Mehr Ak­ku­lauf­zeit

War­um mo­der­ne Pro­zes­so­ren we­ni­ger Strom ver­brau­chen – und wie Sie die Aus­dau­er Ih­res Mo­bil­rech­ners stei­gern kön­nen

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Frü­her war al­les bes­ser“– ein Spruch, der meis­tens da­ne­ben liegt, in der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie oh­ne­hin. In ei­nem Fall stimmt er al­ler­dings – zu­min­dest teil­wei­se: Die Ak­kus von Note­books wa­ren zwar noch nie so kom­pakt, leicht und leis­tungs­fä­hig wie heu­te, aber noch vor ein paar Jah­ren konn­te man sie bei den al­ler­meis­ten Ge­rä­ten ein­fach aus­tau­schen und zu­dem per Zwei­tak­ku die Lauf­zeit ver­dop­peln. Es gibt zwar im­mer noch löb­li­che Aus­nah­men wie Fu­jit­sus Bu­si­ness-Note­book-Se­rie Li­fe­book 7x7 – das Gros mo­der­ner Ul­tra­books und 2-in-1-Ge­rä­te hat aber fest ver­bau­te Ak­kus, die sich nur mit gro­ßem Auf­wand oder gar nicht wech­seln las­sen. Von da­her ist es um­so wich­ti­ger, beim Kauf und spä­ter im Be­trieb auf den Ener­gie­spei­cher zu ach­ten – schließ­lich muss er in den meis­ten Fäl­len ge­nau­so lan­ge durch­hal­ten wie das Ge­rät selbst.

mAh oder Wh?

Was den Ak­ku selbst be­trifft, ist die Ka­pa­zi­tät das wich­tigs­te Kri­te­ri­um. Bei den meis­ten Mo­bil­rech­nern wird die­se nicht in Mil­li­am­pe­re­stun­den (mAh) an­ge­ge­ben, son­dern in Watt­stun­den (Wh). Ist die Span­nung des Ak­kus in Volt (V) be­kannt, las­sen sich die Ein­hei­ten über die For­meln Wh = mAh xV / 1000 be­zie­hungs­wei­se mAh = Wh / V x 1000 um­rech­nen – das er­leich­tert den Ver­gleich. Für die Aus­dau­er eben­so wich­tig wie die Qua­li­tät des Ak­kus selbst sind ei­ni­ge ver­brauchs­re­le­van­te Kom­po­nen­ten, zum Bei­spiel der Mas­sen­spei­cher. SSDs brau­chen we­sent­lich we­ni­ger Strom als her­kömm­li­che ma­gne­ti­sche Fest­plat­ten (HDD). Den größ­ten Ener­gie­hun­ger ent­fal­tet je­doch meist das Dis­play. Hier kommt es ne­ben der Hel­lig­keit vor al­lem auf die Auf­lö­sung an. Des­halb stellt sich beim Kauf un­ter an­de­rem die Fra­ge, ob ein 13-Zoll-Bild­schirm tat­säch­lich 4Kfä­hig sein muss oder ob Full-HD nicht auch reicht – da­mit las­sen sich Geld­bör­se und Ak­ku glei­cher­ma­ßen scho­nen.

Die drit­te Kom­po­nen­te, die den Strom­ver­brauch maß­geb­lich be­ein­flusst, ist der Pro­zes­sor. Die meis­ten hö­her­wer­ti­gen Ul­tra­books und 2-in-1-Ge­rä­te ver­wen­den In­tels Co­re-Pro­zes­so­ren. Hier ist zu un­ter­schei­den zwi­schen der klas­si­schen Co­re-i-Bau­rei­he mit ak­ti­ver Küh­lung und den be­son­ders spar­sa­men, lüf­ter­lo­sen Co­re-m-Pro­duk­ten – in der ak­tu­el­len Ge­ne­ra­ti­on wur­den die m5- und m7-Mo­del­le zwar in i5 und i7 um­be­nannt, sie blei­ben aber am „Y“im Pro­dukt­na­men er­kenn­bar (Bei­spiel: Co­re i5-7Y54 ist der Nach­fol­ger des Co­re m5-6Y54).

