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Ce­ci­lia Bönström, Chef­de­si­gne­rin bei Za­dig & Vol­taire, hält Er­fah­rung für über­schätzt

Cosmopolitan (Germany) - - Inhalt - PRO­TO­KOLL: RO­BER­TA PACHT/SVENJA LAS­SEN

Mit 17 Jah­ren star­te­te Ce­ci­lia Bönström ei­ne Mo­del­kar­rie­re – und ar­bei­te­te un­ter an­de­rem für das La­bel Za­dig & Vol­taire. Als sie dort 2003, un­ge­fragt, ein Kol­lek­ti­ons-Mood­board prä­sen­tier­te, be­kam sie ei­nen Job als As­sis­ten­tin. Drei Jah­re spä­ter be­för­der­te Fir­men­grün­der Thier­ry Gil­lier sie zur Chef­de­si­gne­rin, die Schwe­din be­kam viel Neid zu spü­ren. Hier ver­rät die vier­fa­che Mut­ter, de­ren Boss heu­te auch ihr Ehe­mann ist, wie sie da­mit um­ge­gan­gen ist.

ZEI­GEN SIE KEI­NE ANGST Am ers­ten Tag als Ar­tis­tic Di­rec­tor war ich ir­re ner­vös. Plötz­lich hat­te ich die­se rie­si­ge Ver­ant­wor­tung. Ich muss­te mich zwin­gen, stark zu sein und mir mei­ne Zwei­fel nicht an­mer­ken zu las­sen. Ich ra­te an­de­ren, Her­aus­for­de­run­gen im­mer an­zu­neh­men und sich selbst ei­ni­ges ab­zu­ver­lan­gen. Angst darf ei­nen nie brem­sen. Ich has­se es, Feh­ler zu ma­chen, aber sie pas­sie­ren jedem und man lernt viel aus ih­nen. Des­halb ist es am bes­ten, sie ein­fach zu ak­zep­tie­ren.

BE­GEG­NEN SIE KRI­TI­KERN PO­SI­TIV An­fangs wa­ren vie­le Kol­le­gen ge­gen mich und sag­ten: „Wer ist die­ses Mo­del, die denkt, sie wis­se mehr als wir? Wir sind Sty­lis­ten, wa­ren auf der Mo­de­schu­le – sie nicht!“Viel­leicht ist es ei­ne schwe­di­sche Ei­gen­art, viel­leicht liegt es an mei­ner Er­zie­hung, aber ich schaue sol­chen Leu­ten di­rekt in die Au­gen, läch­le und spre­che be­wusst po­si­tiv mit ih­nen. Statt sie her­um­zu­kom­man­die­ren, fra­ge ich Men­schen, mit de­nen ich ar­bei­te: „Was hal­tet ihr von die­sem Shirt?“Das fühlt sich mehr nach Aus­tausch und Dis­kus­si­on an, und sie ak­zep­tie­ren Neue­run­gen eher.

UM­GE­BEN SIE SICH MIT LEU­TEN, DIE BES­SER SIND Ich bin zwar ein Kon­troll­freak, aber ver­traue mei­nem Team. Wer er­folg­reich sein will, darf sich nicht da­vor fürch­ten, mit Leu­ten zu ar­bei­ten, die ta­len­tier­ter sind als man selbst. Das ist zwar hart zu ak­zep­tie­ren, bringt ei­nen aber im­mer wei­ter.

FO­KUS­SIE­REN SIE SICH AUFS HIER UND JETZT Nichts in­ter­es­siert mich we­ni­ger, als das Ge­re­de an­de­rer hin­ter mei­nem Rü­cken. Ich kon­zen­trie­re mich lie­ber auf mei­ne Pro­jek­te. Die­se Fo­kus­sie­rung hilft auch als be­rufs­tä­ti­ge Mut­ter: Wenn ich ar­bei­te, bin ich voll im Job, zu Hau­se ganz bei den Kin­dern. Aber dar­über hin­aus braucht je­der noch Zeit nur für sich, um Druck und Stress aus­zu­hal­ten. Ge­nie­ßen Sie klei­ne Din­ge, die Sie glück­lich ma­chen, um wie­der Kraft zu tan­ken.

Wer nicht lei­den­schaft­lich bei der Sa­che ist, mit dem mag Ce­ci­lia Bönström, 47, auch nicht zu­sam­men­ar­bei­ten Kla­re Hal­tung

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