War­um sich Sicht­bar­keit aus­zahlt

Computerwoche - - Inhalt - (hk)

Wer wei­ter­kom­men will im Un­ter­neh­men, soll­te im­mer wie­der das Ge­spräch mit sei­nen Vor­ge­setz­ten su­chen und re­gel­mä­ßig auf sich auf­merk­sam ma­chen.

1. „Ich stre­be ei­ne Po­si­ti­on im mitt­le­ren Ma­nage­ment an. Reicht da­für der Ba­che­l­orAb­schluss, oder be­nö­ti­ge ich ei­nen Mas­ter? In­wie­weit wird Be­rufs­er­fah­rung ho­no­riert?

Su­san­ne Den­ker, Ge­schäfts­füh­re­rin des IT-Un­ter­neh­mens World­li­ne, emp­fiehlt: „Für die von Ih­nen an­ge­streb­te Füh­rungs­lauf­bahn hal­te ich ei­nen Mas­ter-Ab­schluss für emp­feh­lens­wert. Des Wei­te­ren spielt die Be­rufs­er­fah­rung ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Ge­ne­rell gilt: Je mehr Pra­xis­er­fah­rung Sie mit­brin­gen, des­to bes­ser.

Als Ba­che­lor-Ab­sol­vent ha­ben Sie ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten. Zum ei­nen könn­ten Sie den Mas­ter-Stu­di­en­gang an­schlie­ßen und ne­ben­her über Prak­ti­ka ers­te Pra­xis­er­fah­run­gen sam­meln. Das ist auch ei­ne gu­te Mög­lich­keit, um Kon­tak­te für die Job­su­che zu knüp­fen. Zum an­de­ren kön­nen Sie sich mit Ih­rem Ba­che­lor-Ab­schluss bei Un­ter­neh­men be­wer­ben, die par­al­lel zum Ar­beits­all­tag ein Mas­ter-Stu­di­um an­bie­ten oder un­ter­stüt­zen. Falls Sie sich um ei­ne ent­spre­chen­de Stel­le be­wer­ben, soll­ten Sie im Le­bens­lauf vor al­lem auf de­tail­lier­te An­ga­ben zu Ih­ren be­ruf­li­chen Sta­tio­nen ach­ten. Be­schrei­ben Sie al­le Auf­ga­ben, Pro­jek­te und vor al­lem Er­fol­ge ge­nau. So he­ben Sie sich von an­de­ren Be­wer­bern ab.

Soll­ten Sie ei­ne Stel­le un­ter­halb des mitt­le­ren Ma­nage­ments an­tre­ten, um in­ner­halb des Un­ter­neh­mens die Kar­rie­re­lei­ter hoch­zu­klet­tern, ist es wich­tig, dass Sie Ih­re Kom­pe­ten­zen im Un­ter­neh­men schär­fen und stets „sicht­bar“sind. Su­chen Sie zu­dem das Ge­spräch mit Ih- rem Vor­ge­setz­ten und zei­gen Sie, dass Sie sich wei­ter­ent­wi­ckeln möch­ten.“

2. „Die letz­ten zwei Jah­re war ich in El­tern­zeit. Da­vor ar­bei­te­te ich als Ab­tei­lungs­lei­te­rin in ei­nem IT-Un­ter­neh­men. Mein Ar­beit­ge­ber hat mir nun mit­ge­teilt, dass ich vor­erst kei­ne Po­si­ti­on mit Per­so­nal­ver­ant­wor­tung be­kom­men kön­ne, da ich erst wie­der ein­ge­ar­bei­tet wer­den müs­se. Zu­dem se­he man es nicht gern, Füh­rungs­po­si­tio­nen an Teil­zeit­kräf­te zu ver­ge­ben. Wenn ich mich jetzt bei ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men be­wer­ben wür­de, hät­te ich dann bes­se­re Chan­cen?“

Su­san­ne Den­ker ant­wor­tet: „Na­tür­lich sind Füh­rungs­po­si­tio­nen in Teil­zeit mög­lich. Nur weil ein Ar­beit­neh­mer in Teil­zeit ar­bei­tet, heißt das nicht, dass er kei­ne Füh­rungs­po­si­ti­on wahr­neh­men kann. Ganz im Ge­gen­teil: Ich be­ob­ach­te, dass Teil­zeit­be­schäf­tig­te in ver­ant­wort­li­chen Po­si­tio­nen be­son­ders ef­fi­zi­ent und ef­fek­tiv ar­bei­ten. Da­für müs­sen aber die Rah­men­be­din­gun­gen pas­sen.

Wer ei­ne sol­che Rol­le ein­neh­men will, soll­te ein ge­wis­ses Maß an Fle­xi­bi­li­tät mit­brin­gen. Bei­spiels­wei­se soll­te er in drin­gen­den An­ge­le­gen­hei­ten oder Kri­sen­si­tua­tio­nen auch mal au­ßer­halb der re­gu­lä­ren Ar­beits­zeit er­reich­bar sein. Im Ge­gen­zug kann der Ar­beit­ge­ber fle­xi­ble Re­ge­lun­gen an­bie­ten: das Ver­schie­ben der ar­beits­frei­en Ta­ge et­wa oder auch Ar­bei­ten von zu Hau­se aus, wenn zum Bei­spiel die Kin­der krank sind. Mit die­ser Re­ge­lung ha­ben wir bei uns im Un­ter­neh­men sehr gu­te Er­fah­run­gen ge­macht. Da­her mein Tipp: Ge­hen Sie auf Ih­ren Ar­beit­ge­ber mit ih­ren kon­kre­ten Vor­stel­lun­gen zu. Vie­le schein­ba­re Pro­ble­me las­sen sich durch of­fe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on lö­sen. Na­tür­lich müs­sen Sie nach der El­tern­zeit erst ein­mal wie­der ins Ge­sche­hen zu­rück­fin­den.“

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