Mi­cro­soft baut Azu­re aus und grün­det die Open Da­ta Initia­ti­ve

Um den Um­gang mit Un­ter­neh­mens­da­ten zu ver­ein­fa­chen, hat Mi­cro­soft auf sei­ner Ent­wick­ler­kon­fer­nez Igni­te ei­ne Rei­he neu­er Cloud-Ser­vices vor­ge­stellt und ei­ne Initia­ti­ve mit Ado­be und SAP ge­star­tet.

Computerwoche - - Technik - Von Bern­hard Ha­luschak, Re­dak­teur

In sei­ner Er­öff­nungs-Keyno­te zur Ent­wick­ler­kon­fe­renz Igni­te 2018 in Or­lan­do, Flo­ri­da, un­ter­strich Mi­cro­soft-Chef Sa­tya Na­del­la, wie stark die Di­gi­ta­li­sie­rung und das ab­seh­ba­re Plus an Re­chen­leis­tung vie­le Bran­chen ver­än­dern wür­den. „Die­se Com­pu­tin­gLeis­tung kann und wird da­zu ver­wen­det wer­den, um neue KI-ba­sier­te Bu­si­ness-Pro­zes­se der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on zu ge­ne­rie­ren“, pro­gnos­ti­zier­te der CEO. Ent­spre­chend stan­den auf der Igni­te 2018 neue Mi­cro­soft-Pro­duk­te und Ser­vices rund um Azu­re, IoT, Edge Com­pu­ting KI, Mi­cro­soft 365 und Se­cu­ri­ty im Ram­pen­licht.

Da­bei dreht sich fast al­les bei Mi­cro­soft um die ei­ge­ne Cloud-Platt­form Azu­re. So kün­dig­te der Kon­zern die of­fi­zi­el­le Ver­füg­bar­keit von Azu­re IoT Cen­tral an. Da­bei han­delt es sich um ei­ne SaaS-Lö­sung für das In­ter­net of Things (IoT), Der Di­enst soll An­wen­dern da­bei hel­fen, un­ter­schied­li­che IoT-Sys­te­me zu ver­net­zen, zu über­wa­chen und zu ver­wal­ten. So lie­ßen sich IoT­ba­sier­te Pro­duk­te schnel­ler auf den Markt brin­gen, ver­spre­chen die Mi­cro­soft-Ver­ant­wort­li­chen. Tief grei­fen­des IoT-Know-how sei da­für nicht not­wen­dig. Ein wei­te­rer neu­er IoTSer­vice ist Azu­re Di­gi­tal Twins. Da­mit sol­len sich Fer­ti­gungs­pro­zes­se di­gi­tal ab­bil­den las­sen, um sie dann auf mög­li­che Pro­duk­ti­vi­täts­und Op­ti­mie­rungs­po­ten­zia­le hin zu un­ter­su­chen. Zu den ers­ten Nut­zern der Pu­blic Pre­view ge­hört Thys­sen­krupp Ele­va­tor. Das Un­ter­neh­men setzt den di­gi­ta­len Zwil­ling für ein vir­tu­el­les Mo­dell sei­nes Test­turms in Rott­weil ein. So las­se sich der Turm ef­fi­zi­en­ter war­ten und für die Be­su­cher und Ent­wick­lungs­in­ge­nieu­re stän­dig op­ti­mie­ren, hieß es.

Um Da­ten schnell nach Azu­re zu mi­grie­ren, of­fe­riert Mi­cro­soft die Azu­re Da­ta Box und Azu­re Da­ta Box Edge. Die Of­f­line-Ge­rä­te sei­en da­mit in der La­ge, erst ein­mal Da­ten zu sam­meln, wenn auf­grund ei­ner ho­hen Aus­las­tung kein Netz­werk nutz­bar ist, um die­se dann bei frei­en

Netz­werk-Res­sour­cen von oder nach Azu­re zu trans­fe­rie­ren. Die Da­ta Box bie­tet ei­ne Ka­pa­zi­tät von 100 Te­ra­byte und ver­wen­det NASStan­dard­pro­to­kol­le so­wie gän­gi­ge Ko­pier­tools. Es ver­fügt über AES-256-Bit-Ver­schlüs­se­lung für ei­ne si­che­re­re Da­ten­über­tra­gung. Bei der Da­ta Box Edge han­delt es sich um ei­ne Netz­werk-Ap­p­li­an­ce, die lo­ka­le Da­ten mit­tels KI­fä­hi­ger Edge-Com­pu­ting-Funk­tio­nen ana­ly­siert, ver­ar­bei­tet und trans­for­miert, be­vor sie in die Cloud hoch­ge­la­den wer­den.

Mehr Si­cher­heit für die Azu­re-Cloud

Neu­es gab es auch rund um die IoT-Si­cher­heits­lö­sung Azu­re Sphe­re: Ab so­fort ist das da­zu­ge­hö­ren­de De­ve­l­oper Kit er­hält­lich, mit dem sich Smart-Ho­me- und In­dus­trie-4.0-Sys­te­me rea­li­sie­ren las­sen sol­len, die di­rekt mit dem In­ter­net ver­bun­den sind. Herz­stück die­ser Ge­rä­te ist ei­ne Mi­cro Con­trol­ler Unit (MCU) von Me­di­aTek mit ent­spre­chen­der Re­chen- und Spei­cher­ka­pa­zi­tät so­wie Azu­re Sphe­re OS. Das Sys­tem bie­tet mehr­stu­fi­ge Si­cher­heits­funk­tio­nen in­klu­si­ve dem Cloud-Di­enst Azu­re Sphe­re Se­cu­ri­ty Ser­vice für die si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Ge­rä­ten und der Cloud.

