Die bes­ten Sys­tem­häu­ser 2017

Mehr als 4000 An­wen­der ha­ben ihr Urteil ge­fällt.

Computerwoche - - Vorderseite - Von Lenz-Be­ne­dict Nöl­kel, frei­er Au­tor in München

Deut­sche An­wen­der at­tes­tie­ren ih­ren Sys­tem­häu­sern so­li­de Ar­beit. In ei­ni­gen Dis­zi­pli­nen ha­ben sich die Be­wer­tun­gen ge­gen­über den be­reits gu­ten Vor­jah­res­wer­ten noch ein­mal ver­bes­sert. Das be­legt die Sys­tem­haus­stu­die von COMPUTERWOCHE und Chan­nelPart­ner, an der sich vom 1. Fe­bru­ar bis zum 11. Mai 2017 mehr als 4000 Sys­tem­haus­kun­den be­tei­ligt ha­ben. Sie be­ur­teil­ten ih­re IT-Di­enst­leis­ter an­hand von knapp 5550 Pro­jek­ten nach Schul­no­ten.

Die Durch­schnitts­no­te über al­le be­ur­teil­ten Sys­tem­häu­ser un­ter­schied­li­cher Grö­ße und Aus­rich­tung hin­weg be­trug 1,66 und lag da­mit na­he­zu ex­akt auf dem Vor­jah­res­wert (1,65). Im Ver­gleich zu den Er­geb­nis­sen der Stu­di­en von 2015 und 2014 (1,72 und 1,80) ist das ein vor­zeig­ba­rer Wert. Wie in den Vor­jah­ren fällt da­bei auf, dass An­wen­der die gro­ßen An­bie­ter kri­ti­scher be­wer­ten als die mitt­le­ren und klei­nen Sys­tem­häu­ser. Das ist wohl da­mit zu er­klä­ren, dass die gro­ßen Play­er pro­fes­sio­nel­le Kon­zern­struk­tu­ren un­ter­hal­ten, die zwangs­läu­fig zu mehr Dis­tanz zum Kun­den füh­ren als bei den klei­nen, oft re­gio­na­len Her­aus­for­de­rern.

Die bes­ten gro­ßen Sys­tem­häu­ser

Un­ter den gro­ßen IT-Di­enst­leis­tern mit ei­nem Jah­res­um­satz von über 250 Mil­lio­nen Eu­ro ge­lang ACP IT So­lu­ti­ons wie im Vor­jahr der Sprung auf Platz eins, ob­wohl sich die Ge­samt­no­te um 0,11 Punk­te auf 1,42 leicht ver­schlech­ter­te. Das Un­ter­neh­men hat sich bei sei­nen Kun­den vor al­lem mit Soft­ware-In­fra­struk­tur­Pro­jek­ten be­währt.

SVA Sys­tem Ver­trieb Alex­an­der si­cher­te sich den zwei­ten Platz in der obers­ten Um­satz­li­ga, in die das Un­ter­neh­men erst 2016 auf­ge­stie­gen war. Kun­den be­schei­ni­gen dem IT-Di­enst­leis­ter im Be­reich IT-Si­cher­heit ho­he Kom­pe­tenz. Eben­falls aufs Trepp­chen schaff­te es Can­com, das sich vom fünf­ten auf den drit­ten Platz vor­ar­bei­te­te. Die Münch­ner punk­te­ten nicht zu­letzt mit ih­ren En­ter­pri­se-Mo­bi­li­ty­Pro­jek­ten.

Die Ge­win­ner un­ter den um­satz­stärks­ten Sys­tem­häu­sern über­zeug­ten an­sons­ten ins­be­son­de­re in den klas­si­schen IT-Dis­zi­pli­nen Hard- und Soft­ware­in­fra­struk­tur. Dar­über hin­aus sind sie in den neue­ren, zu­kunfts­träch­ti­gen Be­rei­chen Ma­na­ged Ser­vices und Mo­bi­li­ty ers­te Wahl. Al­ler­dings konn­ten auch nur die gro­ßen Sys­tem­häu­ser in die­sen Seg­men­ten die nö­ti­gen Pro­jekt­fall­zah­len auf sich ver­ei­nen, um ins Ran­king zu ge­lan­gen.

Die bes­ten mit­tel­gro­ßen Sys­tem­häu­ser

In der Mit­tel­klas­se der Sys­tem­häu­ser mit ei­nem Jah­res­um­satz zwi­schen 50 und 250 Mil­lio­nen Eu­ro ge­lang er­neut IT-Haus der Sprung auf Platz eins (1,25). Das Un­ter­neh­men über­zeug­te sei­ne Kun­den vor al­lem in Pro­jek­ten rund um Druck- und Sto­r­a­ge-Lö­sun­gen. Ei­nen Sprung um drei Plät­ze nach vorn schaff­te die Bri­tish-Tele­com-Toch­ter BT Stem­mer, die – we­nig über­ra­schend – bei Netz- und Se­cu­ri­ty­Lö­sun­gen ho­he Wer­te er­ziel­te.

