Kar­rie­re­kil­ler Ho­me Of­fice

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Vor al­lem jun­ge Be­schäf­tig­te be­fürch­ten Kar­rie­re­nach­tei­le, wenn sie auf Ho­me Of­fice be­ste­hen, so ei­ne ak­tu­el­le Stu­die von Morar Con­sul­ting im Auf­trag von Po­ly­com.

Ob­wohl sich Un­ter­neh­men wie Yahoo und IBM wie­der vom Ho­me Of­fice ver­ab­schie­det ha­ben, bie­ten im­mer mehr Un­ter­neh­men ih­ren Mit­ar­bei­tern an, von zu Hau­se zu ar­bei­ten. Vie­le Be­schäf­tig­te be­grü­ßen das, doch vor al­lem Jün­ge­re fürch­ten Kar­rie­re­nach­tei­le, wenn sie nicht im Bü­ro prä­sent sind.

Den Wett­be­werb um be­gehr­te Ta­len­te ent­schei­den häu­fig die­je­ni­gen für sich, die ho­he Be­zü­ge, ein in­no­va­ti­ves und kol­le­gia­les Kli­ma und gro­ße Frei­räu­me für die Mit­ar­bei­ter bie­ten kön­nen. Zah­len spre­chen für sich: Dür­fen Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land selbst ent­schei­den, von wo aus sie ih­re be­ruf­li­chen Auf­ga­ben er­le­di­gen, kön­nen sie Be­rufs­und Pri­vat­le­ben bes­ser in Ein­klang brin­gen, sa­gen fast drei Vier­tel der deut­schen Be­frag­ten der in­ter­na­tio­nal aus­ge­leg­ten Po­ly­com-Stu­die zu fle­xi­blen Ar­beits­mo­del­len. 51 Pro­zent der hie­si­gen Stu­di­en­teil­neh­mer ge­ben zu­dem an, dass sie im Ho­me Of­fice pro­duk­ti­ver ar­bei­ten. 45 Pro­zent wün­schen sich fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten, um kör­per­lich fit zu blei­ben und Hob­bys bes­ser nach­ge­hen zu kön­nen. Wei­te­re 41 Pro­zent pro­fi­tie­ren da­von, Kin­der­er­zie­hung und Be­ruf un­ter ei­nen Hut zu brin­gen, wäh­rend sich 21 Pro­zent der Pfle­ge kran­ker An­ge­hö­ri­ger wid­men möch­ten. Al­ler­dings sind längst nicht al­le Be­schäf­tig­ten hier­zu­lan­de be­ken­nen­de Fans der Te­le­ar­beit: Ha­ben sie die Wahl, ar­bei­ten 42 Pro­zent der Be­frag­ten am liebs­ten im Ein­zel­bü­ro, nur 39 Pro­zent be­vor­zu­gen tat­säch­lich das Ho­me Of­fice, ein Ca­fé oder den Park. Die Grün­de da­für sind un­ter­schied­lich, wie die Stu­die fest­stellt: 60 Pro­zent der deut­schen Stu­di­en­teil­neh­mer be­fürch­ten, durch fle­xi­ble Ar­beits­mo­del­le und die „Al­ways-on-Men­ta­li­tät“un­ge­wollt Mehr­ar­beit leis­ten zu müs­sen. Gleich­zei­tig sind sie über­zeugt, dass sich die­ses Pro­blem durch kla­re Richt­li­ni­en sei­tens des Ar­beit­ge­bers leicht aus dem Weg räu­men lie­ße.

„Prä­senz­kul­tur hat aus­ge­dient“

In­ter­na­tio­nal be­trach­tet be­fürch­ten 62 Pro­zent der Be­frag­ten (Deutsch­land: 57 Pro­zent), dass sie im Ho­me Of­fice als we­ni­ger flei­ßig gel­ten könn­ten als ih­re Kol­le­gen im Bü­ro. Un­ter den Mill­en­ni­als tei­len so­gar 66 Pro­zent die­se An­sicht. „Für uns ist das ein Be­leg da­für, dass fle­xi­ble Ar­beits­mo­del­le nicht ein­fach oh­ne Wei­te­res ein­ge­führt wer­den kön­nen. Viel­mehr müs­sen Pro­zes­se, Leit­bil­der und Füh­rungs­kul­tu­ren in Un­ter­neh­men ent­spre­chend an­ge­passt und fle­xi­bles Ar­bei­ten in den Ar­beits­all­tag in­te­griert wer­den“, sagt Po­ly­com-Ma­na­ger Jens Brau­er.

„Ab­hil­fe schafft hier ein Wan­del des Füh­rungs­stils hin zu er­geb­nis­ori­en­tier­tem Den­ken“, so sei­ne Emp­feh­lung. „Die star­re Prä­senz­kul­tur hat bald aus­ge­dient.“In Zu­kunft fin­de die über­wie­gen­de Zahl der Mee­tings vir­tu­ell statt. Ein Vi­deo­aus­tausch mit Kol­le­gen und dem Chef er­mög­licht es, auch beim Ar­bei­ten ab­seits des Bü­ros sicht­bar zu blei­ben.

Dass Füh­rungs­kräf­te noch viel Auf­klä­rungs­ar­beit leis­ten müs­sen, wenn es um das The­ma fle­xi­bles Ar­bei­ten geht, zeigt ei­ne ak­tu­el­le Stu­die: Vor al­lem jun­ge Mit­ar­bei­ter glau­ben, dass Kar­rie­re eher durch phy­si­sche Prä­senz im Bü­ro mög­lich ist.

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