Sein Le­ben mit De­menz

Das Neue - - TV-STARS DER WOCHE -

Ein Mensch ver­sinkt im­mer mehr in sei­ner ei­ge­nen Welt, die Er­in­ne­run­gen an die Ver­gan­gen­heit ver­blas­sen von Tag zu Tag. Ei­ne Er­fah­rung, die Ro­bert Atz­orn (70) im ei­ge­nen Fa­mi­li­en­kreis er­le­ben muss­te. Letz­tes Jahr starb sei­ne Mut­ter (†) an den Fol­gen von De­menz. Am En­de hat­te sie ih­ren ei­ge­nen Sohn nicht mehr er­kannt.

Im Film „Mein ver­ges­se­nes Le­ben“spielt der be­lieb­te Schau­spie­ler nun selbst ei­nen Mann, der mit den Tücken die­ser Krank­heit zu­recht­kom­men muss. Ob er selbst Angst hat, ir­gend­wann an De­menz zu er­kran­ken, er­zählt Ro­bert Atz­orn im „das neue“- Ge­spräch. Hat die ei­ge­ne Er­fah­rung in Ih­rer Fa­mi­lie Sie da­zu be­wo­gen, den Film zu dre­hen? Ja. Ich war re­gel­recht eu­pho­ri­siert, weil ich mich sehr über die­ses Dreh­buch ge­freut ha­be. Mei­ne Mut­ter ist ja an De­menz ver­stor­ben, und des­halb wuss­te ich, wor­um es in die­ser Ge­schich­te geht. Ich ha­be mir ge­dacht: „Die­se Rol­le spie­le ich nur für sie!“Ha­ben Sie per­sön­lich Angst, auch dar­an zu er­kran­ken? Nein, denn ich wer­de nicht de­ment. Das ha­be ich be­schlos­sen und das wird auch so sein. Nie­mand wird krank, wenn man dem Kör­per da­für nicht ir­gend­wel­che Grün­de gibt. Ich ha­be mein Le­ben ver­än­dert, er­näh­re mich ge­sund und be­we­ge mich viel, auch wenn mein in­ne­rer Schwei­ne­hund nicht im­mer Lust da­zu hat. Aber ich ha­be ja mit mei­ner Frau An­ge­li­ka mei­ne ei­ge­ne Yo­ga-Leh­re­rin zu Hau­se, die mich im­mer an­treibt (lacht). Ge­hen Sie re­gel­mä­ßig zur Vor­sor­ge? Check-ups, war­um? So­lan­ge ich nichts mer­ke und mich gut füh­le, brau­che ich kei­nen Arzt. Und wenn ir­gend­et­was Erns­tes wä­re, weiß ich, wo ich hin­ge­hen kann. Es gibt ei­nen Su­per-Arzt in Ham­burg. Wenn was Schlim­mes wä­re, gin­ge ich zu ihm. Im Mo­ment brau­che ich ihn glück­li­cher­wei­se nicht. Ist das Le­ben mit 70 den­noch an­ders als noch vor 20 oder 30 Jah­ren? Als ich 60 wur­de, war das der Knack­punkt. Da dach­te ich: „Jetzt ist das En­de in Sicht, da kann ich mir nichts mehr vor­ma­chen. Die Zeit ist wirk­lich kost­bar ge­wor­den, und ich wer­de mein Le­ben ent­spre­chend än­dern.“Was ich auch ge­tan ha­be. Aber ob ich nun 70 oder 80 bin, das ist mir heu­te wurst. Wenn Sie sich die nächs­ten zehn Jah­re aus­ma­len dürf­ten, wie wür­den die aus­se­hen? Nicht für die nächs­ten zehn Jah­re, son­dern für die nächs­te Zu­kunft ha­be ich Wün­sche: Es wä­re schön, wenn der Zu­schau­er durch un­se­ren Film er­kennt, dass das mit dem Alt­wer­den al­les gar nicht so schlimm ist. Man kann auch mit De­menz ganz gut um­ge­hen. Das Wich­tigs­te da­bei ist ein lie­be­vol­les Um­feld, denn dann ist es auch mög­lich, in Wür­de zu ster­ben. C. L.

Es gab nicht im­mer nur Son­nen­schein: Hö­hen und Tie­fen ge­hö­ren zum Le­bens­weg von Ro­bert Atz­orn. TV-Tipp ü Die Tra­gi­ko­mö­die „Mein ver­ges­se­nes Le­ben“läuft am 31. Au­gust um 20.15 Uhr im ZDF. Ehe­frau An­ge­li­ka (67) stand ihm im­mer zur Sei­te. Seit fast 40 Jah­ren sind die bei­den ver­hei­ra­tet.

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