LG G6

Das neue G6 soll LG bei der Smart­pho­ne-Ge­mein­de wie­der in den Fo­kus rü­cken. Da­für ha­ben die Ko­rea­ner ih­rem Top­mo­dell span­nen­de Fea­tu­res mit auf den Weg ge­ben. Ob dies am En­de reicht, um in die Pha­lanx aus Samsung und Hua­wei ein­zu­bre­chen, muss der Test zei

connect - - INHALT -

Mit ei­nem Traum-Dis­play und star­ker Ka­me­ra geht das G6 an den Start. Springt es im Test weit nach vor­ne?

Es sind kei­ne ein­fa­chen Zei­ten für LG. App­le, Samsung und Hua­wei do­mi­nie­ren ak­tu­ell den Markt. Und bis vor Kur­zem noch un­be­kann­te Her­stel­ler, vor­nehm­lich aus Chi­na, ho­len in gro­ßen Schrit­ten auf und wol­len eben­falls et­was vom Smart­pho­neKu­chen ab­ha­ben. Ähn­lich schwer wiegt bei LG aber auch die Hy­po­thek, dass das letzt­jäh­ri­ge Top­mo­dell G5 (Test in con­nect 6/2016) mit sei­nem Mo­dul­kon­zept von den Nut­zern nicht wirk­lich an­ge­nom­men wur­de.

Neue Ide­en müs­sen al­so her. Und so setzt das G6 auf ein Dis­play im un­ge­wöhn­li­chen 18:9-For­mat und ei­ne Du­al-Ka­me­ra – und folgt da­mit Samsungs S8-Mo­del­len und Hua­weis P-Rie­ge. Bei der Prä­sen­ta­ti­on auf dem dies­jäh­ri­gen MWC in Bar­ce­lo­na wuss­te der New­co­mer durch­aus zu über­zeu­gen. Ob das G6 tat­säch­lich den Tur­naround schaf­fen kann, klärt der aus­führ­li­che La­b­or­test.

Von Haus aus teu­er

Bei der Preis­emp­feh­lung stei­gen die Ko­rea­ner je­den­falls äu­ßerst selbst­be­wusst ein: 749 Eu­ro ste­hen beim G6 auf der Uhr – deut­lich mehr als bei Hua­weis P10 (599 Eu­ro) und nur 50 Eu­ro we­ni­ger als bei Samsungs Ga­la­xy S8. Doch ha­ben wol­len und be­kom­men sind be­kannt­lich zwei Paar Stie­fel: Be­reits zum Markt­start war die UVP Ma­ku­la­tur, ak­tu­ell ist das G6 im On­line­han­del für rund 600 Eu­ro zu be­kom­men.

Mit sei­nem ele­gan­ten Look muss sich das G6 je­den­falls nicht vor den Mit­be­wer­bern ver­ste­cken. Auch hap­tisch kann es mit sei­nem mas­si­ven und leicht zum Nut­zer hin an­ge­win­kel­ten Me­tall­rah­men so­wie krat­z­er­re­sis­ten­tem Go­ril­laGlas auf Vor­der- und Rück­sei­te auf gan­zer Li­nie über­zeu­gen. Das Glas auf der Rück­sei­te ist zu­dem sanft ab­ge­run­det, so liegt das G6 aus­ge­zeich­net in der Hand. Mit 161 Gramm ist es zwar kein Leicht­ge­wicht, dank recht kom­pak­ten Ab­mes­sun­gen passt es aber im­mer noch in die Ho­sen­ta­sche.

Die Ein/Aus-Tas­te ist im obe­ren Be­reich der Rück­sei­te an­ge­ord­net und be­her­bergt auch den Fin­ger­print­sen­sor, der da­mit er­go­no­misch güns­tig plat­ziert ist und im Test sei­nen Di­enst zu­ver­läs­sig ver­rich­te­te. Prak­tisch: Mit ei­nem zwei­fa­chen Klop­fen auf den Touch­screen lässt sich das G6 zum schnel­len Check der Nach­rich­ten­la­ge aus dem Stand­by auf­we­cken, oh­ne dass man es in die Hand neh­men muss.