Mehr Ener­gie­ef­fi­zi­enz

In zahl­rei­chen Tests konn­ten wir fest­stel­len, dass die neue­ren Ge­rä­te, die mit CPUs der sieb­ten Ge­ne­ra­ti­on (Ka­by La­ke) aus­ge­rüs­tet sind, in al­ler Re­gel spür­bar län­ger oh­ne Steck­do­se aus­kom­men als die Vor­gän­ger­mo­del­le (Sky­la­ke), un­ab­hän­gig von der Leis­tungs­klas­se des je­wei­li­gen Pro­zes­sors. Des­halb ha­ben wir beim Her­stel­ler nach­ge­fragt, woran das liegt.

„Wir ha­ben neue Maß­stä­be in punc­to Ener­gie­ef­fi­zi­enz ge­schaf­fen“, er­klärt Frank Kuy­pers, Tech­ni­scher Ac­count Ma­na­ger EMEA bei In­tel. Er­reicht wur­de das un­ter an­de­rem mit­hil­fe neu­er Vi­de­o­be­schleu­ni­gungs-Fea­tu­res in Ka­by­La­ke-Pro­zes­so­ren. Denn hoch­mo­der­ne Vi­deo­co­decs wie HEVC mit 10bit-Farb­tie­fe und VP9 wer­den fast voll­stän­dig auf der Hard­ware-Ebe­ne ver­ar­bei­tet, wo­durch sich die Ak­ku­lauf­zeit im Ver­gleich zu vor­he­ri­gen CPU-Ge­ne­ra­tio­nen um den Fak­tor drei er­höht.

Ein wei­te­rer Aspekt: Co­re-Pro­zes­so­ren der sieb­ten Ge­ne­ra­ti­on ent­schei­den ei­gen­stän­dig über den ak­tu­ell zu ver­wen­den­den Strom­spar­mo­dus, den so­ge­nann­ten Hard­ware P-Sta­te. Frü­he­re Mo­del­le konn­ten nur „auf Zu­ruf“des Be­triebs­sys­tems in ei­nen nied­ri­ge­ren Strom­zu­stand wech­seln. Un­ter­stützt von den ak­tu­el­len Win­dows- und Li­nux-Ver­sio­nen kann die neu­es­te Chip-Se­rie dif­fe­ren­zier­ter den je­weils pas­sen­den Strom­spar­mo­dus wäh­len. „Bei Ver­wen­dung der Win­dows-Funk­ti­on ‚Mo­dern Stand­by‘ ha­ben wir die durch­schnitt­li­che Sys­tem­lauf­zeit na­he­zu ver­dop­pelt, so­dass ak­tu­el­le Ge­rä­te et­wa fünf Ta­ge län­ger in die­sem Mo­dus ver­blei­ben kön­nen“, er­läu­tert Kuy­pers. Dar­über hin­aus bil­den In­tels Smart-Sound-Tech­no­lo­gie, die in im­mer mehr End­ge­rä­ten zum Ein­satz kommt, wich­ti­ge Funk­tio­nen der Au­dio Co­decs hard­ware­sei­tig ab, was zu ei­ner Lauf­zeit­er­hö­hung von rund ei­ner St­un­de führt.

Und schließ­lich tra­gen auch die Hard­ware-Her­stel­ler da­zu bei, den Strom­be­darf ih­rer Ge­rä­te im­mer wei­ter zu sen­ken und die Halt­bar­keit der Ener­gie­spei­cher zu ver­län­gern – bei­spiels­wei­se durch aus­ge­klü­gel­te Kühl­tech­no­lo­gi­en und Wär­me ab­sor­bie­ren­de Ma­te­ria­li­en, mit de­ren Hil­fe die Lüf­ter­tä­tig­keit re­du­ziert oder so­gar kom­plett über­flüs­sig wird. Da­von pro­fi­tiert dann nicht nur der Ak­ku, son­dern auch der An­wen­der.

Wie kann man den Strom­ver­brauch sen­ken und die Ak­ku­al­te­rung re­du­zie­ren? Das rät Diet­mar Poet­ting, Cust­o­m­er Ser­vice Ma­na­ger DE/AT & Con­tact Cen­ter Ma­na­ger DACH

bei Acer.

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