Neue An­dro­id-Ver­si­on 8.0

Die neue An­dro­id-Ver­si­on 8 „Oreo“ist an den Start ge­gan­gen. Die Ent­wick­ler ha­ben an ei­ner über­sicht­li­che­ren Be­die­nung, ei­nem bes­se­ren Ener­gie-Ma­nage­ment so­wie mehr Si­cher­heits­funk­tio­nen ge­ar­bei­tet.

Computerwoche - - Inhalt - Von Den­nis Stei­mels, Re­dak­teur der COMPUTERWOCHE-Schwes­ter­pu­bli­ka­ti­on PC-Welt

An­dro­id 8 („Oreo“) bie­tet Vor­tei­le für Ent­wick­ler, ei­ne über­sicht­li­che­re Be­die­nung, ein bes­se­res Ener­gie-Ma­nage­ment so­wie mehr Si­cher­heits­funk­tio­nen.

Googles An­dro­id-Sys­tem 8.0 ist nach ei­nem Jahr Ent­wick­lung und mo­na­te­lan­ger Test­pha­se fer­tig. Die neue Ver­si­on des mo­bi­len Be­triebs­sys­tems, die Goog­le wie­der nach ei­nem sü­ßen Snack – dies­mal Oreo – be­nannt hat, ist am 21. Au­gust ent­hüllt wor­den – am Tag der gro­ßen Son­nen­fins­ter­nis über Nord­ame­ri­ka. Ab so­fort hat je­der über das An­dro­id Open Sour­ce Pro­ject (AOSP) Zu­griff auf das Sys­tem, was vor al­lem für Ent­wick­ler in­ter­es­sant ist. In den nächs­ten Wo­chen rollt Goog­le An­dro­id 8.0 Oreo dann auf die ei­ge­nen Ge­rä­te Pi­xel, Pi­xel XL, Ne­xus 5X und Ne­xus 6P aus. Au­ßer­dem ar­bei­tet Goog­le eng mit Smart­pho­ne-Her­stel­lern wie Samsung, HTC, Sony und Mo­to­ro­la zu­sam­men, die ih­re ak­tu­el­len Smart­pho­nes bis En­de des Jah­res auf die neu­es­te An­dro­id-Ver­si­on up­daten wer­den.

In An­dro­id 8.0 ha­ben die Ent­wick­ler die Ein­stel­lun­gen kon­se­quent über­ar­bei­tet und ih­nen nicht nur ein neu­es Sym­bol ver­passt, son­dern auch die Zahl der Ein­trä­ge deut­lich re­du­ziert. Da­für ist das Me­nü von An­dro­id 7 ver­schwun­den, das sich per Wisch von links ein­blen­den ließ. Statt­des­sen sind nun al­le Netz­ver­bin­dun­gen – egal ob über WLAN oder Mo­bil­funk – un­ter der Ru­brik „Netz­werk und In­ter­net“grup­piert. Die Kopp­lung mit an­de­ren Ge­rä­ten fin­det sich bei Oreo un­ter „Ver­bun­de­ne Ge­rä­te“. Durch die An­pas­sun­gen ste­hen jetzt ins­ge­samt noch 13 Me­nü­punk­te in den Ein­stel­lun­gen zur Ver­fü­gung. Wenn man sich an die neue Me­nü­struk­tur ge­wöhnt hat, trägt dies si­cher zur bes­se­ren Über­sicht­lich­keit bei.

Der Da­tei­ma­na­ger bie­tet nun die grund­le­gen­den In­ter­ak­tio­nen an, die not­wen­dig sind, um Da­tei­en zu lö­schen, zu ko­pie­ren oder zu ver­schie­ben. Man kann da­mit so­gar – ent­spre­chen­de Be­rech­ti­gun­gen vor­aus­ge­setzt – neue

Ord­ner an­le­gen und Da­tei­en dort­hin ver­schie­ben. Zwar kann der über­ar­bei­te­te Da­tei­ma­na­ger Spe­zi­al-Apps wie dem „ES Da­tei Ex­plo­rer“nicht das Was­ser rei­chen. Für die meis­ten An­wen­der ist dank des er­wei­ter­ten Funk­ti­ons­um­fangs je­doch kei­ne zu­sätz­li­che App mehr er­for­der­lich. Die ei­ne oder an­de­re Neue­rung, die in An­dro­id 8.0 ein­ge­flos­sen ist, ha­ben sich die Ent­wick­ler von den di­ver­sen Cust­om-ROMs ab­ge­schaut. Bei die­sen ge­hört es in­zwi­schen zum Stan­dard, vie­le Ele­men­te der Ober­flä­che, et­wa die Na­vi­ga­ti­ons­leis­te oder den Sperr­bild­schirm, an die ei­ge­nen An­for­de­run­gen an­zu­pas­sen. Die­sem Um­stand trägt auch An­dro­id 8.0 Rech­nung und bie­tet die Mög­lich­keit, die Sta­tus­leis­te von Smart­pho­ne oder Ta­blet zu per­so­na­li­sie­ren. Es las­sen sich ver­schie­de­ne Sym­bo­le in der Schnell­start­leis­te ein- und aus­blen­den so­wie Ein­trä­ge wie die Pro­zen­tAk­ku­an­zei­ge beim La­den er­gän­zen.

