Neue Funk­tio­nen in Of­fice 2019

Computerwoche - - Inhalt - Von Pres­ton Gral­la, Re­dak­teur bei der COMPUTERWOCHESchwes­ter­pu­bli­ka­ti­on Com­pu­ter­world

Mi­cro­soft wird in den kom­men­den Mo­na­ten ei­ne neue Ver­si­on sei­ner Büro-Sui­te her­aus­brin­gen. Ex­per­ten spe­ku­lie­ren mit Hoch­druck, wel­che neu­en Fea­tu­res Of­fice 2019 bie­tet.

Mi­cro­soft hat bis­lang nicht viel zu den neu­en Funk­tio­nen in Of­fice 2019 preis­ge­ge­ben, doch Fea­tu­res aus Of­fice 365 lie­fern kon­kre­te Hin­wei­se. Das sind die wahr­schein­lichs­ten Neue­run­gen in Of­fice 2019.

Der Zeit­punkt für den Markt­auf­tritt der neu­en Of­fice-Ver­si­on rückt nä­her. Of­fice 2019 wird vor­aus­sicht­lich in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2018 er­schei­nen. Wann ge­nau, dar­aus ma­chen die Mi­cro­soft-Ver­ant­wort­li­chen noch ein Ge­heim­nis. Der Soft­ware­kon­zern hat­te das neue Re­lease An­fang Sep­tem­ber 2017 auf sei­ner Kon­fe­renz „Igni­te“in Or­lan­do, Flo­ri­da, an­ge­kün­digt. En­de April die­ses Jah­res wur­de ei­ne Com­mer­ci­al Pre­view für Win­dows 10 ver­öf­fent­licht, Mit­te Ju­ni folg­te ei­ne Vor­schau für MacOS. An­hand von Äu­ße­run­gen in ei­nem Blog von Ja­red Spa­ta­ro, Ge­ne­ral Mi­cro­soft Ma­na­ger für Of­fice, so­wie funk­tio­na­len Er­wei­te­run­gen von Of­fice 365, der Cloud-ba­sier­ten Miet­va­ri­an­te von Of­fice, las­sen sich Rück­schlüs­se dar­auf zie­hen, wie das kom­men­de Of­fice-Pa­ket aus­se­hen könn­te. Echt­zeit-Zu­sam­men­ar­beit in Ex­cel

Als Of­fice 2016 ver­öf­fent­licht wur­de, er­hiel­ten Word, Po­wer­point und OneNo­te Tools für die On­li­ne-Zu­sam­men­ar­beit. Die­se Werk­zeu­ge er­mög­li­chen die Zu­sam­men­ar­beit an Do­ku­men­ten in Echt­zeit, so­lan­ge sie in OneD­ri­ve, OneD­ri­ve for Bu­si­ness oder Sha­re­point On­li­ne ge­spei­chert sind. Im Ju­li 2017 hielt die Echt­zeit-Zu­sam­men­ar­beit Ein­zug in Of­fice 365. Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die­se Funk­ti­on flä­chen­de­ckend auch in al­len Kom­po­nen­ten von Of­fice 2019 auf­tau­chen wird.

Bei­spiel Ex­cel: Ar­beits­map­pen las­sen sich mit ei­nem Klick auf die Schalt­flä­che „Frei­ge­ben“in der obe­ren rech­ten Ecke des Ex­cel-Bild­schirms tei­len. Von dort aus kön­nen Nut­zer Ein­la­dun­gen an an­de­re ver­schi­cken, das

Ar­beits­blatt zu tei­len. Än­de­run­gen wer­den in Echt­zeit über ei­nen far­bi­gen Cur­sor an­ge­zeigt, der ih­re An­we­sen­heit in der Da­tei si­gna­li­siert. Je­de mit­wir­ken­de Per­son er­hält ei­ne an­de­re Far­be. Wenn je­mand Da­ten oder ei­ne For­mel in ei­ne Zel­le ein­gibt, er­schei­nen die Än­de­run­gen. Setzt man sei­nen Cur­sor auf den Cur­sor ei­ner an­de­ren Per­son, wird der ent­spre­chen­de Na­me ein­ge­blen­det. So sieht man, woran be­stimm­te Per­so­nen ar­bei­ten. Nor­ma­ler­wei­se ge­schieht dies al­les in Echt­zeit, es kann je­doch zu Ver­zö­ge­run­gen kom­men, wenn je­mand ei­ne lang­sa­me oder schlech­te In­ter­ne­tVer­bin­dung hat.

