Sei­ne Schwes­ter muss­te ver­schwin­den!

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Un­fass­bar, was jetzt ans Licht kommt: Für den Ruhm von John F. Ken­ne­dy wur­de sei­ne Schwes­ter Ro­se­ma­ry († 86) eis­kalt ge­op­fert! Weil ihr Va­ter Jo­seph († 81) fürch­te­te, dass sie die Kar­rie­re sei­ner Söh­ne be­hin­der­te, ließ er sei­ne äl­tes­te Toch­ter in ei­ne Kli­nik ein­wei­sen und ei­ner Ge­hirn-Ope­ra­ti­on un­ter­zie­hen.

Ro­se­ma­ry war so ganz an­ders als sei­ne an­de­ren Kin­der. Sie war nicht ehr­gei­zig, nicht hoch­in­tel­li­gent, nicht kühl und un­nah­bar. Un­er­träg­lich für den Va­ter! Als er ent­deck­te, dass sich ein Jun­ge für Ro­se­ma­ry in­ter­es­sier­te, be­fürch­te­te er ei­ne Schwan­ger­schaft, die die po­li­ti­schen Am­bi­tio­nen sei­ner Söh­ne tor­pe­die­ren wür­de. Al­so fass­te er ei­ne fol­gen­schwe­re Ent­schei­dung und wies Ro­se­ma­ry 1938 in ein Heim ein. Mehr noch: 1941 be­fahl Joe, ei­ne Lo­bo­to­mie an der Drei­und­zwan­zig­jäh­ri­gen vor­zu­neh­men. Die Fol­ge: Ro­se­ma­ry konn­te kei­ne Sät­ze mehr spre­chen und war auf dem geis­ti­gen Stand ei­nes Klein­kin­des.

Als wä­re das noch nicht grau­sam ge­nug, ging Joes In­tri­ge noch wei­ter. Er er­zähl­te sei­nen an­de­ren Kin­dern nicht, dass Ro­se­ma­ry in ei­ner An­stalt lebt. Im Ge­gen­teil: Er deu­te­te an, dass die jun­ge Frau bei der Ope­ra­ti­on ge­stor­ben sei.

Erst 1961, als er ei­nen Schlag­an­fall er­litt, trau­te sich sei­ne Frau Ro­se († 104), ih­re Toch­ter zu be­su­chen. Und den an­de­ren Kin­dern zu er­zäh­len, dass die Schwes­ter lebt! Da war John F. seit elf Mo­na­ten Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Ihm mag erst dann klar ge­wor­den sein, dass es Ro­se­ma­ry war, die ei­nen schreck­li­chen Preis für sei­ne Kar­rie­re zahl­te …

Spät gab John F. Ken­ne­dy zu, ei­ne be­hin­der­te Schwes­ter zu ha­ben. Be­sucht hat er sie aber erst, nach­dem sein Va­ter krank ge­wor­den war.

John F. Ken­ne­dy

Auf Fa­mi­li­en­fo­tos, die nach 1940 auf­ge­nom

men wur­den, fehl­te Ro­se­ma­ry, als hät­te es

sie nie ge­ge­ben.

Nach ih­rer Ope­ra­ti­on konn­te sich Ro­se­ma­ry nur noch mit­hil­fe ei­ner Ta­fel, wie sie ei­gent­lich Taub­stum­me be­nut­zen, ver­stän­di­gen.

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