So­ny Xpe­ria XZ2 Pre­mi­um

Der Na­mens­zu­satz und erst recht der Preis schrau­ben beim So­ny Xpe­ria XZ2 Pre­mi­um die Er­war­tun­gen hoch. Wo kann das mäch­ti­ge Flagg­schiff mit­hal­ten, wo muss es die Se­gel strei­chen?

connect - - INHALT - JOA­CHIM BLEY

Der Na­mens­zu­satz schraubt beim Xpe­ria XZ2 Pre­mi­um die Er­war­tun­gen hoch. Wo kann das mäch­ti­ge Flagg­schiff mit­hal­ten, wo muss es die Se­gel strei­chen?

Mit dem XZ2 (Test in con­nect 5/18) und dem XZ3 (Test in con­nect 11/18) hat So­ny der­zeit be­reits zwei hoch­prei­si­ge Smart­pho­nes am Start, was die Mess­lat­te für die hier ge­tes­te­te Pre­mi­um-Va­ri­an­te des XZ2 hoch legt. Im­mer­hin ru­fen die Ja­pa­ner stol­ze 899 Eu­ro (UVP) auf. Für lu­xu­riö­sen Mehr­wert steht ein ex­zel­len­tes 4K-HDR-Dis­play. Des­sen Vor­teil: Es kann High-End-Vi­deo­st­reams von Ama­zon Pri­me Vi­deo, Net­flix und Youtube in vol­ler Pracht ab­bil­den. In­ner­halb der Xpe­ria-Fa­mi­lie gilt zu­dem die Pre­mie­re ei­ner Du­al-Ka­me­ra als ex­klu­si­ve Be­son­der­heit.

Das von ei­nem Me­tall­rah­men ge­säum­te 3-D-Glas­ge­häu­se ist ei­ne Wucht: 236 Gramm und knapp zwölf Mil­li­me­ter Di­cke wie­gen im Hand­ling schwer, kön­nen mit gu­tem Wil­len auch als kla­res Be­kennt­nis zu klas­si­scher So­li­di­tät durch­ge­hen.

Qua­li­tät ist Trumpf

Die ma­kel­lo­se Ver­ar­bei­tung kommt – wie bei der XZ-Rei­he er­war­tet – der Per­fek­ti­on sehr na­he. Zu se­hen gibt es auch auf der Rück­sei­te ei­ne Men­ge: In der glat­ten, mar­kant ge­wölb­ten Ober­flä­che spie­gelt sich das je­wei­li­ge Am­bi­en­te wi­der. IP65/ 68-Zer­ti­fi­zie­run­gen und Corning-Go­ril­la-Glas der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on fes­ti­gen das Ver­trau­en in die All­tags­ro­bust­heit und die Wi­der­stands­fä­hig­keit ge­gen­über Ri­si­ko­fak­to­ren wie Feuch­tig­keit, Schmutz oder Krat­zern. Wei­ter­hin zu zen­tral plat­ziert ist der Fin­ger­print­sen­sor. In der „Ken­nen­lern­pha­se“er­tappt man sich häu­fi­ger beim Ver­such, das Pho­ne mit ei­ner ver­se­hent­li­chen Be­rüh­rung der Ka­me­ra­lin­sen zu ent­sper­ren.

Als der Spit­zen­klas­se wür­dig er­weist sich die be­reits er­wähn­te, 14,7 Zen­ti­me­ter gro­ße LCIPS-An­zei­ge mit ho­her Pi­xel­dich­te (760 ppi). Die ge­mes­se­ne Hel­lig­keit be­trägt for­mi­da­ble 792 cd/m2. Klar: Der Dun­kel­kon­trast reicht tech­no­lo­gie­be­dingt nicht an den Wert der OLED-An­zei­ge des XZ3 her­an. Und den Trend, ei­ne mög­lichst gro­ße Flä­che der Vor­der­sei­te ei­nem 18:9-Dis­play zu­zu­schla­gen, igno­rie­ren die Ja­pa­ner. Statt­des­sen hal­ten sie dem tra­di­tio­nel­len 16:9-Sei­ten­ver­hält­nis die Treue.