Neue Dia­gram­me und For­meln in Ex­cel

In ei­nem Blog­bei­trag von Sep­tem­ber 2017 schrieb Ja­red Spa­ta­ros zu Of­fice 2019: „Neue For­meln und Dia­gram­me wer­den die Da­ten­ana­ly­se in Ex­cel noch leis­tungs­fä­hi­ger ma­chen.“Ein FAQ zur Vor­schau von Of­fice 2019 für Ge­schäfts­kun­den lis­tet die fol­gen­den Funk­tio­nen auf: Trich­ter­dia­gram­me und 2D-Kar­ten, neue Ex­cel-Funk­tio­nen und Kon­nek­to­ren, Mög­lich­keit der Da­ten-Ex­ports von Ex­cel zu Po­wer BI, Po­wer-Pi­vot-Ver­bes­se­run­gen, Po­wer-Qu­e­ry-Ver­bes­se­run­gen.

Es ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die im Fe­bru­ar 2016 in ei­nem gro­ßen Of­fice-365-Up­date zu Ex­cel hin­zu­ge­kom­me­nen Funk­tio­nen da­bei sein wer­den. Da­mals wur­den zum Bei­spiel sechs neue Funk­tio­nen zur Be­ar­bei­tung von For­meln hin­zu­ge­fügt. Mit den Funk­tio­nen „Text­ver­ket­ten“und „Text­ket­te“las­sen sich Tex­te aus Zell­be­rei­chen mit oder oh­ne Trenn­zei­chen, wie zum Bei­spiel ei­nem Kom­ma, kom­bi­nie­ren.

Trich­ter­dia­gram­me, die in Ex­cel 2019 Ein­zug hal­ten sol­len, wur­den eben­falls im Zu­ge des Up­dates vom Fe­bru­ar 2016 hin­zu­ge­fügt. Trich­ter­dia­gram­me zei­gen die Wer­te in meh­re­ren Stu­fen ei­nes Pro­zes­ses an. So lässt sich bei­spiels­wei­se die Zahl der Ver­kaufs­chan­cen in je­der Pha­se ei­nes Ver­kaufs­pro­zes­ses an­zei­gen.

Über­set­zen, Edi­tor und Re­cher­che in Word

In Word sind neue Funk­tio­nen für Über­set­zen, Re­cher­chie­ren und Be­ar­bei­ten zu er­war­ten. Mit dem Über­set­zungs-Tool sol­len sich Wör­ter, Sät­ze und gan­ze Do­ku­men­te über­set­zen las­sen. Das Werk­zeug ist Teil der Plä­ne von Mi­cro­soft, künst­li­che In­tel­li­genz in die ge­sam­te Of­fice-Sui­te ein­zu­bau­en, und es nutzt das, was Mi­cro­soft als „In­tel­li­gent Ser­vices“be­zeich­net. Mit Hil­fe der Re­cher­che-Funk­ti­on sol­len Nut­zer di­rekt aus Word her­aus on­li­ne re­cher­chie­ren kön­nen. Mi­cro­soft lässt da­für nur In­for­ma­tio­nen aus Re­fe­renz­ma­te­ria­li­en und Qu­el­len zu, die das Un­ter­neh­men für ver­trau­ens­wür­dig hält und die von ei­nem Di­enst na­mens „Mi­cro­soft Aca­de­mic Se­arch“zu­sam­men­ge­stellt wur­den. Zi­ta­te und Text­pas­sa­gen sol­len Nut­zer di­rekt aus den Re­cher­chen in Do­ku­men­te ein­fü­gen kön­nen.

Ver­mut­lich wird auch der Edi­tor sei­nen Weg in Word 2019 fin­den. Er er­setzt den Be­reich „Recht­schrei­bung und Gram­ma­tik“und fügt ei­ni­ge neue Be­ar­bei­tungs­funk­tio­nen hinzu. So zeigt das Werk­zeug nicht nur das falsch ge­schrie­be­ne Wort im Fens­ter, son­dern auch den Text um die­ses her­um, was es ein­fa­cher macht, die vor­ge­schla­ge­ne Kor­rek­tur im Kon­text zu se­hen. Es bie­tet auch Syn­ony­me für die vor­ge­schla­ge­nen Kor­rek­tu­ren, so dass Nut­zer ei­ne grö­ße­re Aus­wahl an Wör­tern er­hal­ten, die sie ver­wen­den könn­ten. Schließ­lich zeigt Edi­tor Gram­ma­tik­re­geln an, um vor­ge­schla­ge­ne Än­de­run­gen zu er­klä­ren. Zu­sätz­lich wer­den laut Mi­cro­soft fol­gen­de Fea­tu­res für Word in Of­fice 2019 ver­füg­bar sein: Schwar­zes De­sign, Of­fice Sounds, Bild­un­ter­schrif­ten für Lern­werk­zeu­ge so­wie Au­dio­be­schrei­bun­gen, Text-to-Speech-Funk­ti­on, ver­bes­ser­te Be­die­nungs­hil­fen.

