Fal­scher Ver­dacht

DAS NEUE BLATT - - Leichter Leben -

Nach­dem ich (72) mich mo­na­te­lang um ei­ne krebs­kran­ke Be­kann­te ge­küm­mert ha­be, muss­te ich mir ges­tern an­hö­ren, ich sei dar­auf aus, mir nach ih­rem Tod ih­ren Ehe­mann zu „an­geln“. Da­nach ha­be ich sehr ge­weint, so un­ge­recht war das. We­der will ich mir wie­der ei­nen Mann su­chen, noch spe­ku­lie­re ich auf ihr Ab­le­ben. Ich mein­te es nur gut und nun ver­steht man mich so falsch?

Ilo­na V., Schö­ne­beck

Sa­bi­ne Palm:

Die Äu­ße­rung Ih­rer Be­kann­ten war wirk­lich nicht nett, kein Wun­der, dass Sie ge­weint ha­ben. Se­hen Sie ihr das aber bit­te nach. Sie ist in ei­nem Aus­nah­me­zu­stand und die Un­ge­wiss­heit über den Aus­gang ih­rer Krank­heit macht ihr si­cher Angst. Da ist schnell et­was ge­sagt, was man spä­ter be­reut. Ich ver­ste­he gut, dass Sie ver­letzt sind. Des­halb ra­te ich Ih­nen, sich erst mal et­was rar­zu­ma­chen. Sehnt sie sich nach Ih­rer Ge­sell­schaft zu­rück, wer­den Sie es schon er­fah­ren.

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