GüR­TEL­ROCK

Es gibt Trends, da denkt auch das Cos­mo-Team „*What the fuck?!“– und tes­tet die­se im All­tag. Die­ses Mal: Sven­ja Las­sen, Job-Re­dak­teu­rin, ist rich­tig gut (ein-)ge­wi­ckelt

Cosmopolitan (Germany) - - Mode -

AAch­tung, Haut!“, schreit ei­ne mei­ner drei Kol­le­gin­nen, die mit ro­ten Köp­fen hin­ter mir ste­hen, um mich in den „Strap Skirt“von De­si­gne­rin Ma­ri­na Ho­er­m­an­s­eder zu krie­gen. Doch egal, wie doll sie zie­hen und zer­ren, mein Hin­tern ist dem Reiß­ver­schluss so nah, dass je­der wei­te­re Zen­ti­me­ter ei­ne schmerz­haf­te Zwick­wun­de hin­ter­las­sen wür­de. Plötz­lich hat ei­ne Kol­le­gin ei­nen Geis­tes­blitz: Pa­pier! Sie holt ein Blatt, be­deckt mei­ne Rück­sei­te und macht mit ei­nem Schwupp das Ding zu. Beim Blick in den Spie­gel ist schließ­lich al­le An­stren­gung ver­ges­sen: sieht ein­fach bom­be aus! Fin­den auch die Kol­le­gin­nen, die ein­stim­mig mit „Woooww“kom­men­tie­ren. Was stört mich da Pa­pier am Po?

Die hand­ge­ar­bei­te­ten Le­der­strän­ge, die nicht un­ter­füt­tert sind und so­mit di­rekt auf der Haut lie­gen, wär­men schön und for­men mei­ne Fi­gur sen­sa­tio­nell – wie ein Kor­sett, nur ex­tra­va­gan­ter. Die Wie­ne­rin Ma­ri­na Ho­er­m­an­s­eder sagt über ih­ren Ent­wurf: „Da­men, die ihn tra­gen, füh­len sich da­rin se­xy, ob­wohl es kein kur­zer, auf­rei­zen­der Rock ist. Da­durch, dass es ein straf­fes, fes­tes Klei­dungs­stück ist, sitzt al­les, wie es soll.“Bis auf mich. Denn ste­hen kann ich in dem Teil zwar pri­ma, aber sit­zen? Das geht lei­der nur halb lie­gend mit ei­ner fle­xi­blen Rü­cken­leh­ne. Und lau­fen? Nur in Mi­ni­schrit­ten.

Bleibt al­so die Fra­ge der Fort­be­we­gung. Fahr­rad? Ha­ha! U-Bahn ist eben­falls schwie­rig, denn Trep­pen­stei­gen geht nur berg­ab. Hoch meis­te­re ich die Stu­fen aus­schließ­lich mit x-bei­ni­gem, seit­li­chem Ge­kra­xel, weil ich die Knie nicht weit ge­nug he­ben kann. Al­so Ta­xi, gern er­höht. Denn auch Bü­cken ist nicht mög­lich, ver­lie­re ich et­was, muss ich an­de­re bit­ten, es auf­zu­he­ben. Oh­ne Hil­fe bin ich in die­sem It-Pie­ce auf­ge­schmis­sen.

Apro­pos: Die größ­te Her­aus­for­de­rung ist der Gang aufs WC. Denn al­lei­ne be­kom­me ich den Rock zwar aus, aber nicht wie­der an. Be­deu­tet: we­nig trin­ken oder ei­ne (weib­li­che) Be­glei­tung um Hil­fe bit­ten, wenn ge­nug Platz für zwei in der Ka­bi­ne ist. Am bes­ten ich le­ge mir ei­ne per­sön­li­che As­sis­ten­tin mit No­tiz­block in DIN A4 zu.

Mein Fa­zit: Der „Strap Skirt“ist ein Ham­merHin­gu­cker, der be­wun­dert und gern be­tatscht wird. Er ist per­fekt für Steh-Events, die bar­rie­re­frei er­reich­bar sind und nicht zu lan­ge dau­ern. Aber wie lang­wei­lig wä­re die Mo­de, wenn je­des Klei­dungs­stück so prak­tisch wie ei­ne Jog­ging­ho­se wä­re...

Das per­fek­te Teil für StehE­vent s, die nicht zu lan­ge dau­ern

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