Haupt­the­ma Krank­heit

DAS NEUE BLATT - - Leichter Leben -

Ich (69) hal­te mit mei­ner Schwes­ter (64) haupt­säch­lich te­le­fo­nisch Kon­takt. Im Mo­ment mag ich dort kaum an­ru­fen. Je­des Mal er­wähnt sie ei­ne an­de­re Krank­heit, von der sie glaubt, dass sie sie hat. Wenn ich sa­ge, dass es bei je­dem von uns mal zwickt und zwackt, ist sie be­lei­digt. Denn bei ihr ist al­les viel, viel schlim­mer. Sie kennt gar kein an­de­res The­ma mehr, das frus­triert mich sehr. In­grid P., Göt­tin­gen

Sabine Palm: Ich fürch­te, da­hin­ter steckt mehr als nur ein über­gro­ßes Gel­tungs­be­dürf­nis. Die stän­di­ge Be­sorg­nis, ernst­haft krank zu sein, auch wenn der Arzt nichts fin­det, deu­tet häu­fig auf tie­fer wur­zeln­de Kon­flik­te oder Ängs­te hin. Spre­chen Sie sie doch mal vor­sich­tig dar­auf an. Viel­leicht kön­nen Sie ihr ja aus ei­ge­ner Kraft hel­fen. Ist ihr Lei­dens­druck zu stark, ra­te ich ihr zur psy­cho­lo­gi­schen Ge­sprächs­the­ra­pie. Denn auch Ih­re Schwes­ter selbst wür­de sich si­cher lie­ber mit an­de­ren The­men be­fas­sen.

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