Die gro­ßen Plä­ne von Dia­na Co­so

Seit April ist Dia­na Co­so CEO von Axi­ans Deutsch­land. Das Un­ter­neh­men hofft, zu ei­nem der Top-Play­er im Di­gi­ta­li­sie­rungs­ge­schäft hier­zu­lan­de auf­stei­gen zu kön­nen. In ei­nem CW-Ge­spräch er­läu­tert Co­so ih­re Plä­ne und wel­che Rol­le die Mit­ar­bei­ter da­bei spie­le

Computerwoche - - Inhalt - Von Hans Kö­ni­ges, lei­ten­der Re­dak­teur

Die neue Che­fin des IT-Di­enst­leis­ters Axi­ans hat ehr­gei­zi­ge Plä­ne. In ein paar Jah­ren soll Axi­ans ei­ne füh­ren­de Rol­le im Di­gi­ta­li­sie­rungs­ge­schäft spie­len.

Dia­na Co­so ar­bei­te­te 23 Jah­re für Hew­lett-Pa­ckard, und ei­gent­lich hat­te die Würt­tem­ber­ge­rin gar nicht vor, ih­re Kar­rie­re in an­de­ren Un­ter­neh­men vor­an­zu­trei­ben. Doch dann kam al­les an­ders, und in­ner­halb der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re wech­sel­te Co­so ins Top-Ma­nage­ment von Mi­cro­soft, dann zu Dell EMC und schließ­lich zur Axi­ans-Grup­pe. Hier kann sie nun ih­re Er­fah­rung im High­Tech-Um­feld voll zur Gel­tung brin­gen. Das wird auch nö­tig sein, denn Co­so hat sich ein ehr­gei­zi­ges Ziel ge­setzt: Sie möch­te Axi­ans in den nächs­ten Jah­ren zum füh­ren­den Di­gi­ta­li­sie­rungs­spe­zia­lis­ten in Deutsch­land ma­chen.

Axi­ans hat ei­ne fi­nanz­star­ke Mut­ter­ge­sell­schaft im Rü­cken, den welt­weit größ­ten Bau­kon­zern Vin­ci mit über 38 Mil­li­ar­den Eu­ro Jah­res­um­satz. Axi­ans ist die ITK-Mar­ke der Kon­zern­toch­ter Vin­ci Ener­gies, die der­zeit für ei­nen Um­satz von rund zehn Mil­li­ar­den Eu­ro in 52 Län­dern steht und in Deutsch­land mit zir­ka 11.300 Mit­ar­bei­tern rund zwei Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich ein­nimmt. Zu Axi­ans ge­hö­ren un­ter an­de­rem das im ver­gan­ge­nen Jahr über­nom­me­ne Sys­tem­haus Fritz & Mac­zi­ol so­wie der Se­cu­ri­ty-Spe­zia­list Cro­co­di­al.

Die Zu­ver­sicht der neu­en Ge­schäfts­füh­re­rin rührt nicht zu­letzt da­her, dass Axi­ans Teil von Vin­ci Ener­gies ist. An­de­re Un­ter­neh­men im Ver­bund sind der Au­to­ma­ti­sie­rungs-und Elek­tro­tech­nik­kon­zern Ac­te­mi­um so­wie die auf Ener­gie­tech­nik spe­zia­li­sier­te Om­exom. Es gibt al­so für Axi­ans je­de Men­ge Mög­lich­kei­ten, in­ner­halb des Kon­zerns Sy­ner­gie­ef­fek­te zu er­zie­len.

Die 8000 Mit­ar­bei­ter star­ke Axi­ans-Grup­pe er­wirt­schaf­tet der­zeit mit 210 Ge­sell­schaf­ten 1,8 Mil­li­ar­den Eu­ro Um­satz in 18 Län­dern. In Deutsch­land, wo Co­so das Sa­gen hat, be­schäf­tigt der Kon­zern 1700 Mit­ar­bei­ter in 55 Bu­si­ness Units. Im ver­gan­ge­nen Jahr be­lie­fen sich die Ein­nah­men in Deutsch­land auf 520 Mil­lio­nen Eu­ro. Axi­ans po­si­tio­niert sich da­bei als Be­glei­ter der Kun­den in der di­gi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on. Das An­ge­bot reicht von Cloud-Ser­vices über Netz- und Te­le­komu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur bis hin zu Bran­chen­lö­sun­gen und Kon­zep­ten für den di­gi­ta­len Ar­beits­platz.