Au­to­Spei­chern für Word, Ex­cel und Po­wer­point

Die größ­te Zei­ter­spar­nis und Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung in Of­fice 2019 könn­te die Funk­ti­on „Au­to­Spei­chern“brin­gen. Da­mit wer­den Da­tei­en au­to­ma­tisch ge­spei­chert, oh­ne dass Nut­zer et­was tun müs­sen. Sor­gen über Sys­tem­ab­stür­ze, Strom­aus­fäl­le, Of­fice-Ab­stür­ze und an­de­re Stö­run­gen sol­len da­mit der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren. Al­ler­dings funk­tio­niert das au­to­ma­ti­sche Spei­chern nur mit Do­ku­men­ten, die in OneD­ri­ve, OneD­ri­ve for Bu­si­ness oder Sha­re­point On­li­ne ab­ge­legt sind. Au­to­Spei­chern un­ter­schei­det sich we­sent­lich von der in Of­fice 2016 in­te­grier­ten Funk­ti­on „Au­to­Wie­der­her­stel­len“. Letz­te­re spei­chert Da­tei­en nicht in Echt­zeit, so dass Än­de­run­gen leicht ver­lo­ren ge­hen kön­nen. Zu­dem funk­tio­niert Au­to­Wie­der­her­stel­len nicht im­mer, zum Bei­spiel wenn Of­fice nach dem Ab­sturz nicht rich­tig ge­öff­net wird oder der Ab­sturz nicht den De­fi­ni­tio­nen von Mi­cro­soft ent­spricht.

Stan­dard­mä­ßig ist au­to­ma­ti­sches Spei­chern in Of­fice 365 ak­ti­viert. Es ist al­ler­dings zu er­war­ten, dass Nut­zer Au­to­Spei­chern de­ak­ti-

vie­ren kön­nen, wenn sie be­fürch­ten, dass Än­de­run­gen ge­spei­chert wer­den, die sie nicht dau­er­haft über­neh­men wol­len. Wenn Au­to­Spei­chern de­ak­ti­viert ist, be­hal­ten An­wen­der die Kon­trol­le dar­über, wel­che Än­de­run­gen sie be­hal­ten wol­len. Sie kön­nen zu frü­he­ren Ver­sio­nen ei­ner Da­tei zu­rück­keh­ren, die­se über­prü­fen so­wie Sei­te an Sei­te mit ei­ner be­ste­hen­den Ver­si­on ver­glei­chen und von ei­ner äl­te­ren Da­tei in ei­ne be­ste­hen­de Da­tei ko­pie­ren und ein­fü­gen.

Ein neu­es Men­üband, mehr Far­ben und Icons und ei­ne ver­bes­ser­te Su­che

Das Men­üband ist seit sei­ner Ein­füh­rung in Of­fice 2007 ei­ne Kon­stan­te in Of­fice. Im Lauf der Jah­re hat es ein paar kleine­re Ve­rän­de­run­gen ge­ge­ben, aber nun wird es wohl zum ers­ten Mal ernst­haft über­ar­bei­tet. Das neue De­sign soll das Men­üband auf­räu­men und ver­ein­fa­chen. In der ak­tu­el­len Ver­si­on bie­tet das Men­üband ei­ne „drei­zei­li­ge An­sicht“: Tab-Na­me oben und dar­un­ter zwei Rei­hen von Sym­bo­len, die ver­schie­de­ne Funk­tio­nen dar­stel­len, und dar­un­ter ei­nen Pfeil, der an­ge­klickt grup­pier­te Ele­men­te wie Schrift­art, Ab­satz und an­de­res an­zeigt. Das neue De­sign wird nur zwei Zei­len ha­ben – Tab-Na­me und ei­ne ein­zel­ne Rei­he von Sym­bo­len.

