Al­go­rith­men hel­fen im Re­cruit­ing

Computerwoche - - Inhalt - Von Frank Rech­stei­ner, Ge­schäfts­füh­rer der Per­so­nal­be­ra­tung Hy­pe (hk)

Ob Be­wer­ber und Fir­ma zu­ein­an­der­pas­sen, lässt sich mit Soft­ware klä­ren. Wel­che Mög­lich­kei­ten es da­bei gibt, soll an­hand aus­ge­wähl­ter Pro­duk­te ge­zeigt wer­den.

Ob Be­wer­ber und Ar­beit­ge­ber zu­ein­an­der­pas­sen, lässt sich mitt­ler­wei­le mit stan­dar­di­sier­ten Werk­zeu­gen zur Cul­tu­ral-Fit-Mes­sung klä­ren. Wel­che Mög­lich­kei­ten es da­bei gibt, zeigt ein Blick auf die Pro­duk­te.

Ob ein Be­wer­ber zum ei­ge­nen Un­ter­neh­men passt und der so­ge­nann­te Cul­tu­ral Fit stimmt, wol­len im­mer mehr Fir­men mit Hil­fe von Test- und Mess­in­stru­men­ten her­aus­fin­den. Die meis­ten Kan­di­da­ten be­grü­ßen das. So kann ei­ne Per­so­nal­ab­tei­lung si­cher­stel­len, dass ne­ben der fach­li­chen Eig­nung (Pro­fes­sio­nal Fit) auch ge­mein­sa­me Wer­te, Nor­men und Ein­stel­lun­gen be­rück­sich­tigt wer­den. Stimmt der Cul­tu­ral Fit, soll sich das po­si­tiv auf die Bin­dung, Mo­ti­va­ti­on und Leis­tungs­be­reit­schaft der Mit­ar­bei­ter aus­wir­ken. Der Ein­satz ent­spre­chen­der Tools steht al­ler­dings noch ganz am An­fang. Wir ge­ben ei­nen Über­blick über die ers­ten Lö­sun­gen, die auf dem Markt zur Ver­fü­gung ste­hen.

1. Com­panyMatch

Com­panyMatch kommt aus den Nie­der­lan­den und ist seit Kur­zem auch auf dem deut­schen Markt ver­füg­bar. Ar­beit­ge­ber bin­den das Tool in ih­re Kar­rie­re-Web­sei­ten ein, um Kan­di­da­ten zu ih­ren Wer­ten und Mo­tiv­la­gen zu be­fra­gen. Die Jo­bin­ter­es­sen­ten er­hal­ten so auch selbst Trans­pa­renz über ih­re ei­ge­nen Wer­te und Nor­men und kön­nen tes­ten, ob sie zu Kul­tur und Kli­ma des po­ten­zi­el­len Ar­beit­ge­bers pas­sen. Com­panyMatch lässt sich auch als Cul­tu­ral-Fi­tori­en­tier­te Job­bör­se nut­zen, auf der Ar­beit­ge­ber und Ta­len­te mit ähn­lich ge­la­ger­ten In­ter­es­sen und Wer­ten zu­ein­an­der­fin­den kön­nen.

Das Tool ist ein­fach zu be­die­nen und kann von je­dem End­ge­rät aus ge­nutzt wer­den. Da­bei sind 24 Fra­gen zum The­ma Wert­hal­tung, ge­gen­sei­ti­ger Um­gang, Füh­rungs­stil und Wachs­tums­stra­te­gie zu be­ant­wor­ten. Ar­beit­ge­ber, die das Tool ein­füh­ren, müs­sen zu­nächst selbst den Test durch­lau­fen. Matchen sich Be­wer­ber dann mit dem Ar­beit­ge­ber, wird der pro­zen­tua­le Grad der Über­ein­stim­mung an­ge­zeigt. Je­der Be­wer­ber er­hält zu­sätz­lich ein Kul­tur­pro­fil, das an­zeigt, mit wel­chen The­men­be­rei­chen ei­nes Un­ter­neh­mens er be­son­ders gut har­mo­niert und mit wel­chen nicht. Die­ses Kul­tur­pro­fil kann auch als PDF mit der Be­wer­bung ver­schickt wer­den. Der Ener­gie­ver­sor­ger Ene­co, der Com­panyMatch ein­setzt, be­rich­tet von ei­ner stei­gen­den Zahl er­folg­rei­cher Neu­ein­stel­lun­gen, die den Cul­tu­ral-Fit-Test ih­rer Be­wer­bung bei­le­gen.

Das Preis­mo­dell für Com­panyMatch rich­tet sich nach der Mit­ar­bei­ter­zahl. Da­bei müs­sen die Li­zenz­ver­trä­ge min­des­tens zwölf Mo­na­te lau­fen. Für in­ter­es­sier­te Un­ter­neh­men be­steht die Mög­lich­keit, sich für ei­ne kos­ten­lo­se De­mo­ver­si­on zu re­gis­trie­ren.

2. Cul­tu­ral Fit Eva­luea­tor

Mit dem „Cul­tu­ral Fit Eva­luea­tor“von Me­ta HR, De­ba und In­gen­tis steht Ar­beit­ge­bern ein Web-ba­sie­ren­des Tool zur Ver­fü­gung, das sie eben­falls in ih­re Kar­rie­re­sei­ten ein­bin­den kön­nen. Da­bei wer­den zwölf Wert­hal­tun­gen und Ar­beitsprä­fe­ren­zen von Be­wer­bern nach wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Kri­te­ri­en er­mit­telt und mit dem Ar­beit­ge­ber-Kul­tur­pro­fil ver­gli-

chen. Un­ter­neh­men er­hal­ten über je­den Kan­di­da­ten ei­ne aus­führ­li­che Ana­ly­se mit Kenn­zah­len und Gra­fi­ken, die die Cul­tu­ral-Fit-Aus­wahl er­leich­tern soll und auch bei nach­fol­gen­den Be­wer­bungs­ge­sprä­chen ver­wen­det wer­den kann. Zu­dem eig­net sich der Cul­tu­ral Fit Eva­luea­tor zur Mes­sung der Wert­kul­tur ei­nes Un­ter­neh­mens und kann im Rah­men von Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs-Vor­ha­ben oder zum Kul­tur­feed­back ein­ge­setzt wer­den.