Den drit­ten Rang si­cher­te sich MR Da­ten­tech­nik und klet­ter­te da­mit ge­gen­über dem Vor­jahr um ei­nen Platz nach oben. Das in­ha­ber­ge­führ­te Nürn­ber­ger Sys­tem­haus ist in vie­len Pro­dukt- und Lö­sungs­fel­dern ver­tre­ten und konn­te vor­nehm­lich bei Druck­lö­sun­gen und Ma­na­ged Ser­vices sei­ne Stär­ken aus­spie­len.

Die bes­ten klei­nen Sys­tem­häu­ser

Sys­tem­haus Cra­mer ist das er­folg­reichs­te klei­ne Sys­tem­haus mit Ein­nah­men un­ter­halb der 50-Mil­lio­nen-Eu­ro-Gren­ze. Sei­ne Leis­tungs­fä­hig­keit stell­te das Un­ter­neh­men bei Se­cu­ri­ty-, Netz-, Soft­ware- so­wie PC- und Ser­ver-In­fra­struk­tur­pro­jek­ten un­ter Be­weis. Me­dia­li­ne Eu­ro­tra­de glück­te der Sprung vom neun­ten auf den zwei­ten Platz, und Ela­ni­ty Net­work Part­ner, erst­mals im Ran­king, wur­de auf An­hieb Drit­ter.

Sys­tem­häu­ser wer­den pro­fes­sio­nel­ler

Die ins­ge­samt gu­ten No­ten, die An­wen­der ih­ren Sys­tem­häu­sern ge­ben, deu­ten dar­auf hin, dass die An­bie­ter von Jahr zu Jahr pro­fes­sio­nel­ler agie­ren. Zu­dem fällt auf, dass sich der Ser­vice­trend im IT-Markt be­schleu­nigt. Ma­na­ged Ser­vices sind im Auf­wind: Hier wur­den in die­sem Jahr 303 Pro­jek­te be­wer­tet, im Vor­jahr wa­ren es erst 264. Das ent­spricht ei­nem An­stieg von 14,8 Pro­zent. Mög­li­cher­wei­se setzt sich bei den Kun­den die Er­kennt­nis durch, dass sie mit Ma­na­ged Ser­vices ei­ne hö­he­re Pla­nungs­si­cher­heit für ih­re IT-Aus­ga­ben und mehr Zeit für stra­te­gi­sche Auf­ga­ben ge­win­nen kön­nen. Oben­drein um­fasst ein Ma­na­ged-Ser­vice-Ver­trag na­he­zu im­mer meh­re­re Dis­zi­pli­nen: zum Bei­spiel Se­cu­ri­ty-, Netz-, Sto­r­a­geund Print-Ser­vices.

Leicht zu­ge­legt hat auch die Men­ge der von Kun­den be­wer­te­ten Pro­jek­te im Be­reich An­wen­dungs­soft­ware – nicht zu­letzt dank ak­tu­el­ler The­men wie Ar­bei­ten 4.0, Fi­le Sha­ring und Uni­fied Com­mu­ni­ca­ti­ons. Der star­ke Markt­trend zu vir­tua­li­sier­ten IT-Land­schaf­ten und Cloud Com­pu­ting spie­gelt sich eben­falls in der dies­jäh­ri­gen Um­fra­ge. Die Zahl der be­ur­teil­ten Pro­jek­te in den Ka­te­go­ri­en PC- und Ser­ver­In­fra­struk­tur, Net­ze und Druck­lö­sun­gen ging zu­rück.

Gro­ße Sys­tem­häu­ser wie Becht­le, Can­com, Di­men­si­on Da­ta und T-Sys­tems mit Jah­res­um­sät­zen weit über 250 Mil­lio­nen Eu­ro kön­nen vor al­lem in The­men­fel­dern wie Uni­fied Com­mu­ni­ca­ti­ons & Col­la­bo­ra­ti­on (UCC) oder En­ter­pri­se Mo­bi­li­ty punk­ten. Hier sind sie näm­lich weit­ge­hend un­ter sich. Für die klei­ne­ren An­bie­ter lohnt sich of­fen­bar der Auf­wand nicht, sich auf die­se Spe­zi­al­lö­sun­gen zu fo­kus­sie­ren. Au­ßer­dem wer­den ein­schlä­gi­ge Pro­jek­te der­zeit eher bei grö­ße­ren Kun­den in­iti­iert, die na­tur­ge­mäß eher von gro­ßen Sys­tem­häu­sern be­dient wer­den.

