La­bor­wer­te rich­tig deu­ten

In un­se­rem Blut ste­cken wert­vol­le In­for­ma­tio­nen über Er­kran­kun­gen. Das be­deu­ten die Be­grif­fe und Zah­len auf Ih­rem Be­fund

DAS NEUE BLATT - - Meine Gesundheit -

Das Blut ist ei­nes der wich­tigs­ten Dia­gno­se-Mit­tel. Ent­zün­dun­gen, Män­gel, Ge­fah­ren für Herz und Ge­fä­ße – all das lässt sich dar­aus ab­le­sen. Je­der Blut­wert hat Norm­be­rei­che. Die­se sind bei Män­nern und Frau­en oft un­ter­schied­lich. Auch Al­ter und Ge­sund­heits­zu­stand des Pa­ti­en­ten flie­ßen in die Deu­tung der Mes­s­er­geb­nis­se mit ein. Was ver­gleicht der Arzt? Blut­kör­per­chen – Ab­wehr stark? Es gibt wei­ße Blut­kör­per­chen ( Leu­ko­zy­ten) und ro­te (Ery­thro­zy­ten). Die Leu­ko­zy­ten spie­len ei­ne wich­ti­ge Rol­le für das Im­mun­sys­tem. Nor­mal sind 3800 bis 10 500 pro Mi­kro­li­ter Blut. Zu vie­le deu­ten auf ei­ne In­fek­ti­ons­krank­heit hin. Zu we­ni­ge zei­gen ei­ne ge­schwäch­te Ab­wehr an. Bei den Ery­thro­zy­ten sind

3,9 bis 5,3 Mil­lio­nen pro Mi­kro­li­ter (Frau­en) und 4,3 bis 5,7 Mil­lio­nen (Män­ner) nor­mal. Er­höh­te Wer­te deu­ten auf ei­ne Stoff­wech­sel­stö­rung oder kran­ke Nie­ren hin. Hä­mo­glo­bin – wie steht's mit dem Ei­sen? Das Hä­mo­glo­bin ist der Farb­stoff der ro­ten Blut­kör­per­chen. Es sorgt für den Trans­port von Sau­er­stoff

so­wie den Ab­trans­port von Koh­len­di­oxid. Ei­nem Man­gel liegt oft ei­ne Ei­sen-Un­ter­ver­sor­gung oder ei­ne Darm-Er­kran­kung zu­grun­de. Nor­mal­wer­te: bei Frau­en 12 bis 16 Gramm pro De­zi­li­ter (g/dl) Blut, bei Män­nern 13,5 bis 17. Blut­fet­te – wie si­cher ist das Herz? Der fettähn­li­che Stoff Cho­le­ste­rin kommt na­tür­lich im Kör­per vor, wird aber auch mit tie­ri­schen Le­bens­mit­teln auf­ge­nom­men. Ein dau­er­haft er­höh­ter Spie­gel führt zu Ar­te­ri­en­ver

kal­kung. Das so­ge­nann­te Ge­samt­cho­le­ste­rin soll­te un­ter 200 Mil­li­gramm pro De­zi­li­ter (mg/dl) lie­gen. Es gibt die Cho­le­ste­rinAr­ten LDL und HDL. Das LDL gilt als „bö­se“, weil es Fet­te in den Adern ab­la­gert. HDL ist „gut“, da es hilft, Fet­te ab­zu­bau­en. Der LDL-Wert soll­te un-

ter 155 mg/dl lie­gen, bei be­stimm­ten Er­kran­kun­gen mög­lichst un­ter 100. Das HDL soll­te über 35 mg/dl lie­gen. Bei den Trigly­ze­ri­den, die eben­falls zu den Blut­fet­ten ge­hö­ren, sind un­ter 150 gut. TSH: Ist die Schild­drü­se ge­sund? Das Thy­reo­idea sti­mu­lie­ren­de Hor­mon ( TSH) re­gelt in der Schild­drü­se de­ren Pro­duk­ti­on der Hor­mo­ne Tri­jodthy­ro­nin (T3) und Thy­ro­xin (T4), die für den Stoff­wech­sel wich­tig sind. TSH-Wer­te von 0,4 bis 2,5 Mi­kro- Units pro Mil­li­li­ter ( μU/ ml) gel­ten als nor­mal. Liegt der Wert dar­über, be­steht Ver­dacht auf Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on, liegt er dar­un­ter, könn­te es ei­ne Über­funk­ti­on sein. Der Arzt emp­fiehlt dann meist wei­te­re Un­ter­su­chun­gen. Krea­ti­nin: Sind die Nie­ren fit? Die­ses Ab­bau­pro­dukt wird über die Nie­ren aus­ge­schie­den. Wenn sie ge­schä­digt sind, steigt die Krea­ti­nin- Kon­zen­tra­ti­on im Blut. Nor­mal sind 0,5 bis 0,9 mg/dl bei Frau­en und 0,5 bis 1,1 bei Män­nern. Bei er­höh­ten Wer­ten folgt meist ei­ne Ul­tra­schall­Un­ter­su­chung.

Um­fangrei cher Test Im La­bor wird et­wa die An­zahl un­se­rer ro­ten und wei­ßen Blut­kör­per­chen be­stimmt

Das klei­ne Blut­bild wird al­le zwei Jah­re von der Kas­se über­nom­men. Zu­satz­un­ter­su­chun­gen so­wie das gro­ße Blut­bild be­zahlt man selbst – au­ßer es be­steht der aku­te Ver­dacht auf ei­ne Er­kran­kung

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