Eben­falls top ist die ma­kel­lo­se und per­fek­te Ver­ar­bei­tung. Den­noch gibt es ein är­ger­li­ches Man­ko: Das schwar­ze Test­ge­rät war auf der Rück­sei­te be­reits nach we­ni­gen Se­kun­den mit un­schö­nen Fin­ger­ab­drü­cken über­sät. Hier hat LG wohl an der An­ti-Fin­ger­prin­tBe­schich­tung der Glas­flä­che ge­spart. Auf der Front war die­ser Ef­fekt zum Glück nicht ganz so aus­ge­prägt.

Neh­mer­qua­li­tä­ten im All­tag

Die­se Schar­te kann LG aber mit be­son­de­ren Ei­gen­schaf­ten des Ge­häu­ses wie­der wett­ma­chen. Das G6 ist ge­gen Staub und Was­ser ge­schützt und er­füllt die IP68Norm: Das Smart­pho­ne kann al­so bis zu 30 Mi­nu­ten in ma­xi­mal 1,50 Me­ter tie­fem Was­ser ein­ge­taucht wer­den kann. Wie üb­lich gilt dies aber le­dig­lich für kla­res Süß­was­ser und nicht für Salz­was­ser oder ei­nen Tauch­gang im Spül­be­cken re­spek­ti­ve Ba­de­was­ser.

Das G6 kann aber noch mehr, denn es wur­de ei­nem Fall- und Stoß­test nach dem US-Mi­li­tärStan­dard 810G un­ter­zo­gen und er­reich­te da­bei ein über­durch­schnitt­lich gu­tes Er­geb­nis für ein Smart­pho­ne. Wir hal­ten al­so fest: Das LG ist be­son­ders stoß­be­stän­dig und soll­te auch den ei­nen oder an­de­ren All­tags­remp­ler klag­los über­ste­hen.

Dis­play mit feins­ter Darstel­lung

Ab­so­lu­ter Eye­cat­cher ist ne­ben dem schi­cken Out­fit aber oh­ne

Zwei­fel die in­no­va­ti­ve An­zei­ge im 18:9-For­mat. Be­reits das Ga­la­xy-S8-Duo von Samsung war­te­te mit ähn­li­chen Di­men­sio­nen (18,5:9) auf und glänz­te mit ei­nem gro­ßen Screen bei kom­pak­ten Ab­mes­sun­gen. Dies gilt nun auch für das 5,7 Zoll gro­ße LC-Dis­play des G6. Es löst mit 1440 x 2880 Pi­xeln be­son­ders fein auf, sieht mit sei­nen ab­ge­run­de­ten Ecken sehr mo­dern aus und bie­tet dar­über hin­aus auch ei­ne fan­tas­ti­sche Wie­der­ga­be­qua­li­tät mit tol­len Far­ben und kna­cki­ger Schär­fe.

Als Be­son­der­heit un­ter­stützt das G6 so­gar schon mo­der­ne Stan­dards wie Dol­by Vi­si­on und HDR10, wie sie die Strea­m­in­gGrö­ßen Ama­zon Pri­me Vi­deo und Net­flix zu­künf­tig an­bie­ten wer­den. So ist das G6 auf die neu­es­ten Tech­no­lo­gi­en bes­tens vor­be­rei­tet.

Doch auch die Ba­sis­da­ten der ex­qui­si­ten LCD-An­zei­ge stim­men, denn die Strahl­kraft ist mit 482 cd/m2 sehr gut und auch das Kon­trast­ver­hal­ten in un­ter­schied­lich hel­len Um­ge­bun­gen kann sich se­hen las­sen.