Mit neu­en Si­cher­heits­lö­sun­gen will Mi­cro­soft sei­nen Nut­zern mög­lichst si­che­re IoT- und Cloud-An­wen­dun­gen bie­ten. Da­zu zählt das erst­mals in ei­ner Pre­view ge­zeig­te Azu­re Con­fi­den­ti­al Com­pu­ting. Da­mit sol­len sich ver­schlüs­sel­te Da­ten in Pu­blic-Cloud-Di­ens­ten ver­ar­bei­ten las­sen. Für die An­mel­dung im Azu­re AD und die da­mit ver­bun­de­ne Nut­zung von Cloud-An­wen­dun­gen hat Mi­cro­soft die Au­then­ti­ca­tor App ent­wi­ckelt. Die­se soll das Pass­wort durch ei­ne Mul­ti-Fak­tor-An­mel­dung über das Smart­pho­ne er­set­zen. Die Soft­ware kom­bi­niert da­bei An­mel­de­me­tho­den wie Fin­ger­ab­druck, Ge­sicht oder PIN, um die Frei­ga­be für den Zu­gang zum ent­spre­chen­den Sys­tem zu au­to­ri­sie­ren.

Um die Si­cher­heit von Sys­te­men zu ver­an­schau­li­chen, of­fe­riert der Kon­zern mit Mi­cro­soft Se­cu­re Sco­re zu­dem ei­nen Be­wer­tungs­re­port, der den Si­cher­heits­sta­tus ei­nes Un­ter­neh­mens be­ur­teilt und Ver­bes­se­run­gen emp­fiehlt. Fer­ner wur­de auf der Igni­te Mi­cro­soft Th­re­at Pro­tec­tion an­ge­kün­digt. Da­bei han­delt es sich um ei­ne End-to-End-Lö­sung, die Cy­ber-Be­dro­hun­gen auf­de­cken und eli­mi­nie­ren soll. Der Ser­vice nutzt un­ter an­de­rem Künst­li­che In­tel­li­genz, um Atta­cken schnel­ler zu er­ken­nen.

Mit dem Win­dows Vir­tu­al Desk­top steigt Mi­cro­soft in die Welt der vir­tu­el­len Of­fice­Rech­ner ein. Die­ser in Azu­re in­te­grier­te Clou­dDi­enst ar­bei­tet auf Ba­sis von Re­mo­te Desk­top Mo­dern In­fra­struc­tu­re (RD­mi). So sol­len sich un­ter an­de­rem Mehr­be­nut­zer-Ses­si­ons mit Win­dows 10 auf­bau­en las­sen. Zu­dem ver­spricht Mi­cro­soft, dass Win­dows 7 in die­ser Um­ge­bung mit kos­ten­lo­sen Ex­ten­ded Se­cu­ri­ty Up­dates wei­ter­hin ver­füg­bar sein wird. Op­ti­miert ist Win­dows Vir­tu­al Desk­top vor­erst für Of­fice 365 ProPlus – an­de­re Ver­sio­nen sol­len fol­gen. Au­ßer­dem ist Win­dows Vir­tu­al Desk­top als Eco­sys­tem zu se­hen, so dass Part­ner dem Ser­vice je nach Be­darf zu­sätz­li­che in­di­vi­du­el­le Mehr­wer­te zu­lie­fern kön­nen.

Dar­über hin­aus kün­dig­te Mi­cro­soft in Or­lan­do die Ver­füg­bar­keit des SQL Ser­ver 2019 an. Die Cloud-ba­sier­te Da­ten­bank un­ter­stützt Win­dows, Li­nux so­wie Do­cker-Con­tai­ner und lässt sich auch on-pre­mi­se in ei­nem Re­chen­zen­trum be­trei­ben. Der SQL Ser­ver 2019 ver­ein­facht Mi­cro­soft zu­fol­ge die Ver­wal­tung gro­ßer Da­ten­um­ge­bun­gen. Ne­ben Apa­che Spark ist jetzt auch das Ha­doop Dis­tri­bu­ted Fi­le Sys­tem (HDFS) in­te­griert. So lie­ßen sich An­wen­dun­gen, Ana­ly­sen und KI-Jobs über struk­tu­rier­te und un­struk­tu­rier­te Da­ten in ei­nem in­te­grier­ten Clus­ter aus­füh­ren. Da­bei könn­ten An­wen­der auf ver­trau­te SQL-Ab­fra­gen zu­rück­grei­fen oder Spark-Nut­zer Py­thon, R, Sca­la oder Ja­va ein­set­zen.

Da­ne­ben hat Mi­cro­soft zahl­rei­che Up­dates und Er­wei­te­run­gen für SQL an­ge­kün­digt: Azu­re SQL DB Hy­per Sca­le ist ein bis zu 100 TB pro Da­ten­bank ska­lier­ba­rer Ser­vice für un­ter­schied­li­che Wor­kloads. Azu­re Cos­mos DB Mul­ti-Mas­ter soll das Er­stel­len kri­ti­scher, un­ter­neh­mens­über­grei­fen­der An­wen­dun­gen er­leich­tern. Der Azu­re Da­ta Ex­plo­rer ana­ly­siert in Echt­zeit gro­ße Da­ten­sät­ze nach Mus­tern und Ano­ma­li­en.

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