An­ja Ne­jar­ri über ih­ren Ord­nungstick

DAS NEUE BLATT - - Inhalt - Klaus Mül­ler

Aus dem Fern­se­hen kennt man sie als die schö­ne Neu­ro­chir­ur­gin Dr. Lea Pe­ters aus „In al­ler Freund­schaft“. Im In­ter­view ver­rät die Schau­spie­le­rin, welchen Tick sie pri­vat nicht ab­le­gen kann. Dr. Pe­ters zählt in der Se­rie nicht zu den sym­pa­thischs­ten Fi­gu­ren. Ha­ben Sie Ge­mein­sam­kei­ten? Wir sind bei­de in Be­zug auf un­se­re Ar­beit sehr per­fek­tio­nis­tisch. Aber sie ist eher ei­ne schweig­sa­me und un­ter­kühl­te Ein­zel­gän­ge­rin. Ich bin of­fen, hu­mor­voll und ver­fü­ge über viel Em­pa­thie. Ha­ben Sie denn ir­gend­ei­ne Ma­cke? Ich ha­be ei­nen klei­nen Ord­nungstick, der frü­her noch viel aus­ge­präg­ter war. In­zwi­schen ha­be ich zwei Kin­der, und als Mut­ter muss ich auch mal al­le fün­fe ge­ra­de sein las­sen. Manch­mal ist halt Cha­os an­ge­sagt. Wel­che Be­rufs­wün­sche hat­ten Sie als Kind? Mit vier Jah­ren woll­te ich Putz­frau, Kin­der­gärt­ne­rin oder Nach­ba­rin wer­den. Mit letz­te­rem „Be­ruf“wä­re das Geld­ver­die­nen ver­mut­lich schwie­rig ge­wor­den ... (Lacht.) Wohl wahr. Aber wir hat­ten to­tal net­te Nach­barn – und put­zen konn­te ich schon da­mals sehr gut. Mei­ne Mut­ter drück­te mir ei­nen Lap­pen oder Staub­we­del in die Hand, ich half ihr dann mit gro­ßer Lei­den­schaft beim Haus­putz. Da­her stammt wohl auch mein Ord­nungstick. Der wur­de mir von mei­ner Mut­ter an­trai­niert. Was ist Ih­nen in ei­ner Be­zie­hung wich­tig? Dass man sich fal­len las­sen und über al­les re­den kann. Mein Le­bens­ge­fähr­te ist zugleich mein bes­ter Freund. Was ma­chen Sie in Ih­rer Frei­zeit? Am liebs­ten gar nichts, ein­fach nur fau­len­zen. Das ist mir frü­her schwer­ge­fal­len, aber ich ha­be es mir an­trai­niert. Wie sieht Nichts­tun bei Ih­nen aus? Mit ei­ner Tas­se Kaf­fee auf der Ter­ras­se sit­zen und den Vö­geln zu­hö­ren. Ich ge­be zu: Wenn ich plötz­lich den Sta­pel schmut­zi­ger Wä­sche se­he, juckt es mir in den Fin­gern. Aber dann blei­be ich stand­haft. Be­schäf­tigt Sie das Äl­ter­wer­den? Ich se­he mein Al­ter je­den Tag im Spie­gel, aber das stört mich nicht. Ganz im Ge­gen­teil: Ich fin­de es schön, klei­ne Fält­chen zu be­kom­men.

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