GO WEST

MSC möch­te in Nord­ame­ri­ka ex­pan­die­ren. Da­zu be­treibt die Schwei­zer Ree­de­rei mit den ita­lie­ni­schen Wur­zeln al­ler­hand An­stren­gun­gen. Für das neue Flagg­schiff, die MSC Sea­si­de, wur­de Miami als Hei­mat­ha­fen ge­wählt. Je­de Wo­che geht es von hier aus in die Ka­rib

Crucero - Das Kreuzfahrtmagazin - - Inhalt - TEXT UND FO­TOS: TO­BI­AS LAN­GE-RÜB UND RALF LAN­GE

Mit der MSC Sea­si­de auf Ka­ri­bik-cruise

Die Snow­birds frös­teln. Es ist kalt in Miami. Ein Win­ter­sturm hat den Nord­os­ten der USA fest im Griff. Selbst im süd­li­chen Flo­ri­da macht sich das mit für die Re­gi­on un­ge­wöhn­lich nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren be­merk­bar. Tags­über zeig­te das Ther­mo­me­ter in Miami Beach fri­sche 17 Grad an. Jetzt abends bei der Aus­fahrt ist es noch ein we­nig küh­ler. Ei­gent­lich nicht die Tem­pe­ra­tur die sich eben die­se „Snow­birds“– Ame­ri­ka­ner, die sich, aus dem Nor­den kom­mend, im Win­ter auf ei­ner Ka­ri­bik­kreuz­fahrt auf­wär­men möch­ten – er­hofft ha­ben. Bei der Aus­fahrt der MSC Sea­si­de sind des­halb nur we­ni­ge Gäs­te auf den of­fe­nen Decks an­zu­tref­fen. Ne­ben den vie­len Win­ter­flücht­lin­gen ist mit uns ein bun­ter Gäs­te­mix un­ter­wegs. Vom selbst ge­steck­ten Ziel der Ree­de­rei, bis zu 80 Pro­zent Nord­ame­ri­ka­ner an Bord zu ho­len, ist man auf die­ser Tour noch ein gan­zes Stück ent­fernt. Min­des­tens die Hälf­te der Gäs­te kommt Süd­ame­ri­ka, Asi­en und aus Eu­ro­pa – dar­un­ter er­staun­lich vie­le Deut­sche. Al­le Al­ters­klas­sen sind ver­tre­ten, auch vie­le Fa­mi­li­en mit klei­nen Kin­dern. So ent­steht ei­ne fröh­li­che Stim­mung mit me­di­ter­ra­ner No­te. Eng­lisch soll­ten deut­sche Gäs­te gut be­herr­schen. An­ders als in der Mit­tel­meer­re­gi­on, hat MSC auf die­ser Rou­te nur we­ni­ger Mit­ar­bei­ter an Bord, die Deutsch spre­chen.

MEGACRUISER MIT GROSSZÜGIGEN FREI­FLÄ­CHEN

Der Neu­bau von MSC Crui­ses zeich­net sich durch groß­zü­gi­ge Au­ßen­be­rei­che aus und bie­tet so ei­nen tol­len Rah­men, die abend­li­che Sil­hou­et­ten von Miami und dem vor­ge­la­ger­ten Miami Beach von Deck aus zu be­stau­nen. Wenn denn die Tem­pe­ra­tur mit­spielt. Aber in den nächs­ten Ta­gen auf der Fahrt in die west­li­che Ka­ri­bik wer­den wir si­cher­lich noch aus­gie­big Zeit ha­ben, bes­se­res Wet­ter zu ge­nie­ßen. Die MSC Sea­si­de ist ein Megacruiser, der 2.067 Ka­bi­nen auf ei­ner Brut­to­raum­zahl von 160.000 bie­tet. Das Schiff öff­net sich zum Meer: am Heck auf Deck 7 liegt ein schi­ckes, vor­sprin­gen­des und „South Beach Pool“ge­tauf­tes Schwimm­be­cken mit Blick aufs Meer. Rechts und links da­von ste­hen Son­nen­lie­gen, im Schat­ten gibt es ei­ne Bar, nach oben schaut man an ei­ner Fas­sa­de, die ei­nem Miami-be­achHoch­haus äh­nelt und von zwei Pan­ora­ma­lif­ten durch­wirkt ist, neun Decks hoch zu ei­ner Glas­bo­den­brü­cke. Das ist schon sehr be­ein­dru­ckend.

