert sei­ne Mit­ar­bei­ter zu­rück ins Bü­ro

Computerwoche - - Markt -

Einst Vor­rei­ter in der Ent­wick­lung von Ho­me-Of­fice-Kon­zep­ten, ru­dert IBM jetzt of­fen­bar wie­der zu­rück. Mar­ke­ting-Che­fin Mi­chel­le Pe­lu­so schärm­te vor we­ni­gen Wo­chen in ei­ner Mail von krea­ti­ven und in­spi­rie­ren­den Ört­lich­kei­ten, die der IT-Kon­zern zu bie­ten ha­be. Zwi­schen den Zei­len war die An­ord­nung les­bar, dass rund 2600 Mit­ar­bei­ter ih­rer Ab­tei­lung künf­tig wie­der ins Fir­menOf­fice kom­men sol­len, be­rich­te­te das US-On­li­ne-Ma­ga­zin „Quartz“. Dort soll­ten sie wie­der „Schul­ter an Schul­ter“ar­bei­ten.

Für et­li­che IBM-Mit­ar­bei­ter be­deu­tet dies, pen­deln oder gar um­zie­hen zu müs­sen. Wel­chen Um­fang die Back-to-the-Of­fice-Initia­ti­ve hat, ist noch nicht ab­zu­se­hen. Den Be­rich­ten zu­fol­ge sind ne­ben der Mar­ke­ting-Ab­tei­lung auch an­de­re Be­rei­che des IT-Pio­niers da­von be­trof­fen, bei­spiels­wei­se die Ent­wick­lungs­ab­tei­lung für Wat­son so­wie das Cloud-Ge­schäft. Die Ver­ant­wort­li­chen hof­fen durch die Be­geg­nun­gen der Mit­ar­bei­ter in den Bü­ros auf mehr Aus­tausch, In­spi­ra­ti­on so­wie Krea­ti­vi­tät und dar­aus re­sul­tie­rend mehr In­no­va­ti­on.

Krea­ti­ver im stän­di­gen Dia­log

Für das Ho­me Of­fice gibt es ähn­lich vie­le Be­für­wor­ter wie Kri­ti­ker. Man­che Stu­di­en be­haup­ten, die phy­si­sche Nä­he von Te­am­mit­glie­dern be­güns­ti­ge die Ent­wick­lung von Ide­en. An­de­re be­le­gen je­doch, dass Mit­ar­bei­ter im Ho­me Of­fice en­ga­gier­ter und mehr ar­bei­te­ten. Da­her ver­wun­dert es auch nicht, dass vie­le IBMer mit der neu­en Ent­wick­lung un­zu­frie­den sind. Bö­se Zun­gen be­haup­ten, das Ma­nage­ment neh­me die­sen Ver­druss in Kauf, da so­wie­so in Be­tracht ge­zo­gen wer­de, die Mann­schafts­stär­ke zu re­du­zie­ren.

Die IBM-Maß­nah­men fü­gen sich naht­los in ei­nen der­zeit vie­ler­orts be­ob­ach­te­ten Trend. Yahoo hat sei­ne Mit­ar­bei­ter be­reits vor Jah­ren wie­der zu­rück ins Of­fice ge­ru­fen. An­de­re Kon­zer­ne wie App­le und Face­book be­mü­hen sich, ih­re Leu­te mit kos­ten­lo­sem Es­sen, Kin­der­be­treu­ung und Wohl­fühl­maß­nah­men ins Bü­ro zu lo­cken.

IBM-Mit­ar­bei­ter sol­len künf­tig wie­der Schul­ter an Schul­ter sit­zen und cle­ve­re Ide­en aus­brü­ten – das zu­min­dest hofft das Ma­nage­ment des IT-Kon­zerns, das vom Ho­me Of­fice nichts mehr wis­sen will.

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