Der­zeit ist noch un­klar, wie viel von dem ver­ein­fach­ten Men­üband in Of­fice 2019 ein­flie­ßen wird oder wel­che An­wen­dun­gen es ver­wen­den wer­den. In ei­nem Blog­bei­trag von Ju­ni, der die Än­de­rung be­schreibt, sag­te Ja­red Spa­ta­ro, dass die ers­te An­wen­dung, die sie er­hält, die On­li­ne-Ver­si­on von Word sein wer­de, ge­folgt von Out­look für Win­dows. Mi­cro­soft möch­te aber nach ei­ge­ner Aus­sa­ge vor­sich­tig mit die­ser Än­de­rung um­ge­hen.

Der Soft­ware­her­stel­ler plant zu­dem, neue Far­ben und Sym­bo­le in Of­fice ein­zu­füh­ren. Dar­über hin­aus wird an ei­ner neu­en Such­funk­ti­on für Of­fice ge­ar­bei­tet, die ma­schi- nel­les Ler­nen ver­wen­det, um per­so­na­li­sier­te Such­er­geb­nis­se ba­sie­rend auf frü­he­ren Nut­zungs­mus­tern zu lie­fern. Set­zen Nut­zer den Cur­sor in das Such­feld, er­hal­ten sie Emp­feh­lun­gen, wo­nach sie su­chen könn­ten. Wie beim Men­üband wer­den die neu­en Far­ben, Sym­bo­le und die ver­bes­ser­te Su­che ihr De­büt in Of­fice On­li­ne ge­ben und spä­ter in den Of­fice-365-Desk­top-An­wen­dun­gen ein­ge­führt. Aber es ist noch nicht si­cher, ob sie ih­ren Weg in Of­fice 2019 fin­den wer­den.

QuickStar­ter für Po­wer­point

QuickStar­ter ist ein KI-Fea­tu­re, das Po­wer­point auf­pep­pen und An­wen­dern ei­ne Start­hil­fe für ih­re Prä­sen­ta­ti­on ge­ben soll, in­dem es bei der Re­cher­che und der Glie­de­rung hilft. Nut­zer kön­nen das The­ma ih­rer Prä­sen­ta­ti­on ein­ge­ben und dann aus ei­ner Lis­te von Un­ter­the­men aus­wäh­len. Die An­wen­dung schlägt dann ei­nen kom­plet­ten Satz von Fo­li­en vor, ba­sie­rend auf Bing-Su­chen und -Da­ten so­wie In­for­ma­tio­nen aus Wi­ki­pe­dia. Nut­zer kön­nen dann aus­wäh­len – die Fo­lie(n), die sie be­hal­ten möch­ten, so­wie ei­nen Look für ih­re Fo­li­en, ein­schließ­lich ei­nes De­signs mit Hin­ter­grund­gra­fi­ken.

Fa­zit

Noch blei­ben et­li­che Fra­ge­zei­chen, bei­spiels­wei­se was die Ver­sio­nie­rung an­be­langt be­zie­hungs­wei­se wie es mit der Büro-Sui­te wei­ter­geht. Auch aus den Prei­sen ma­chen die Mi­cro­soft-Ver­ant­wort­li­chen noch ein Ge­heim­nis. Klar ist in­des, dass Of­fice 19 nur mit Ver­si­on 10 des ei­ge­nen Be­triebs­sys­tem Win­dows funk­tio­nie­ren wird – au­ßer­dem mit dem Win­dows Ser­ver ab Re­lease 2016 und MacOS. Dar­über hin­aus ver­kürzt Mi­cro­soft sei­ne Sup­port-Zy­klen. Statt den bis­her üb­li­chen zehn Jah­ren wird Of­fice 19 fünf Jah­re of­fi­zi­el­len Main­stream-Sup­port er­hal­ten und da­nach noch zwei wei­te­re­re Jah­re mit „Ex­ten­ded Sup­port“un­ter­stützt.

Für das kom­men­de Of­fice 19, das bis Jah­res­en­de 2018 her­aus­kom­men soll, wer­den ei­ne Rei­he neu­er Fea­tu­res er­war­tet wie bei­spiels­wei­se Trich­ter­dia­gram­me in Ex­cel (li.) so­wie er­wei­ter­te Über­set­zungs­funk­tio­nen in Word (re.)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.