Jo­chen Horst (l.): Ein Mann oh­ne Prin­zi­pi­en

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Vom har­ten Bul­len zum ver­kopf­ten Wis­sen­schaft­ler, vom son­ni­gen Mallor­ca ins trü­be Lü­beck. Schau­spie­ler Jo­chen Horst (54) hält sich be­ruf­lich und pri­vat ger­ne al­le Mög­lich­kei­ten of­fen …

lea­ren-In­selJah­re­lang leb­te­den er Traum­auf der vie­ler BaDeut­scher.„Ro­te Ro­sen“Sei­ne führt neue ihn Rol­le jetzt in in den Nor­den zu­rück. Kön­nen Sie sich vor­stel­len, wie­der ganz nach Deutsch­land zu­rück­zu­zie­hen? Ja, klar! Aber ich bin ein Mann oh­ne Prin­zi­pi­en. Es kommt, was kommt. Man muss fle­xi­bel blei­ben, Prin­zi­pi­en le­gen uns fest. Zur­zeit bin ich am Wo­che­n­en­de in Lü­beck. Aber mein Sohn geht ja noch auf Mallor­ca zur Schu­le, dort kom­men wir al­so nicht von heu­te auf mor­gen weg. Ih­re Toch­ter will bald die Schu­le schmei­ßen und Mo­del wer­den. Wie fin­den Sie das? Wenn sie es kann, ist es ja gut, dann soll sie das ma­chen.

Wuss­ten Sie schon als Te­enager, was Sie ar­bei­ten wol­len?

Ich bin da so rein­ge­trie­ben, weil ich in der Schu­le viel Thea­ter ge­spielt ha­be und gleich nach dem Abi vom Staats­thea­ter in Han­no­ver en­ga­giert wur­de. Zur Schau­spiel­schu­le bin ich erst da­nach ge­gan­gen. Sie sind Mit­te der 90er als „Bal­ko“be­rühmt ge­wor­den, Hät­ten Sie Lust, die Se­rie mal wie­der auf­le­ben zu las­sen? Das war ei­ne tol­le Fi­gur, die mir viel Spaß ge­macht hat. Lud­ger Pis­tor (ali­as Kom­mis­sar Krapp) und ich sind ein sehr gu­tes Spiel-Paar. Al­lein, was die Ko­mik be­trifft, die sehr von Lud­ger aus­ging und von mir ab­ge­fan­gen wur­de. Scha­de, dass kei­ner auf die Idee kommt, uns mal wie­der zu­sam­men­zu­wür­feln. Lud­ger Pis­tor hat in „Ja­mes Bond 007“mit­ge­spielt – reizt Sie das auch? Merk­wür­di­ge Fra­ge! So was zu ma­chen, ist na­tür­lich toll für ei­nen Schau­spie­ler. Aber da muss ich auch rea­lis­tisch blei­ben. Die Chan­cen sind re­la­tiv ge­ring. Als Aus­gleich zum TV woll­ten Sie wie­der mehr Thea­ter spie­len. Wie sind Sie jetzt in ei­ner Dai­ly So­ap ge­lan­det? Die­se Art zu ar­bei­ten ist dem Thea­ter viel ähn­li­cher als ein nor­ma­les Dreh-Set. Es gibt drei Ka­me­ras und man muss sehr prä­zi­se auf klei­nem Raum ar­bei­ten. Das macht schon Spaß. Wie ha­ben Sie sich auf Ih­re Rol­le als Teil­chen­phy­si­ker „Ar­thur Burg­stett“vor­be­rei­tet? Vor­her hat mich Phy­sik nie in­ter­es­siert, aber dank der Rol­le fas­zi­niert es mich jetzt! Ich sit­ze abends noch da und schaue im In­ter­net Din­ge nach, da­mit ich not­falls im Text auch ein biss­chen im­pro­vi­sie­ren kann. Zwi­schen Ih­rer Frau und Ih­nen ist es die gro­ße Lie­be. Wie fühlt sich die Be­zie­hung nach 15 Jah­ren an? Sie ist in­ten­si­ver ge­wor­den. Sie ist heu­te noch ver­trau­ter und ge­heim­nis­vol­ler. Ge­heim­nis­vol­ler? Tun sich neue Ab­grün­de auf?

Nein, kei­ne Ab­grün­de, ein­fach neue Über­ra­schun­gen. Da bin ich sehr froh drü­ber.

Mit Ti­na (40) hat er Sohn Chazz (11). Aus der Ehe mit Anousch­ka Ren­zi (51) stammt Toch­ter Chi­a­ra (17). Jo­chen Horst ganz re­laxt. Er plant sein Le­ben nicht all­zu weit im Vor­aus.

TV-Tipp

Ab 4. 11. spielt Jo­chen Horst ne­ben An­ne Moll in „Ro­te Ro­sen“(Mon­tag– Frei­tag um 14.10 Uhr, ARD).

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