Auf Deck 8 gibt es ei­ne brei­te Pro­me­na­de, den Waterfront Bo­ard­walk, auf der auch das „Mar­ket­place“Buf­fet­re­stau­rant ei­nen gro­ßen Au­ßen­be­reich be­spielt. Da­ne­ben gibt es reich­lich Platz für Lie­ge­stüh­le und auch zwei Bars ha­ben ei­ni­ge Ti­sche plat­ziert. Der Na­me „360° Pro­me­na­de“weckt hin­ge­gen Er­war­tun­gen, die of­fen­kun­dig nicht er­füllt wer­den. Man kann das Schiff auf der Pro­me­na­de nicht um­run­den, denn der Be­reich vor dem Bug ist für das SPA re­ser­viert. Ein öf­fent­li­cher Zu­gang zum Vor­schiff ist gar nicht vor­ge­se­hen. Deck 16 bie­tet ei­nen wei­te­ren groß­zü­gi­gen Pool­be­reich mit aus­la­den­den Frei­flä­chen. Vier Hip­po-plas­ti­ken, je­weils an den Ecken des „Miami“-pools plat­ziert, ver­sprü­hen ei­nen Hauch fröh­li­cher Ur­laubs­stim­mung. An­sons­ten sind Pro­me­na­de und Pool­deck über­ra­schend zu­rück­hal­tend, fast sach­lich de­ko­riert. Durch die groß­zü­gi­gen Au­ßen­flä­chen ver­fügt die Sea­si­de auch an See­ta­gen über ge­nü­gend Platz. Trotz der ab­ge­sperr­ten Be­rei­che für den Yach­tclub und ei­nen se­pa­ra­ten Son­nen­deck­be­reich für Gäs­te der Au­rea-ka­bi­nen fin­den sich im­mer ein paar freie Lie­ge­stüh­le, oh­ne mehr­fach über das Deck ir­ren zu müs­sen.

Das Schiff ist bes­tens auf den ganz­jäh­ri­gen Ein­satz in der Ka­ri­bik aus­ge­rich­tet. Da aber auch in die­ser Re­gi­on mal Re­gen fällt, bie­tet auf Deck 18 der gro­ße In­nen­pool­be­reich im Dschun­gel-de­sign ei­ne Aus­weich­flä­che. Gleich da­ne­ben liegt der Fo­rest Ad­ven­ture Park mit Was­ser­spiel­platz und Zu­gang zu Was­ser­rut­schen und der Zip-li­ne an Bord.

DIE KA­BI­NEN - VON BA­SIC BIS LU­XUS

MSC ver­kauft auf der Sea­si­de, wie auch auf den an­de­ren Schif­fen der Flot­te, das Ur­laubs­er­leb­nis in ver­schie­de­nen Bu­chungs­klas­sen. Wer lu­xu­ri­ös rei­sen möch­te, wählt den „MSC Yach­tclub“und kann dort wie in ei­nem Ko­kon ur­lau­ben. Die­ser ab­ge­trenn­te Sui­ten­be­reich ver­fügt mit ei­nem ei­ge­nen Re­stau­rant, ei­ner Lounge und ei­nem Son­nen­deck über ei­ne kom­plett ei­gen­stän­di­ge In­fra­struk­tur. Am an­de­ren En­de der Preis­ska­la fin­den sich die Ka­bi­nen der„bel­la“Ka­te­go­rie. Hier er­hält der Gast zu ei­nem güns­ti­gen Ein­stiegs­preis die Ba­sis­leis­tung. Das um­fasst zwei­mal täg­li­che Ka­bi­nen­rei­ni­gung und Voll­pen­si­on. Wo­bei das Abend­es­sen dann ge­ge­be­nen­falls im Buf­fet­re­stau­rant am Platz ser­viert wird und die spä­te Tisch­zeit um

Rund um den Miami Beach Pool an Bord der MSC Sea­si­de sind vier Hip­po-plas­ti­ken in­stal­liert. Hier fin­det auch die Whi­te-night statt, die je­doch bei un­se­rer Rei­se nach drin­nen ver­legt wer­den muss­te. Un­ten: Der South Beach Pool am Heck, rechts von un­ten, links von der Bridge of Sighs – der Seuf­zer­brü­cke – aus ge­se­hen.

Oben Links: Das neue Fae­na Hou­se am Strand von Miami Beach, un­ten rechts: Das Heck der MSC Sea­si­de – das De­sign des MSC Flagg­schiffs ist in­spi­riert von den fu­tu­ris­ti­schen Strand­bau­ten Mia­mis. Oben rechts: Fla­min­go in den Ar­da­s­tra Gar­dens in Nas­sau (www.ar­da­s­tra.com); un­ten Links: Die Dunn‘s Ri­ver Falls in Ocho Rios (www.dunns­ri­ver­falls­ja.com)

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