Ab­ge­speck­te Aus­stat­tung

Auch die Con­nec­tivi­ty-Aus­stat­tung ist mit LTE Cat. 11, HSPA+, NFC und ac-WLAN auf der Hö­he der Zeit. Das gilt lei­der nicht für den Qual­comm-Pro­zes­sor Snap­dra­gon 821, der zwar bei der Per­for­mance mit den CPUs von Samsung und Hua­wei mit­hal­ten kann, in punc­to Ener­gie­ma­nage­ment je­doch et­was hin­ter­her­hinkt. Der Ar­beits­spei­cher steht mit 4 GB gut im Fut­ter, der er­wei­ter­ba­re Nut­zer­spei­cher nicht: 32 GB, da­von le­dig­lich 21,9 GB frei ver­füg­bar – das ist für ein Top-Smart­pho­ne zu we­nig. Die Ver­sio­nen für an­de­re Län­der bie­ten teils 64 GB, zu­dem ei­nen spe­zi­el­len Di­gi­talA­na­log-Wand­ler für gu­ten Sound, und un­ter­stüt­zen das draht­lo­se La­den – die in Deutsch­land ver­kauf­te Va­ri­an­te des G6 kann mit nichts da­von auf­war­ten. Die­se Po­li­tik ver­ste­he, wer will.

Tol­le Be­nut­zer­ober­flä­che

Über­zeu­gen kann die haus­ei­ge­ne Be­nut­zer­ober­flä­che UX, die über dem ak­tu­el­len An­dro­id 7.0 liegt

und ei­nen mo­der­nen und fri­schen Look zeigt. Ob die Ober­flä­che mit oder oh­ne App-Me­nü dar­ge­stellt wird, kann der Käu­fer ein­stel­len. Wer mag, kann auch ei­ne ver­ein­fach­te Darstel­lung mit gro­ßen Icons und Schrif­ten aus­wäh­len. Die An­dro­id-Soft­keys las­sen sich zu­dem in Far­be und An­ord­nung an­pas­sen. Der Goog­le As­sis­tant, die neue lern­fä­hi­ge Sprach­steue­rung, ist eben­falls an Bord.

Mit Mul­ti Win­dow und Q Sli­de be­herrscht das G6 zu­dem zwei Mul­ti­tas­king-Va­ri­an­ten, bei de­nen zwei oder auch meh­re­re Apps par­al­lel auf dem XXL-Bild­schirm ge­nutzt wer­den kön­nen. Wei­te­re Goo­dies sind die Kom­fort­an­sicht, die dank Blau­fil­ter ein er­mü­dungs­är­me­res Le­sen er­mög­licht, die prak­ti­sche No­tiz­funk­ti­on QuickMe­mo+, das in­te­grier­te UKWRa­dio, der Fit­ness­tra­cker LG He­alth so­wie der HD-Au­dio­re­kor­der, der um­fang­rei­che Ein­stell­mög­lich­kei­ten bie­tet.

Nur Durch­schnitt im La­bor

LG un­ter­zieht sei­ne Strom­spei­cher bei der Fer­ti­gung ei­ner stren­gen Qua­li­täts­kon­trol­le. Da­bei wer­den die Ak­kus weit stär­ker be­las­tet als vor­ge­schrie­ben. Das ist vor­bild­lich und ver­dient Lob.

Hin­gu­cker Das LG G6 ist ge­gen Was­ser, Staub so­wie Stö­ße be­son­ders gut ge­schützt und in den Farb­kom­bi­na­tio­nen Weiß/Ro­sé, Schwarz/An­thra­zit und Grau/ Sil­ber er­hält­lich.

Für je­de zu­sätz­lich auf dem G6 in­stal­lier­te App kann man ent­schei­den, in wel­chem Dis­play­for­mat sie

an­ge­zeigt wer­den soll.

Mit dem „Smart Doc­tor“lässt sich

das Smart­pho­ne war­ten: Man kann den Ar­beits­spei­cher be­rei­ni­gen

oder ein­zel­ne Hard­ware-Ele­men­te auf ih­re Funk­ti­on tes­ten. Smar­te Sa­che Der Ho­me­screen bie­tet ei­ne Smart-Bul­le­tinEbe­ne, auf der man ei­nen schnel­len Über­blick über Trai­nings­da­ten, an­ste­hen­de Ter­mi­ne oder den Mu­sik­play­er er­hält.

Über „Smart Set­tings“las­sen sich

stand­ort- oder funk­ti­ons­ab­hän­gi­ge Con­nec­tivi­ty­Ein­stel­lun­gen und App-Starts

fest­le­gen. Aus dem Stand­by

her­aus kann man die Ka­me­ra und die No­tiz­funk­ti­on „Cap­tu­re+“schnell über ei­nen

dop­pel­ten Druck auf die Laut­stär­ket­as­ten star­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.