An­dro­id 8.0 soll die Ak­kus scho­nen

Ei­ne der zen­tra­len Neue­run­gen von An­dro­id 8.0 sind die Be­mü­hun­gen Googles, mit Hil­fe ei­nes re­strik­ti­ve­ren Ma­nage­ments der Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tä­ten die Bat­te­riel­auf­zeit ei­nes Smart­pho­nes oder Ta­blets spür­bar zu ver­län­gern. Goog­le schreibt den App-Ent­wick­lern mit Ein­füh­rung des neu­en Be­triebs­sys­tems vor, wie lan­ge die Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tä­ten der Apps an­dau­ern dür­fen. Wer­den die­se Zeit­li­mits über­schrit­ten, be­en­det An­dro­id au­to­ma­tisch den lau­fen­den Pro­zess. Zu­sätz­lich soll auch die Stand­ort­be­stim­mung – be­kann­ter­ma­ßen ein ge­wich­ti­ger Fak­tor bei der Bat­te­riel­auf­zeit – deut­lich re­strik­ti­ver ge­hand­habt wer­den. Ob die Maß­nah­men in Sum­me aus­rei­chen wer­den, die Be­triebs­dau­er spür­bar zu ver­län­gern, wer­den die nächs­ten Mo­na­te zei­gen, wenn die App-Ent­wick­ler ih­re Apps an­ge­passt ha­ben. Ne­ben den Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tä­ten, die zur Lauf­zeit­ver­län­ge­rung bei­tra­gen sol­len, hat Goog­le auch das Ak­ku­me­nü grund­le­gend über­ar­bei­tet. Aus der Dia­gramm­an­sicht für die vor­aus­sicht­li­che Lauf­zeit wur­de ei­ne Bat­te­rie mit Füll­stands­an­zei­ge. Die Rest­lauf­zeit ist als zu­sätz­li­che Text­in­for­ma­ti­on im Fens­ter zu fin­den. Dies macht das kom­plet­te Me­nü deut­lich über­sicht­li­cher.

Auch im Um­gang mit denApp- Be­nach­rich­ti­gun­gen hat si­chGoog­le et­was ein­fal­len las­sen. Ab­hän­gig von der Zahl und Art der in­stal­lier­ten Apps wer­den die Nut­zer von Whatsapp, Twit­ter, Face­book & Co. oft mit Nach­rich­ten über­häuft. Da­bei wird es bei zu­neh­men­der An­zahl von Apps und Nach­rich­ten im­mer schwie­ri­ger, Wich­ti­ges von Un­wich­ti­gem zu un­ter­schei­den. Goog­le bie­tet mit An­dro­id 8.0 nun „Be­na chr ich­ti­gungs ka­nä­le“an. Da­mit ha­ben die Ent­wick­ler erst­mals die Mög­lich­keit, die Be­nach­rich­ti­gun­gen ih­rerApps in Ka­te­go­ri­en zu un­ter­tei­len. Nut­zer kön­nen an­schlie­ßend die­sen Ka­te­go­ri­en ver­schie­de­ne Ei­gen­schaf­ten zu­wei­sen und ab­hän­gig da­von die Be­rech­ti­gun­gen steu­ern. Un­wich­ti­ge Nach­rich­ten las­sen sich bei­spiels­wei­se kon­se­quent blo­ckie­ren. Nach­rich­ten aus wich­ti­gen Ka­te­go­ri­en kön­nen da­ge­gen mit ei­nem Si­gnal und ei­ner Bild­schirm be­nach­rich­ti­gung ver­se­hen wer­den. Und falls man ei­ne wich­ti­ge Nach­richt nicht gleich be­ant­wor­ten will, ist sie nicht ver­schwun­den. Man kann sich bei An­dro­id 8.0 auch nach 15, 30 oder 60 Mi­nu­ten noch ein­mal dar­an er­in­nern las­sen.

Goog­le hat aus den zu­rück­lie­gen­den Si­cher­heits­vor­fäl­len ge­lernt und zeigt Nut­zern nun über die Be­nach­rich­ti­gun­gen die lau­fen­den Hin­ter­grund­ak­ti­vi­tä­ten an. Ge­än­dert hat sich auch das Vor­ge­hen bei der In­stal­la­ti­on von Apps aus un­be­kann­ten Qu­el­len. Die­se Ein­stel­lung ist nicht mehr im Si­cher­heits­me­nü zu fin­den. Wenn Nut­zer jetzt ei­ne APK auf ihr Smart­pho­ne la­den und aus­füh­ren möch­ten, er­hal­ten sie ei­ne Rück­mel­dung, und An­dro­id Oreo bie­tet ih­nen die Mög­lich­keit, der Qu­el­le – al­so ih­rem Brow­ser – zu ver­trau­en. Da­mit wer­den zu­künf­tig al­le APKs, die über die­sen Brow­ser in­stal­liert wer­den, als ver­trau­ens­wür­dig ein­ge­stuft. Zu­dem über­prüft An­dro­id Oreo al­le in­stal­lier­ten Apps im Hin­ter­grund. Die­se als „Goog­le Play Pro­tect“ver­füg­ba­re Funk­ti­on zeigt den Si­cher­heits­sta­tus des End­ge­räts an. So­bald ei­ne schäd­li­che App er­kannt wird, in­for­miert der Di­enst über den Fund.

Goog­le ar­bei­tet laut ei­ge­nen An­ga­ben mit al­len nam­haf­ten Her­stel­lern von An­dro­id-Smart­pho­nes zu­sam­men. Da­zu zäh­len Samsung, Sony, HMD (No­kia), Hua­wei, HTC und LG. Bis En­de des Jah­res 2017 dürf­te die Zahl der An­dro­id-8-Ge­rä­te dem­nach stei­gen. Die bes­ten Chan­cen ha­ben Ge­rä­te, die Mit­te bis En­de 2016 auf den Markt ge­kom­men sind.

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