Das gro­ße In­ter­view: Kai Pflau­me................

DAS NEUE BLATT - - Inhalt - Mi­ri­am ot­to

Ob „Wer weiß denn so­was?“, „Kaum zu glau­ben!“oder jetzt „Klein ge­gen Groß“(2. 9., 20.15 Uhr, ARD): Wer ei­ne Sen­dung mit Kai Pflau­me ein­schal­tet, weiß ein­fach, dass er gut un­ter­hal­ten wird. Auch pri­vat setzt der TV-Star auf Ver­läss­lich­keit … Sie wir­ken sehr zu­frie­den mit sich. Stimmt die­ser Ein­druck? Ja, ich glau­be es wä­re ver­mes­sen, wenn ich das nicht wä­re. Das Le­ben hat bis­her für mich vie­le schö­ne Mo­men­te und Mög­lich­kei­ten pa­rat ge­habt. Ich hof­fe, dass sich das auch nicht so schnell ver­än­dert. Man soll­te aber auch im­mer ein biss­chen was für sein Glück tun. In­wie­fern? Die Din­ge sind nie aus rei­nem Zu­fall pas­siert, das hat­te al­les auch im­mer ei­ne ak­ti­ve Vor­ge­schich­te. Ich bin sehr dank­bar für al­les, was ich schon er­lebt ha­be, be­ruf­lich wie auch pri­vat. 1989 flüch­te­ten Sie aus der DDR. Sind Sie des­we­gen heu­te ein Ma­cher-Typ, der an­packt? Ich glau­be, der ent­schei­den­de Punkt ist, dass mein Bru­der und ich so von un­se­ren El­tern er­zo­gen wur­den, dass man im­mer ver­sucht, Chan­cen und Mög­lich­kei­ten zu er­ken­nen. Un­se­re El­tern ha­ben uns das Ge­fühl ver­mit­telt: Ver­sucht euch, pro­biert das! Wenn es nicht klappt, sind wir ja für euch da. Ver­mit­teln Sie das heu­te auch Ih­ren Söh­nen ( 17 und 19)? Ja, na­tür­lich ver­sucht man die­ses Ur­ver­trau­en auch wei­ter­zu­ge­ben, denn mir selbst hat es da­mals Si­cher­heit ver­schafft, mich sehr ge­prägt. Ich hat­te ja frü­her ei­nen sehr un­ste­ten Le­bens­weg. Muss­ten Sie sich lan­ge fin­den? So ge­se­hen ja. Ich ha­be kei­nen klas­si­schen, ge­ra­den Aus­bil­dungs­weg ge­macht, son­dern vie­le Sa­chen aus­pro­biert, bis ich dann dort an­ge­kom­men bin, was of­fen­sicht­lich mei- ne wah­re Be­ru­fung war und ist. Wie sah das Aus­pro­bie­ren aus? Ich hat­te di­ver­se Jobs in den un­ter­schied­lichs­ten Be­rei­chen, als Schü­ler an­ge­fan­gen, bis in die spä­te­re Zeit hin­ein. Ich ken­ne kör­per­li­che Ar­beit, weiß da­durch heu­te auch mehr Din­ge zu schät­zen. Wel­cher Job war der här­tes­te? Ich ha­be al­les Mög­li­che ge­macht: Roh­bau-Häu­ser aus­ge­fegt, Kühl­schrän­ke im Ak­kord zu­sam­men­ge­baut, in ei­nem Ho­tel ge­ar­bei­tet. Was hat Sie be­son­ders ge­prägt? Die Zeit als Ho­tel-Pa­ge. Heu­te bin ich in vie­len Ho­tels, und weiß die Ar­beit, die Men­schen dort ma­chen, ganz an­ders zu schät­zen. Al­lei­ne Zim­mer­rei­ni­gung: Wie oft ha­be ich mich da­mals ge­är­gert, wenn je­mand das Zim­mer ver­wüs­tet hin­ter­las­sen hat. Das muss ja nicht sein. Ich ge­he mal da­von aus, dass die Leu­te zu Hau­se nicht so le­ben. Den­noch sind lei­der ei­ni­ge so. Ich bin viel un­ter­wegs und be­ob­ach­te im­mer wie­der, wie man­che ih­re gu­te Kin­der­stu­be auf Rei­sen ab­ge­ben. Mein Um­gang mit Men­schen aus dem Di­enst­leis­tungs­be­reich wur­de si­cher­lich in die­ser Zeit ge­prägt. Zu wis­sen: Es ist ein Mit­ein­an­der. Sie wa­ren sich al­so für kei­nen Job zu scha­de? Nein, das ist auch heu­te noch so. Wenn ich je­man­dem hel­fen oder ihn un­ter­stüt­zen kann, ma­che ich das. Ich fin­de es wich­tig, mit an­zu­pa­cken. Oft sind es ja Klei­nig­kei­ten im All­tag: Fällt je­man­dem et­was run­ter, hebt man es für ihn auf. Es wür­de uns al­len gut­tun, wenn wir mehr Be­wusst­sein für die­se Klei­nig­kei­ten ent­wi­ckeln. Et­wa Frau­en die Tür auf­zu­hal­ten … Ja, ich las­se Frau­en ger­ne den Vor­tritt. Heut­zu­ta­ge fällt man da­mit ex­trem auf, das gilt als al­te Schu­le. Ich fin­de: Gu­te Ma­nie­ren soll­ten ein­fach nie aus der Zeit kom­men. Sie sind seit über 20 Jah­ren ver­hei­ra­tet. Ist Auf­merk­sam­keit auch hier ein Re­zept? Ja, klar, das muss na­tür­lich auch so sein. Das ist ei­ne Form von Glück: Dass man sich be­wusst sein muss, wie viel man an sei­nem Part­ner hat. Sie gel­ten als net­ter Schwie­ger­mut­ter-Typ. Hand aufs Herz: Ha­ben Sie heim­li­che Las­ter und Ma­cken? Las­ter nicht. Aber kein Mensch ist per­fekt. Ich ha­be auch nicht den An­spruch an mich selbst, per­fekt zu sein. Schwie­ger­mut­ter-Typ heißt ja nur, dass man vie­le Per­sön­lich­keits­merk­ma­le hat, die man sei­ner Toch­ter wün­schen wür­de. Von da­her gibt es si­cher­lich schlech­te­re At­tri­bu­te als „Schwie­ger­mut­ter-Typ“.

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