Die Coach-Emp­feh­lung: Zu­erst dort hin­ge­hen, wo es weh­tut

Computerwoche - - Job & Karriere - (hk)

1. „Mich als IT-Spe­zia­lis­ten selbst zu ver­mark­ten, fällt mir nach wie vor schwer. Ich wür­de mich gern wei­ter­ent­wi­ckeln und das Un­ter­neh­men wech­seln – aber dann zu gu­ten Kon­di­tio­nen. Wie stel­le ich das an?“

Clau­dia Ki­mich, In­for­ma­ti­ke­rin, Coach und Au­to­rin ei­nes Buchs zum The­ma Ge­halts­ver­hand­lung, emp­fiehlt: „Fra­ge Dich als Ers­tes, was Dir ge­nau schwer­fällt. Geht es dar­um, über die ei­ge­nen Leis­tun­gen zu spre­chen? Oder kannst Du vi­el­leicht nur nicht nein sa­gen zu Pro­jek­ten, die nicht Dei­nen Fä­hig­kei­ten ent­spre­chen? Wenn Du weißt, was es ist, kannst Du an Dir ar­bei­ten und im­mer wie­der üben, mit der Si­tua­ti­on um­zu­ge­hen. Fühlst Du Dich erst­mal si­cher, kannst Du leich­ter über­le­gen, wie Dei­ne Wei­ter­ent­wick­lung aus­se­hen soll. Mach Dir am bes­ten ei­nen Plan, wo Du in Dei­ner Wei­ter­ent­wick­lung in fünf, in acht und in zehn Jah­ren ste­hen willst, und dann pla­ne die Zwi­schen­schrit­te, um dort­hin zu kom­men. Sprich mit Freun­den, um Ide­en zu fin­den und Dei­ne Stär­ken ge­nau­er her­aus­zu­fin­den. Schau, wo­hin Du willst, was Du da­für brauchst, und dann leg los. Schritt für Schritt.“

2. „Es heißt, man sol­le bei ei­ner Ge­halts­ver­hand­lung vor­her wis­sen, was man ver­lan­gen kann. Wie kann man si­cher­ge­hen, dass man sich nicht zu teu­er macht und da­mit di­rekt aus dem Ren­nen um den Job fliegt?“

Ki­mich meint: „Du kannst Dich in ein­schlä­gi­gen Por­ta­len wie lohn­spie­gel.de oder per­so­nal­markt.de in­for­mie­ren. Al­ler­dings hal­te ich es für den bes­se­ren Weg, Dir über Dei­ne Leis­tun- gen, Dei­nen Nut­zen für das Un­ter­neh­men klar zu wer­den und dann mit die­sem Pfund zu wu­chern und das zu ver­han­deln, was Du und Dei­ne Leis­tung wert sind. Klar kannst Du im­mer auch mal ,zu teu­er‘ sein, im bes­ten Fall be­kommst Du aber den ge­wünsch­ten Be­trag. Und den Frau­en emp­feh­le ich, min­des­tens 30 Pro­zent drauf­zu­schla­gen. Na­he­zu je­de mei­ner Kli­en­tin­nen fragt, was sie rea­lis­tisch ver­lan­gen kann. Ein männ­li­cher Kun­de – Kli­en­ten­struk­tur ist 50:50 – hat mich das noch nie ge­fragt.“

3. „Ich ha­be ein dua­les IT-Abitur und dann ei­ne be­trieb­li­che Aus­bil­dung zum Fach­in­for­ma­ti­ker ab­sol­viert. Nun pro­gram­mie­re ich seit ei­ni­ger Zeit in ei­nem klei­ne­ren Un­ter­neh­men und bin auch im Kun­den­ser­vice. Wie se­hen die Chan­cen für ei­nen jun­gen, be­rufs­er­fah­re­nen Ent­wick­ler im Main­frame-Bu­si­ness aus?“

Tho­mas Kei­sel ist Vice Pre­si­dent für das Com­pu­wa­re-Ge­schäft (DACH und Ost­eu­ro­pa) und Be­ra­ter für Star­tups. Er ant­wor­tet: „Soft­wareDe­ve­lop­ment ist in vie­len Un­ter­neh­men ei­ne Schlüs­sel­funk­ti­on, und zwar auf je­der Platt­form ein­schließ­lich dem Main­frame. Bank­häu­ser, Ver­si­che­run­gen und die Au­to­mo­bil­in­dus­trie ar­bei­ten bei­spiels­wei­se auf dem Groß­rech­ner und ver­knüp­fen z Sys­tems im­mer stär­ker mit den heu­ti­gen De­vOps-und Agi­le-Tools, die ein­fach zu be­die­nen sind und schnel­les Co­ding in Teams er­mög­li­chen. Des­halb su­chen die­se Fir­men oft Ta­len­te für Main­frame-Co­ding und das zu­ge­hö­ri­ge Da­ten-Ma­nage­ment. Denn dort lau­fen enor­me Working Codes, fast al­le Un­ter­neh­mens­an­wen­dun­gen zie­hen sich Da­ten aus dem Main­frame. Gleich­zei­tig fin­den in den Un­ter- neh­men gro­ße Ve­rän­de­run­gen und Pro­dukt­neu­aus­rich­tun­gen statt, die ab­ge­bil­det wer­den müs­sen. Al­le Apps müs­sen da­bei noch viel kun­den- und nut­zer­freund­li­cher wer­den. Wenn Sie viel da­zu­ler­nen und sich wei­ter­ent­wi­ckeln möch­ten, kön­nen Sie ei­ne Main­frame-Kar­rie­re ma­chen und ih­re IT-Skills aus­bau­en. Die­sen Wunsch soll­ten Sie bei Ih­rer Be­wer­bung rü­ber­brin­gen.“

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