Ef­fi­zi­en­tes RPA: Von 52 auf 2,7 Ar­beits­ta­ge

Computerwoche - - Technik -

Ein Bei­spiel: Ein On­li­ne-Fach­händ­ler ver­gleicht re­gel­mä­ßig die Prei­se sei­ner Ar­ti­kel mit den Prei­sen der iden­ti­schen Ar­ti­kel sei­ner Mit­be­wer­ber auf drei un­ter­schied­li­chen E-Com­mer­ce-Platt­for­men. Die re­cher­chier­ten In­for­ma­tio­nen bil­den die Grund­la­ge für sei­ne Preis­po­li­tik. Re­cher­che und Kal­ku­la­ti­on der op­ti­ma­len Mar­ge sind aber mit ei­nem er­heb­li­chen zeit­li­chen Auf­wand ver­bun­den. Der Ein­satz des Pro­cess Re­cor­ders er­gab, dass der Mit­ar­bei­ter fünf Mi­nu­ten be­nö­tig­te, um den Preis für ei­nen Ar­ti­kel ma­nu­ell auf drei Ver­gleich­spor­ta­len ab­zu­glei­chen. Für den Preis­ab­gleich von 5000 Ar­ti­keln auf drei Ver­gleich­spor­ta­len sum­mier­te sich der Auf­wand auf 52 Ar­beits­ta­ge (bei acht Ar­beits­stun­den). Das be­deu­te­te, dass die Prei­se nur al­le zwei­ein­halb Mo­na­te ak­tua­li­siert wer­den konn­ten. Nach der Au­to­ma­ti­sie­rung des Pro­zes­ses mit­tels RPA ent­nimmt ein Ro­bo­ter dem Sys­tem des On­li­ne-Händ­lers die not­wen­di­gen Ar­ti­kel­da­ten und sucht die Ar­ti­kel mit Hil­fe fest­ge­leg­ter Kri­te­ri­en auf den Por­ta­len. Die In­for­ma­tio­nen über die ge­fun­de­nen Ar­ti­kel wer­den aus­ge­le­sen und ge­spei­chert. Auf Grund­la­ge die­ser Da­ten er­folgt die Be­rech­nung der op­ti­ma­len Mar­ge je­des ein­zel­nen Ar­ti­kels. Ein Blick auf das Dash­board der Pro­cess-Re­porting-Lö­sung of­fen­bar­te, dass der Ro­bo­ter die Ar­beit, für die der Mit­ar­bei­ter noch fünf Mi­nu­ten be­nö­tig­te, in 16 Se­kun­den er­le­digt. Für den Preis­ab­gleich von 5000 Ar­ti­keln braucht der Ro­bo­ter jetzt ge­ra­de ein­mal 22 St­un­den (2,7 Ar­beits­ta­ge). Das ent­spricht ei­ner Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung von 95 Pro­zent. Und da der Ro­bo­ter rund um die Uhr ar­bei­tet, kann der On­li­ne-Händ­ler sei­ne Pro­duk­te täg­lich zu den best­mög­li­chen Prei­sen an­bie­ten. Mit die­sen In­for­ma­tio­nen und den Per­so­nal­kos­ten des be­tref­fen­den Mit­ar­bei­ters kann der On­li­ne-Händ­ler jetzt se­riö­se Aus­sa­gen über Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung und Kos­ten­ein­spa­run­gen tref­fen. Wie das Bei­spiel zeigt, lö­sen pro­fes­sio­nel­les Pro­cess Mi­ning und Pro­cess Re­porting den Ne­bel auf, in dem vie­le Un­ter­neh­men sto­chern, wenn es um kon­kre­te Zah­len rund um Au­to­ma­ti­sie­rung von Ge­schäfts­pro­zes­sen durch RPA geht. In der Öf­fent­lich­keit wird im­mer der Ein­druck er­weckt, dass je­des RPA-Pro­jekt ein Er­folg ist. Das ist lei­der nicht der Fall. Die Zahl der ge­schei­ter­ten Pro­jek­te ist grö­ßer, als vie­le glau­ben, weil we­sent­li­che In­for­ma­tio­nen für die Beur­tei­lung der Er­folgs­aus­sich­ten ge­fehlt ha­ben.

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