Üp­pi­ge Leis­tungs­re­ser­ven

Die üb­ri­ge Hard­ware? Al­ler­ers­te Sah­ne. Qual­comms ak­tu­el­ler Top-Sys­tem­chip SDM 845 und 6 GB Ar­beits­spei­cher brach­ten hier in den Bench­mark-Tests durch die Bank Spit­zen­plat­zie­run­gen. Preis­be­zo­gen sind die 64 GB Flash-Spei­cher eher ma­ger; das Dop­pel­te hät­te min­des­tens drin sein müs­sen. Ins­ge­samt ste­hen rund 47 GB zur frei­en Ver­wen­dung be­reit. Wer über den Mi­cro-SD-Hy­brid-Ein­schub wei­te­ren Spei­cher­platz schafft, muss auf ei­ne zwei­te Mo­bil­funk­kar­te ver­zich­ten.

Die Xpe­ria-Ober­flä­che fußt noch auf An­dro­id 8. Der Roll­out der ak­tu­el­len An­dro­id-9-Ver­si­on „Pie“steht für No­vem­ber an. Die vie­len, meist nicht de­instal­lier­ba­ren Zu­satz-Apps sind si­cher nicht je­der­manns Sa­che. Gut: Si­tua­ti­ons­pro­fi­le (Xpe­ria Ac­tions), die sich je nach Ort und Zeit ak­ti­vie­ren, mi­ni­mie­ren den Ein­stel­lungs­auf­wand.

In den Au­dio-Mes­sun­gen kam das XZ2 Pre­mi­um zwar nicht an „Mu­sik­stars“wie das HTC U12+ her­an. Dass der Un­ter­hal­tungs­wert den­noch stimmt, liegt an dem kraft­vol­len Stereo-Laut­spre­cher, um­fas­sen­den Klan­gTu­nin­gop­tio­nen und der Un­ter­stüt­zung hoch­wer­ti­ger Co­decs. Die feh­len­de 3,5-mm-Buch­se

für das mit­ge­lie­fer­te In-Ear-Head­set (So­ny MH-750) lässt sich ver­schmer­zen. Ein USB-C-Klin­ke­n­ad­ap­ter liegt bei.

Zu­sätz­li­cher Kick

Bei Be­darf rei­chert ein mu­sik­sen­si­bler Vi­bra­ti­ons­mo­tor die Au­dio-Wie­der­ga­be mit spür­ba­ren rhyth­mi­schen Schwin­gun­gen an, was „Bass­wum­mern“si­mu­liert. Das dy­na­mi­sche Vi­bra­ti­ons-Sys­tem sorgt zu­dem bei Spie­len wie An­gry Birds Go mit tak­ti­lem Feed­back ähn­lich wie Kon­so­len-Con­trol­ler für mehr Krib­beln.

Ein High­speed-Mo­dem (LTE Cat 18), schnel­les WLAN-ac, Blue­tooth 5.0 und NFC bie­ten al­le Ver­bin­dungs­mög­lich­kei­ten. Te­le­fo­na­te über das 4G-Netz (VoLTE) und WLAN wer­den eben­falls un­ter­stützt. Auch im La­bor über­zeug­te das XZ2 Pre­mi­um voll­auf. Dass die pra­xis­be­zo­ge­ne Ak­ku­lauf­zeit 8,5 St­un­den be­trägt, passt zu dem gu­ten Ge­samt­ein­druck. Ge­mes­sen am Preis ist „gut“frei­lich zu we­nig. Wer bei So­ny blei­ben möch­te und auf ei­ne Du­al-Ka­me­ra ver­zich­tet, fin­det in dem „fo­to­ge­nen“XZ2 um 500 Eu­ro und dem mo­der­ne­ren XZ3 zwei star­ke und preis­wer­te­re Al­ter­na­ti­ven der­sel­ben Mar­ke.

Good Vi­bra­ti­ons bei Mu­sik, Fil­men oder Ga­mes: Das „Dy­na­mic Vi­bra­ti­on Sys­tem“fügt der Au­di­oWie­der­ga­be fühl­ba­re Schwin­gun­gen hin­zu.

Hilfs­be­reit: Xpe­ri­aAs­sist gibt Tipps und führt zu nut­zer­be­zo­ge­nen, au­to­ma­ti­sier­ba­ren Ein­stel­lun­gen und dem Spei­cher-/ Ak­ku­ma­nage­ment.

Cur­vy Die ge­schwun­ge­ne 3-D-Glas­rück­sei­te des knapp 12 Mil­li­me­ter star­ken Xpe­ria XZ2 Pre­mi­um schmiegt sich fast naht­los an den Alu­mi­ni­um­rah­men.

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