Kampf ge­gen den Cy­ber­cri­me: Das BKA wünscht sich mehr Kom­pe­ten­zen

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Deut­sche Be­hör­den dro­hen im Kampf ge­gen Cy­ber-Kri­mi­nel­le den Kür­ze­ren zu zie­hen. Da­vor warn­ten die Ver­ant­wort­li­chen des Bun­des­kri­mi­nal­amts (BKA) an­läss­lich der „Cy­ber­cri­me Con­fe­rence“in Berlin. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den hier­zu­lan­de 83.000 Fäl­le von In­ter­net-Kri­mi­na­li­tät re­gis­triert. Da­bei sind of­fi­zi­el­len An­ga­ben zu­fol­ge Schä­den in Hö­he von 51 Mil­lio­nen Eu­ro ent­stan­den. Ex­per­ten ge­hen aber da­von aus, das die Dun­kel­zif­fer we­sent­lich hö­her liegt – was die Zahl der Straf­ta­ten wie auch den da­durch ver­ur­sach­ten Scha­den be­trifft. San­dro Gay­cken, Di­rek­tor des Di­gi­tal So­cie­ty In­sti­tu­te (DSI), ver­wies dar­auf, dass Deutsch­land als ei­nes der füh­ren­den In­dus­trie­län- der be­son­ders im Vi­sier der Cy­berK­ri­mi­nel­len ste­he. Ver­schärft wür­den die Pro­ble­me da­durch, dass sich die Sze­ne in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren zu­neh­mend pro­fes­sio­na­li­siert ha­be. Die Kri­mi­na­li­tät im In­ter­net wer­de gut ge­plant und vor­be­rei­tet. Da­zu kom­me, dass sich durch die zu­neh­men­de Di­gi­ta­li­sie­rung und Ver­net­zung im­mer mehr An­griffs­punk­te bö­ten.

Hier Schritt zu hal­ten, ist nach An­ga­ben der BKA-Ver­ant­wort­li­chen nicht ein­fach. BKA-Prä­si­dent Hol­ger Münch be­für­wor­tet den Auf­bau ei­nes schlag­kräf­ti­gen Netz­werks auf Sei­ten der Be­hör­den. Da­bei sei­en di­gi­ta­le Kom­pen­ten­zen von ent­schei­den­der Be­deu­tung. Man müs­se auch über die Wei­ter­ent­wick­lung des Be­rufs­bilds „Cy­ber-Cop“nach­den­ken. Dar­über hin­aus plä­dier­te Münch auch für Po­li­zei­strei­fen im di­gi­ta­len Raum, bei­spiels­wei­se in so­zia­len Netz­wer­ken. Zu­gleich be­klag­te der Be­am­te, bei der Ver­fol­gung von Cy­ber-Straf­ta­ten im­mer wie­der auf Hin­der­nis­se zu sto­ßen. Ein gro­ßes Pro­blem sei, dass die Be­fug­nis­se der Po­li­zei zur Über­wa­chung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rä­ten und Mes­sen­ger-Di­ens­ten sehr ein­ge­schränkt sei­en: „Wir dür­fen den im Au­to flüch­ten­den Tä­tern nicht zu Fuß hin­ter­her­lau­fen.“

BKA-Prä­si­dent Hol­ger Münch klagt, dass sei­ne Be­am­ten den Cy­ber-Kri­mi­nel­len aus recht­li­chen Grün­den hin­ter­her­hink­ten. Er for­dert mehr Be­fug­nis­se in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung.

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