Be­wer­ber fin­den mit dem Fra­gen­ka­ta­log her­aus, wie gut sie kul­tu­rell zu ei­nem Ar­beit­ge­ber pas­sen. Die Be­die­nung er­folgt über ein­fa­che Maus­klicks und Drag-and-Drop-Be­we­gun­gen. Di­rekt nach der Da­ten­ein­ga­be gibt das Tool ei­ne Rück­mel­dung zur Pas­sung mit dem Ziel­un­ter­neh­men, aus­ge­drückt in Pro­zen­ten, und zu­sätz­lich ei­ne de­tail­lier­te Aus­wer­tung als PDF. Kun­den wie die Kin­der­not­hil­fe e.V. sa­gen, dass der Cul­tu­ral Fit Eva­luea­tor bei den Job­su­chen­den po­si­tiv an­kom­me.

Das Preis­mo­dell des Werk­zeugs ori­en­tiert sich an der Men­ge ab­ge­nom­me­ner Ana­ly­sen pro Jahr – je grö­ßer die Men­ge, des­to ge­rin­ger der Ein­zel­preis. Ab ei­ner be­stimm­ten jähr­li­chen Ab­nah­me­men­ge er­hal­ten Ar­beit­ge­ber die We­bFunk­ti­on als Flat­rate in­klu­si­ve. 3. Kul­tur­matcher

Der „Kul­tur­matcher“von Cyquest er­mög­licht Un­ter­neh­men ei­ne klar de­fi­nier­te Mes­sung der ei­ge­nen Kul­tur. Da­zu durch­lau­fen die Mit­ar­bei­ter un­ter der Leit­fra­ge „In mei­nem Un­ter­neh­men gilt“ei­nen Test, der aus 49 bi­po­la­ren Items aus neun Kul­tur­di­men­sio­nen be­steht, zum Bei­spiel geht es um „Work-Li­fe-Ba­lan­ce“ver­sus „Kar­rie­re­ori­en­tie­rung“. Die Be­wer­tun­gen fin­den durch Ver­schie­ben ei­nes Reg­lers statt. Aus den Tes­t­er­geb­nis­sen wird dann das Kul­tur­pro­fil des Un­ter­neh­mens ab­ge­lei­tet – als Ba­sis für ei­ne kul­tur­ba­sier­te De­fi­ni­ti­on der Ar­beit­ge­ber­mar­ke oder als Aus­gangs­punkt für an­schlie­ßen­de Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Per­so­nal­ent­wick­lungs­pro­zes­se.

Gleich­zei­tig kön­nen Be­su­cher der Kar­rie­re-Web­sei­ten des Un­ter­neh­mens oder Be­wer­ber den Test durch­lau­fen. Sie er­hal­ten ei­ne un­ver­bind­li­che Aus­wer­tung, wel­che Kul­tur ihr Wun­sch­ar­beit­ge­ber ha­ben soll­te. Wird die­ses Wunsch­pro­fil zu­sätz­lich mit dem Kul­tur­pro­fil des Un­ter­neh­mens ab­ge­gli­chen, ent­steht ei­ne ge­naue Mes­sung des Cul­tu­ral Fit. Nut­zer be­kom­men im An­schluss ei­ne de­tail­lier­te Aus­wer­tung mit Hin­wei­sen, was die­se für die ei­ge­ne be­ruf­li­che Ori­en­tie­rung be­deu­tet. Kun­den wie der Ener­gie­ver­sor­ger Lech­wer­ke AG be­to­nen, dass sie durch den Kul­tur­matcher als Ar­beit­ge­ber at­trak­ti­ver ge­wor­den sind.

Der Kul­tur­matcher wird in drei Preis­ka­te­go­ri­en an­ge­bo­ten, die sich nach Ein­satz­sze­na­rio, De­si­gn­va­ri­an­te so­wie Art und Um­fang der Mes­sun­gen rich­ten. Wäh­rend die Be­reit­stel­lungs­kos­ten in al­ler Re­gel fix und ein­ma­lig an­fal­len, sind die Li­zenz­ge­büh­ren va­ria­bel und ge­ge­be­nen­falls fort­lau­fend.

Com­panyMatch kommt aus Hol­land. Be­wer­ber müs­sen 24 Fra­gen be­ant­wor­ten, in de­nen es dar­um geht, ob sie zum künf­ti­gen Ar­beit­ge­ber pas­sen. Die Un­ter­neh­men ha­ben eben­falls ei­nen Fra­ge­bo­gen aus­zu­fül­len.

Der Kul­tur­matcher von Cyquest be­steht aus 49 bi­po­la­ren Items – zum Bei­spiel Work-Li­fe-Ba­lan­ce ver­sus Kar­rie­re­ori­en­tie­rung.

Der Cul­tu­ral Fit Eva­luea­tor von Me­ta HR soll zwölf Wert­hal­tun­gen von Be­wer­bern er­mit­teln und mit dem Ar­beit­ge­ber­pro­fil ab­glei­chen.

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