„Wir le­ben je­den Tag un­se­re Grund­wer­te“

Als lang­ge­dien­te Ma­na­ge­rin mit Füh­rungs­er­fah­rung weiß Co­so sehr wohl, dass ein schö­nes An­ge­bot­sport­fo­lio nicht reicht, um vor­ne mit da­bei zu sein. Am En­de geht es um ein Di­enst­leis­tungs­ge­schäft, und da gilt auch bei Axi­ans: „Un­se­re Mit­ar­bei­ter ma­chen den Un­ter­schied.“Man ha­be fünf Grund­wer­te fest­ge­legt, die „wir Tag für Tag le­ben“, ver­si­chert Co­so. Als Ers­tes nennt sie Ver­trau­en. Dies müs­se „ge­währt, ver­dient und be­lohnt“wer­den.

Als wei­te­re Wer­te nennt sie Ei­gen­stän­dig­keit, Ver­ant­wor­tung, So­li­da­ri­tät und Un­ter­neh­mer­geist. Letz­te­res sei ihr be­son­ders wich­tig: „Spit­zen­leis­tun­gen ent­ste­hen im­mer da, wo ein ho­hes Maß an Ei­gen­in­itia­ti­ve und Ver­ant­wor­tung ge­ge­ben ist.“Da­zu passt, dass Axi­ans in Frank­furt am Main ge­ra­de ein Di­gi­tal Lab eta­bliert, in dem Grün­der mit Fir­men­mit­ar­bei­tern in in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Teams an di­gi­ta­len Lö­sun­gen ar­bei­ten. „Wir ha­ben uns die För­de­rung ei­ner di­gi­ta­len In­no­va­ti­ons­kul­tur und Krea­ti­vi­tät auf die Fah­nen ge­schrie­ben“, be­rich­tet die Ma­na­ge­rin. Da­zu ge­hö­re auch, dass man Hacka­thons or­ga­ni­sie­re oder sich in so­ge-

nann­ten The­men­clubs tref­fe, wo sich Spe­zia­lis­ten ver­schie­de­ner Be­rei­che aus­tau­schen.

„Leis­tung ist ge­schlechts­un­ab­hän­gig“

Und na­tür­lich darf das The­ma Füh­rung nicht feh­len. „Man kann mit sei­nen Mit­ar­bei­tern nicht so um­ge­hen wie vor 20 Jah­ren“, warnt Co­so. Es han­de­le sich um Ex­per­ten auf ih­ren Ge­bie­ten, und man müs­se sie an­hö­ren. Sie sei­en heu­te „Spar­rings­part­ner“. Hier­ar­chi­sches Den­ken ge­hö­re der Ver­gan­gen­heit an. Den­noch müs­se am En­de je­mand die Ri­si­ken be­wer­ten und Ent­schei­dun­gen tref­fen – das Ma­nage­ment.

Zu des­sen Auf­ga­ben ge­hö­re es auch, für Rah­men­be­din­gun­gen zu sor­gen, in de­nen sich Ta­len­te ent­wi­ckeln könn­ten. Wich­tig sei­en gu­te Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten, ei­ne Po­li­tik der of­fe­nen Tü­ren, ei­ne kol­la­bo­ra­ti­ve Ar­beits­um­ge­bung und Di­ver­si­ty: Frau­en und Män­ner, äl­te­re und jün­ge­re Mit­ar­bei­ter, deut­sche und Aus­län­der – sol­che he­te­ro­ge­nen Teams füh­ren laut Co­so zu ganz ver­schie­de­nen Sich­ten auf Si­tua­tio­nen und Auf­ga­ben. Von den un­ter­schied­li­chen Stand­punk­ten kön­ne ein Un­ter­neh­men nur pro­fi­tie­ren.

Frau­en­quo­te hilft nicht wei­ter

Skep­tisch zeigt sich Co­so beim The­ma Frau­en­quo­te: In ei­ni­gen Un­ter­neh­men hat sie Ein­zug ge­hal­ten, weil zu we­ni­ge Frau­en ins Ma­nage­ment auf­stie­gen und Seil­schaf­ten in den meist männ­lich do­mi­nier­ten Ent­schei­der­zir­keln als Ur­sa­che ver­mu­tet wur­den. „Leis­tung ist ge­schlechts­un­ab­hän­gig“, meint Co­so, und wenn ein männ­li­cher Kan­di­dat bes­ser sei, wer­de er selbst­ver­ständ­lich be­rück­sich­tigt. Bei Axi­ans ge­be es auch nicht das Ziel, in ein paar Jah­ren ei­nen be­stimm­ten Pro­zent­satz an weib­li­chen Mit­ar­bei­tern und Füh­rungs­kräf­ten ha­ben zu wol­len. Hier un­ter­schei­det sich das Sys­tem­haus ins­be­son­de­re von ei­ni­gen Un­ter­neh­mens­be­ra­tun­gen, die sol­chen Zie­len fol­gen.

Dia­na Co­so, Axi­ans: „Spit­zen­leis­tun­gen ent­ste­hen im­mer da, wo ein ho­hes Maß an Ei­gen­in­itia­ti­ve und Ver­ant­wor­tung ge­ge­ben ist.“

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