IBM will KI-ba­sier­te Ent­schei­dun­gen für je­der­mann nach­voll­zieh­bar ma­chen

Computerwoche - - Technik -

Mit­hil­fe ei­ner Cloud-ba­sier­ten Soft­ware ver­spricht IBM, Ver­zer­run­gen in KI-Mo­del­len auf­de­cken zu kön­nen. Da­mit soll die Black Box Künst­li­che In­tel­li­genz ge­öff­net und An­wen­dern mehr Trans­pa­renz er­mög­licht wer­den.

IBM hat ei­ne Tech­no­lo­gie vor­ge­stellt, die Trans­pa­renz in den Be­reich der Künst­li­chen In­tel­li­genz (KI) brin­gen soll. Die Soft­ware, die in der IBM-Cloud läuft, soll au­to­ma­tisch er­ken­nen, auf wel­cher Ba­sis ei­ne KI-Lö­sung Ent­schei­dun­gen trifft be­zie­hungs­wei­se den An­wen­dern Vor­schlä­ge un­ter­brei­tet. Über ei­ne Ana­ly­se die­ser Pa­ra­me­ter las­se sich ein­schät­zen, wie zu­ver­läs­sig und ge­nau ei­ne KI-Lö­sung funk­tio­nie­re und mit wel­chen Un­schär­fen und Feh­ler­to­le­ran­zen die An­wen­der zu rech­nen hät­ten. Die Soft­ware soll nicht nur in der her­stell­er­ei­ge­nen KIPlatt­form Wat­son für mehr Durch­blick sor­gen, son­dern auch an­de­re Frame­works für ma­schi­nel­les Ler­nen und KI-Um­ge­bun­gen wie Ten­sor­flow von Goog­le, Spar­kML, AWS Sa­geMa­ker und Mi­cro­softs Azu­reML un­ter­su­chen kön­nen.

Wie das IBM In­sti­tu­te for Bu­si­ness Va­lue her­aus­ge­fun­den hat, wol­len 82 Pro­zent al­ler be­frag­ten Un­ter­neh­men KI-Lö­sun­gen ein­füh­ren. Rund sechs von zehn Be­trie­ben be­fürch­ten aber Pro­ble­me mit der Ver­läss­lich­keit der Tech­nik, oder sie ver­fü­gen nicht über das not­wen­di­ge Know-how, um KI si­cher und zu­ver­läs­sig zu be­trei­ben. An die­ser Stel­le soll die neue IBM-Soft­ware an­set­zen. An­wen­der könn­ten da­mit die KI-Ent­schei­dungs­grund­la­gen über­wa­chen, hieß es. Mög­li­che Ver­zer­run­gen oder nicht aus­ba­lan­cier­te Er­geb­nis­se lie­ßen sich so von vorn­her­ein ver­mei­den.

Die Soft­ware emp­feh­le ge­ge­be­nen­falls au­to­ma­tisch, ei­nem Al­go­rith­mus mehr Da­ten hin­zu­zu­fü­gen oder die Pa­ra­me­ter des KI-Mo­dells an­zu­pas­sen. „Wie schlau Al­go­rith­men sind, rich­tet sich da­nach, auf wel­chem KI-Mo­dell sie auf­bau­en und über wie vie­le und wel­che Da­ten sie ver­fü­gen“, er­läu­tert Wolf­gang Hil­des­heim, Be­reichs­lei­ter für Wat­son and AI von IBM Co­gni­ti­ve So­lu­ti­ons in der DACH-Re­gi­on. So kön­ne die neue Lö­sung er­ken­nen, wie gut ein Mo­dell trai­niert ist. Der Ma­na­ger führt als Bei­spiel ein KI-Re­gel­werk zur Kre­dit­ver­ga­be in Fi­nanz­in­sti­tu­ten an. Ein ge­schlech­ter­spe­zi­fi­scher Ver­gleich füh­re hier wahr­schein­lich nicht wei­ter. Da­ge­gen kön­ne der Pa­ra­me­ter „Min­dest­al­ter“durch­aus da­bei hel­fen, das Ri­si­ko ei­ner Kre­dit­ver­ga­be bes­ser ein­zu­schät­zen – näm­lich ei­nen Kre­dit nur an voll­jäh­ri­ge Per­so­nen zu ver­ge­ben.

Die IBM-Lö­sung hel­fe den An­wen­dern da­bei, ge­eig­ne­te Mess­grö­ßen für KI-Lö­sun­gen zu fin­den. Da­mit zie­le IBM in zwei Rich­tun­gen, er­läu­tert Hil­des­heim. Zum ei­nen wol­le man Un­ter­neh­men bei der Ent­wick­lung ei­ge­ner KI-Mo­del­le un­ter­stüt­zen, in­dem An­wen­der lau­fend über­prü­fen könn­ten, wie gut die Al­go­rith­men be­reits funk­tio­nier­ten. Zum an­de­ren könn­ten Be­trie­be ih­re be­reits exis­tie­ren­den KI-Mo­del­le auf den Prüf­stand stel­len und ana­ly­sie­ren, wie gut und ver­läss­lich die­se ar­bei­ten. Letzt­lich dreht sich in der KI laut Hil­des­heim al­les um die ei­ne Fra­ge: „Kann ich der Sa­che trau­en?“

Die IBM-Soft­ware zeigt dem Her­stel­ler zu­fol­ge al­le Fak­to­ren auf, die Ent­schei­dun­gen ei­nes KI-Mo­dells in die ei­ne oder an­de­re Rich­tung be­ein­flusst ha­ben und wie ver­trau­ens­wür­dig der Vor­schlag ist. Die Da­ten­grund­la­gen so­wie die Her­kunft des je­wei­li­gen KI-Mo­dells wür­den auf­ge­zeich­net. Die­se Nach­voll­zieh­bar­keit hel­fe den Un­ter­neh­men auch, Com­p­li­an­ce-Richt­li­ni­en wie GDPR ein­zu­hal­ten. IBM stellt An­wen­dern zu­dem ei­ne ein­fa­che Nut­zung des Tools in Aus­sicht. Auch Mit­ar­bei­ter oh­ne ITKennt­nis­se könn­ten mit­hil­fe von vi­su­el­len Dash­boards er­ken­nen, wie KI-Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wür­den. Das ver­hin­de­re Ab­hän­gig­kei­ten und schaf­fe mehr Ver­trau­en.

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