So fin­den Kun­den den Di­enst­leis­ter der Wahl

Be­ste­hen­de, lang­jäh­ri­ge Be­zie­hun­gen sind für 84 Pro­zent der Be­frag­ten im­mer noch aus­schlag­ge­bend für die Part­ner­wahl. Um­so wich­ti­ger ist es für die An­bie­ter, dass die ers­ten Pro­jek­te rei­bungs­los ver­lau­fen. An zwei­ter und drit­ter Stel­le fol­gen Emp­feh­lun­gen durch ei­nen Kol­le­gen oder Lie­fe­ran­ten. Per­sön­li­ches Ken­nen­ler­nen auf Ver­an­stal­tun­gen hat zu­dem of­fen­bar im­mer noch mehr Zug­kraft als das In­ter­net oder so­zia­le Netz­wer­ke. Nur et­wa zwei Pro­zent der Un­ter­neh­men nut­zen so­zia­le Netz­wer­ke, um für IT-Pro­jek­te ge­eig­ne­te Sys­tem­haus­part­ner zu fin­den. Auch die Re­cher­che im In­ter­net ist mit 13 Pro­zent bei Un­ter­neh­men eher un­ter­re­prä­sen­tiert.

Die Zuf­rie­den­heit mit den Di­enst­leis­tern hängt in ers­ter Li­nie da­von ab, ob Fach- und Bran­chen­kom­pe­tenz aus­rei­chen (88 Pro­zent). Erst in zwei­ter und drit­ter Li­nie geht es um das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis und ei­ne gu­te

Zu­sam­men­ar­beit in ei­nem an­de­ren oder ei­nem frü­he­ren Pro­jekt. Wich­tig sind auch die re­gio­na­le Nä­he und der per­sön­li­che Kon­takt. Für im­mer­hin 13 Pro­zent der Un­ter­neh­men ist dar­über hin­aus ent­schei­dend, wie vie­le Re­fe­renz­pro­jek­te ein Sys­tem­haus be­reits um­ge­setzt hat.

Trend zum One-Stop-Shop­ping

Vie­le Kun­den ten­die­ren da­zu, mit ei­nem bis drei Sys­tem­haus­part­nern aus­kom­men zu wol­len. Für Sys­tem­häu­ser kommt es des­halb dar­auf an, ein mög­lichst brei­tes Ser­vice- und Lö­sung­sport­fo­lio auf­zu­bau­en – sei es aus ei­ge­ner Kraft her­aus, durch Über­nah­men oder mit­tels Ko­ope­ra­tio­nen mit an­de­ren Part­nern.

Die IT-Bud­gets lie­gen bei den Be­frag­ten größ­ten­teils bei den CIOs (68 Pro­zent), ge­folgt von den CEOs (46 Pro­zent). Im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren ha­ben sich die­se Wer­te kaum ver­än­dert. Das gilt auch für den An­teil der Fach­ab­tei­lun­gen, die ei­nen ei­ge­nen IT-Etat ha­ben. Ihr An­teil sta­gniert seit drei Jah­ren bei ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen 13 Pro­zent. IT-Ab­tei­lun­gen ver­fü­gen vier­mal so häu­fig über Bud­gets. Für Sys­tem­häu­ser ist es al­so kein Feh­ler, sich mit den IT-Ent­schei­dern gut zu stel­len.

Neue The­men sind we­ni­ger wich­tig

Bei der Fra­ge, wo­für die IT-Gel­der aus­ge­ge­ben wer­den, zeigt sich, dass viel­dis­ku­tier­te The­men wie En­ter­pri­se Mo­bi­li­ty oder Uni­fied Com­mu­ni­ca­ti­ons bei der Pro­jekt­ver­ga­be mit je­weils gut 20 Pro­zent der Nen­nun­gen eher ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le spie­len. Glei­ches gilt auch für Ma­na­ged Ser­vices und Druck­Lö­sun­gen. Der größ­te Teil der IT-Vor­ha­ben ent­fällt auf die „Klas­si­ker“PC- und Ser­ver­In­fra­struk­tur im Kon­text von Vir­tua­li­sie­rung und Kon­so­li­die­rung so­wie auf IT-Si­cher­heit. Ge­fragt sind au­ßer­dem nach wie vor Net­zund Sto­r­a­ge-Lö­sun­gen so­wie An­wen­dungs­und In­fra­struk­tur­soft­ware.

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