In Ame­ri­ka war sie ei­ne Ge­äch­te­te …

Das Neue - - GLÜCKWUNSCH -

Män­ner be­gehr­ten sie, Frau­en be­ob­ach­te­ten sie nei­disch! In­grid Berg­man († 67) war ei­ne Frau von bei­na­he über­ir­di­scher Schön­heit. Doch die ge­bür­ti­ge Schwe­din war viel mehr als nur ei­ne hüb­sche Hül­le: Kon­se­quent und selbst­be­wusst ver­folg­te sie ih­re Zie­le – und er­trug die Fol­gen oh­ne Kla­gen.

Als sie sich 1950 in den be­rühm­ten Re­gis­seur Ro­ber­to Ros­sel­li­ni († 71) ver­lieb­te, trenn­te sie sich so­fort von ih­rem Ehe­mann. Und wur­de da­mit im prü­den Ame­ri­ka zu ei­ner Ge­äch­te­ten. Kei­ne Rol­len mehr, kei­ne Par­tys, kei­ne In­ter­views – über Nacht wur­de aus der Di­va ei­ne Frau, die kei­ne Be­ach­tung mehr fand. Da­bei war sie bis da­hin ei­ne der best­be­zahl­ten Schau­spie­le­rin­nen, hat­te schon ei­nen Os­car ge­won­nen, wur­de von den wich­tigs­ten Re­gis­seu­ren um­wor­ben. Doch der Skan­dal war ihr be­ruf­li­ches To­des­ur­teil in Ame­ri­ka.

Was für an­de­re ei­ne Tra­gö­die ge­we­sen wä­re, nahm In­grid Berg­man mit ei­nem Schul­ter­zu­cken hin. Dann eben Ita­li­en! Mit ih­rem neu­en Part­ner ging sie in des­sen Hei­mat, spiel­te nur noch in sei­nen Fil­men und be­kam drei Kin­der von ihm. Die küh­le Blon­de, die oft mit Re­gis­seu­ren stritt, weil sie oh­ne Ma­ke - up auf- tre­ten

woll-

te, wur­de zur lei­den­schaft­li­chen ita­lie­ni­schen „Mam­ma“!

Und dann nahm ihr Le­ben doch noch die Wen­dung ei­nes Hol­ly­wood-Films: Als die „Ehe der Ehe­bre­cher“(auch der Re­gis­seur war noch ver­hei­ra­tet ge­we­sen) 1957 zer­brach, nahm Hol­ly­wood sei­nen ge­fal­le­nen En­gel wie­der auf. Mit „Ana­st­a­sia“ge­wann sie die Gunst des US-Pu­bli­kums zu­rück – und gleich wie­der ei­nen Os­car.

Eu­ro­pa blieb In­grid Berg­man eben­falls treu, leb­te lan­ge in Pa­ris, ur­laub­te oft in ih­rer Hei­mat Schwe­den. Dort steht ein Ge­denk­stein, seit sie an ih­rem 67. Ge­burts­tag dem Brust­krebs er­le­gen ist. Ih­re Asche wur­de vor ih­rer Lieb­lings­in­sel Dann­hol­men ins Meer ge­streut. Sie soll­te sich in der Welt aus­brei­ten wie zu Leb­zei­ten …

▼ Die Kin­der Isa­bel­la Ros­sel­li­ni, Pia Lind­ström, Isot­ta Ros­sel­li­ni und Ro­ber­to Ros­sel­li­ni (v.l.n.r.) tra­fen sich zum Ge­burts­tag ih­rer Mut­ter in Stock­holm.

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Ihr ers­ter Ehe­mann war Pet­ter Lind­ström († 93). Sie hei­ra­te­te den schwe­di­schen Arzt 1937, be­kam mit ihm Toch­ter Pia (76). Die drei­fa­che Os­car-Ge­win­ne­rin In­grid Berg­man ist noch heu­te ei­ne der be­kann­tes­ten Schau­spie­le­rin­nen der Welt. o 1962 mit Gat­te Num­mer drei, dem schwe­di­schen Pro­du­zen­ten Lars Schmidt und ih­rer äl­tes­ten Toch­ter Pia Lind­ström.

ei­ner mu­ti­gen Frau Die wech­sel­haf­te Kar­rie­re „Schau mir in die Au­gen, Klei­nes“: Hum­phrey Bo­gart († 57) und In­grid Berg­man im le­gen­dä­ren Welt­kriegs-Dra­ma „Cas­ablan­ca“von 1942. Lan­ge be­kam die Schwe­din kei­ne Rol­len. Bis sie 1956 mit Yul Bryn­ner († 65) in „Ana­st­a­sia“spie­len durf­te. „Ei­ne Frau na­mens Gol­da“war ihr letz­ter Film. Da war sie schon schwer krebs­krank.

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