Di­gi­ta­li­sie­rung ver­än­dert den Ar­beits­markt – nicht nur in der In­dus­trie, son­dern auch im Di­enst­leis­tungs­sek­tor

Computerwoche - - Markt -

Ei­ne er­folg­rei­che Trans­for­ma­ti­on der deut­schen In­dus­trie in Rich­tung In­dus­trie 4.0 wird den struk­tu­rel­len Wan­del Deutsch­lands zu ei­ner Di­enst­leis­tungs­ge­sell­schaft wei­ter ver­stär­ken. Zu die­sem Er­geb­nis kommt Phil­ip­pe Lo­renz, Au­tor der Stu­die „Di­gi­ta­li­sie­rung im deut­schen Ar­beits­markt“, die von der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung so­wie der Stif­tung Neue Ver­ant­wor­tung vor­an­ge­trie­ben wur­de. Es sei not­wen­dig, sich den Ve­rän­de­run­gen des Di­enst­leis­tungs­sek­tors ent­schie­de­ner zu­zu­wen­den, er­mahnt Lo­renz Po­li­tik und Wirt­schaft. Schließ­lich stän­den hier die größ­ten Um­wäl­zun­gen an. Als Bei­spiel nennt Lo­renz Ent­wick­lun­gen im US-ame­ri­ka­ni­schen Ar­beits­markt, der von Haus aus eher dienst­leis­tungs­ori­en­tiert funk­tio­niert. Die Ve­rän­de­run­gen be­trä­fen so­wohl hoch- als auch nied­rig­qua­li­fi­zier­te Jobs. Bei­spiels­wei­se funk­tio­nie­re der Wert­pa­pier­han­del im­mer stär­ker soft­ware­b­a­siert. Bei Gold­man Sachs ge­be es für den New Yor­ker Han­dels­raum nur noch zwei Wert­pa­pier­händ­ler, die von 200 Soft­ware­in­ge­nieu­ren un­ter­stützt wür­den. Vor ei­ni­gen Jah­ren ar­bei­te­ten an glei­cher Stel­le noch 600 Händ­ler.

Auch der Han­del dürf­te sich mas­siv ver­än­dern. Erst kürz­lich hat Ama­zon mit sei­nem Ama­zon-GoKon­zept ein neu­es Su­per­mark­tZeit­al­ter ein­ge­läu­tet, das oh­ne Kas­sier­kräf­te und mit nur noch we­ni­gen Kauf­leu­ten aus­kommt. Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass ähn­li­che Kon­zep­te auch in Deutsch­land Fuß fas­sen wer­den – mit er­heb­li­chen Kon­se­quen­zen für die rund drei Mil­lio­nen Men­schen, die im hie­si­gen Ein­zel­han­del be­schäf­tigt sind.

Vie­le Tä­tig­kei­ten, von de­nen bis da­to an­ge­nom­men wur­de, sie sei­en nur von Men­schen zu er­brin­gen, er­wie­sen sich in­zwi­schen als di­gi­ta­li­sier­bar, sagt Lo­renz. Ent­spre­chend sei­en Ar­beits­plät­ze be­droht. Es gel­te nun, die an­ste­hen­den Ve­rän­de­run­gen früh­zei­tig zu ana­ly­sie­ren und dar­auf auf­bau­end Aus-, Wei­ter- und Fort­bil­dung zu för­dern. Da­bei stän­den ne­ben den Ar­beit­neh­mern auch Wirt­schaft, Ge­werk­schaf­ten und Po­li­tik in der Pflicht.

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