Na­tür­lich ge­sun­der Darm........................................

Je äl­ter wir wer­den, des­to eher zwickt es im Bauch. Die gu­te Nach­richt: Oft rei­chen schon Klei­nig­kei­ten, da­mit es un­se­rem Or­gan wie­der bes­ser geht

DAS NEUE BLATT - - Inhalt -

T

ag­täg­lich schuf­tet un­ser Darm und leis­tet da­bei Er­staun­li­ches. Er ver­daut nicht nur un­se­re Nah­rung, son­dern trai­niert auch un­ser Im­mun­sys­tem und be­ein­flusst so­gar un­se­re Ge­fühls­welt. Da­von be­kom­men wir meist nichts mit – ab­ge­se­hen von ge­le­gent­li­chem Grum­meln und Gluck­sen. Doch mit dem Al­ter än­dert sich das. Se­nio­ren lei­den bis zu fünf­mal häu­fi­ger un­ter Darm­be­schwer­den. Das ist nicht nur un­an­ge­nehm, son­dern be­ein­flusst auch das gan­ze Le­ben. Vie­le, die an hef­ti­gen Blä­hun­gen oder un­be­re­chen­ba­rem Durch­fall (s. In­ter­view) lei­den, zie­hen sich aus Angst und Scham aus dem ge­sell­schaft­li­chen Le­ben zu­rück.

Aber auch Ver­stop­fun­gen kön-

nen die Le­bens­qua­li­tät mas­siv ein­schrän­ken.

Der Darm ver­än­dert sich

War­um sind gera­de Äl­te­re so viel häu­fi­ger von Darm­pro­ble­men be­trof­fen? Ei­ne Ur­sa­che: Der Al­te­rungs­pro­zess macht auch vor un­se­ren Or­ga­nen nicht halt. Im Dick­darm bau­en die Mus­keln ab, die den Spei­se­brei fort

be­we­gen. Da­her kommt es häu­fi­ger zu Ver­stop­fun­gen. Auch die Darm­flo­ra ver­än­dert sich bei vie­len Men­schen. „Gu­te“Bak­te­ri­en wer­den we­ni­ger, da­für steigt die Zahl de­rer, die Ver­stop­fun­gen, Durch­fäl­le und Blä­hun­gen ver­ur­sa­chen kön­nen. Was kön­nen wir da­ge­gen tun? Zum ei­nen mehr trin­ken – so­fern me­di­zi­nisch nichts da­ge­gen spricht. Die meis­ten Se­nio­ren trin­ken oh­ne­hin zu we­nig. 1,5 bis 2 Li­ter am Tag dür­fen es sein. Die Flüs­sig­keit hilft, den Stuhl weich zu hal­ten und er­leich­tert dem Darm da­durch den Trans­port. Tipp: Mor­gens die ge­wünsch­te Trink­men­ge raus­stel­len. So ha­ben wir im­mer im Blick, wie viel wir noch trin­ken soll­ten. Die Darm­flo­ra kön­nen wir wie­der auf­bau­en, wenn wir un­se­re „gu­ten“Darm­bak­te­ri­en mit den rich­ti­gen Le­bens­mit­teln füt­tern (sie­he Kas­ten un­ten).

Arz­nei­mit­tel

Ei­ne wei­te­re Ur­sa­che kön­nen die Ne­ben­wir­kun­gen von Me­di­ka­men­ten sein. So ver­lang­sa-

men Be­ta­blo­cker ge­gen Blut­hoch­druck und Schmerz­mit­tel die Ver­dau­ung. Hier hilft es oft schon, mehr Bal­last­stof­fe zu es­sen, z. B. Voll­korn-Pro­duk­te. Wer die nicht gut ver­trägt, kann auch Wei­zen­kleie oder Floh­sa­men aus­pro­bie­ren. Dar­über hin­aus macht Be­we­gung den Darm wie­der mo­bil (s. Kas­ten oben).

Chro­ni­sche Krank­hei­ten

Gera­de im Al­ter be­las­ten Krank­hei­ten un­se­re Ge­sund­heit. Was vie­le nicht wis­sen: Ei­ni­ge kön­nen so­gar un­se­ren Darm be­ein­träch­ti­gen. So sind Ver­stop­fun­gen z. B. ei­ne

ty­pi­sche Be­gleit­erschei­nung von Par­kin­son, Mul­ti­pler Sk­le­ro­se (MS)

oder De­pres­sio­nen. Ein Band­schei­ben­vor­fall im un­te­ren Rü­cken kann die Ver­dau­ung lahm­le­gen, wenn er auf die Ner­ven drückt, die den Darm steu­ern. Da die Schild­drü­se Hor­mo­ne pro­du­ziert, wel­che die Darm­tä­tig­keit re­gu­lie­ren, kann ei­ne Über­funk­ti­on mit Durch­fäl­len, ei­ne Un­ter­funk­ti­on mit Ver­stop­fung ein­her­ge­hen. Was kön­nen wir tun? Na­tür­lich soll­ten wir die Grund

krank­heit be­han­deln las­sen. Da chro­ni­sche Lei­den oft auch die See­le be­las­ten, kann ei­ne Psy­cho­the­ra­pie Lin­de­rung brin­gen. Spre­chen Sie mit Ih­rem Arzt.

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