Mi­cro­soft for­ciert mit Pro­ject Brain­wa­ve künstliche Intelligenz in Echt­zeit

Computerwoche - - Technik -

Mi­cro­soft hat mit Pro­ject Brain­wa­ve ei­ne Art Tur­bo­la­der für künstliche Intelligenz im Netz vor­ge­stellt. Cloud-ba­sier­te Funk­tio­nen rund um Deep Le­arning sol­len da­mit deut­lich schnel­ler und fle­xi­bler um­ge­setzt und be­ar­bei­tet wer­den kön­nen.

Grund­la­ge für Brain­wa­ve bil­det ei­ne In­fra­struk­tur aus Field Pro­gramma­ble Ga­te Ar­rays (FPGAs) in Mi­cro­softs Azu­re-Cloud. Die­se pro­gram­mier­ba­ren Chips wer­den über spe­zi­el­le Steck­kar­ten in den Cloud-Ser­vern di­rekt mit dem Netz ver­bun­den. Die FPGAs las­sen sich zu fle­xi­blen Pools für neu­ro­na­le Net­ze zu­sam- menschlie­ßen. Ein Vor­teil: Durch die di­rek­te Adres­sie­rung müs­sen die Auf­ga­ben nicht mit­tels der Ser­ver-CPU ver­teilt wer­den. Das er­hö­he die Ge­schwin­dig­keit und den Da­ten­durch­satz, ver­spre­chen die Mi­cro­soft-Ent­wick­ler.

Au­ßer­dem nutzt Brain­wa­ve ei­ne so­ge­nann­te Soft Deep Neu­ral Net­work Pro­ces­sing Unit. Im Ge­ge­satz zu hart­co­dier­ten DPUs, in de­nen Auf­ga­ben und han­del­ba­re Da­ten­ty­pen von An­fang an in der Hard­ware fest­ge­legt sind, kön­nen Sof­tDPUs ei­ne brei­te­re Pa­let­te an Auf­ga­ben be­ar­bei­ten und mit ver­schie­de­nen Da­ten­ty­pen um­ge­hen. Zu­dem be­inhal­tet Brain­wa­ve ei­nen Soft­ware-St­ack, um Deep- Le­arning-Frame­works zu un­ter­stüt­zen. Das gilt für das Mi­cro­soft Co­gni­ti­ve Tool­kit so­wie für Googles Ten­sorF­low. In Zu­kunft sol­len wei­te­re Frame­works da­zu­kom­men. Ei­ne Art Midd­le­wa­re sorgt da­für, dass die in den Frame­works trai­nier­ten Deep-Le­arning-Mo­del­le op­ti­mal auf der FPGA-In­fra­struk­tur ab­ge­ar­bei­tet wer­den.

Mi­cro­soft-Ma­na­ger Doug Bur­ger be­zeich­ne­te das Sys­tem als „Re­al­time AI“, das An­fra­gen so schnell be­ar­bei­ten kön­ne, wie sie ein­trä­fen. Das wer­de ge­ra­de in Cloud-Um­ge­bun­gen wich­ti­ger, weil dort kon­ti­nu­ier­li­che Da­ten­strö­me wie et­wa Such­an­fra­gen, Vi­de­os oder Sensor­da­ten be­ar­bei­tet wer­den müss­ten.

Die Bo­ards mit den Field Pro­gramma­ble Ga­te Ar­rays wer­den in den Ser­vern di­rekt mit dem Netz der Clou­dRe­chen­zen­tren ver­bun­den. Da­mit las­sen sich die Chips oh­ne Um­weg über die Ser­ver-CPU mit den KI-Auf­ga­ben ver­sor­gen.

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