Wenn die Haut Alarm schlägt

Fal­ten, Far­be oder Pus­teln – wie un­ser größ­tes Or­gan uns vor Krank­hei­ten war­nen kann

Das Neue - - MEDIZIN -

SVer­trau­en Sie dem, was Ihr Kör­per Ih­nen mit­teilt. Wenn al­les stimmt – um­so bes­ser. ie ist nicht nur ei­nes der größ­ten Or­ga­ne un­se­res Kör­pers, son­dern auch ei­nes der sen­si­bels­ten: Un­se­re Haut lei­tet äu­ße­re Im­pul­se ans Ge­hirn wei­ter, re­agiert um­ge­kehrt aber auch auf Si­gna­le, die es vom Or- Ei­nem Arzt gibt un­ser Haut­bild wich­ti­ge Ein­bli­cke in un­se­ren Ge­sund­heits­zu­stand.

50 das neue ga­nis­mus er­hält. Ve­rän­de­run­gen der Haut­far­be und -struk­tur ha­ben meist harm­lo­se Ur­sa­chen. Manch­mal sind sie aber auch An­zei­chen für ein ernst­haf­tes see­li­sches oder kör­per­li­ches Pro­blem.

Hil­fe­ru­fe von Kör­per und See­le

Un­se­re Haut, die Ner­ven und das Ge­hirn ha­ben bei der Ent­wick­lung ei­nes Em­bry­os den glei­chen Ur­sprung. We­gen die­ser na­hen Ver­wandt­schaft be­tref­fen „Krank­hei­ten nicht sel­ten bei­de Or­gan­sys­te­me: das zen­tra­le Ner­ven-Sys­tem und die Haut“, sagt der Haut­arzt und Psy­cho­the­ra­peut Pro­fes­sor Uwe Gie­ler. Kein Wun­der al­so, dass sich see­li­sche Pro­ble­me oft an un­se­rem Haut­zu­stand ab­le­sen las­sen – und um­ge­kehrt chro­ni­sche Lei­den wie Schup­pen­flech­te und Neu­ro­der­mi­tis die Psy­che mas­siv be­ein­flus­sen. For­scher spre­chen da­bei vom so­ge­nann­ten Hau­tIch. Stress-Si­gna­le, die un­ser Ge­hirn aus­sen­det, set­zen ei­ne Im­mun-Re­ak­ti­on in der Haut in Gang. Be­las­ten­de Er­leb­nis­se wer­den sicht­bar: Ex­tre­mer Stress zum Bei­spiel lässt bei man­chen Men­schen Pi­ckel sprie­ßen oder Her­pes-Bläs­chen an der Lip­pe ent­ste­hen. Ent­span­nungs­tech­ni­ken wie Yo­ga (Kur­se an den Volks­hoch­schu­len) brin­gen da­her bei see­lisch be­ding­ten Haut­pro­ble­men be­acht­li­che Hei­lungs­er­fol­ge.

Was der Teint ver­rät

Ein Blick in den Spie­gel ver­rät aber auch viel über un­se­ren kör­per­li­chen Ge­sund­heits­zu­stand: Hautspan­nun­gen, Farb­ver­än­de­run­gen, Pus­teln und Rö­tun­gen kön­nen Zei­chen or­ga­ni­scher Pro­ble­me sein – und das lan­ge be­vor Be­schwer­den auf­tre­ten. Für er­fah­re­ne Me­di­zi­ner ist ein Blick auf das Haut­bild des­halb fes­ter Be­stand­teil je­der Un­ter­su­chung.

So kön­nen ge­rö­te­te Na­sen­flü­gel bei­spiels­wei­se auf ent­zün­de­te Bron­chi­en hin­wei­sen und ro­te Äder­chen auf Blut­hoch­druck. Stö­run­gen im Stoff­wech­sel zei­gen sich in Schwel­lun­gen der un­te­ren Wan­ge – die Haut wirkt grau und oh­ne Span­nung. Fal­ten im Mund­win­kel kön­nen ein Herz­pro­blem an­zei­gen: ei­ne Über­las­tung der Herz­kranz­ge­fä­ße.

Wann Sie un­be­dingt zum Arzt soll­ten

Ein bläu­li­cher Schat­ten zwi­schen Na­sen­wur­zel und Au­gen­win­kel kann auf Er­kran­kun­gen des Ver­dau­ungs­trakts oder der Blut­ge­fä­ße hin­deu­ten. Bei stark grob­po­ri­ger oder grau wir­ken­der Haut soll­te man ei­ne Ver­dau­ungs­schwä­che bei der Ei­weiß­ver­wer­tung in Be­tracht zie­hen. Und hin­ter bräun­li­chen Au­gen­rän­dern oder Mi­ni-Ein­blu­tun­gen auf den Wan­gen könn­te durch­aus ei­ne Le­ber­schwä­che ste­cken. Grund­sätz­lich gilt: Ach­ten Sie auf das, was Ih­re Haut Ih­nen si­gna­li­siert. Und wenn Sie sich nicht „ganz wohl in Ih­rer Haut“füh­len, las­sen Sie die Sym­pto­me lie­ber ärzt­lich ab­che­cken.

Schutz­hül­le und Früh­warn-Sys­tem

Durch ih­ren be­son­de­ren Auf­bau (Ober-, Le­der- und Un­ter­haut) er­füllt die Haut le­bens­wich­ti­ge Funk­tio­nen: Sie lei­tet Im­pul­se wei­ter, schützt den Or­ga­nis­mus vor Fremd­stof­fen, Käl­te und

Hit­ze. Und sie kann durch Ve­rän­de­run­gen auf Stö­run­gen an Kör­per und See­le hin­wei­sen.

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