Band­schei­ben­vor­fall – Sanf­te Hei­lung

Spe­zi­el­le Strom­im­pul­se be­ru­hi­gen die ge­reiz­ten Ner­ven – und stil­len den Schmerz

Das Neue - - SUMARIO -

Un­ser Rü­cken macht viel mit: Bei je­der Be­we­gung wird die Wir­bel­säu­le ge­streckt und ge­staucht. Da­von be­mer­ken wir meist gar nichts, denn die ver­gleichs­wei­se elas­ti­schen Band­schei­ben zwi­schen den har­ten Wir­beln die­nen als Stoß­dämp­fer. Sie fe­dern die Be­las­tun­gen ab.

Ri­si­ko­fak­tor Über­ge­wicht

Ei­ne dau­er­haft schlech­te Kör­per­hal­tung, we­nig (oder die fal­sche) Be­we­gung und auch Über­ge­wicht kön­nen den Band­schei­ben je­doch zu­set­zen. Denn je­des über­zäh­li­ge Ki­lo übt Druck auf sie aus. Sie hal­ten dann ir­gend­wann der Be­las­tung nicht mehr stand. Ver­rutscht ei­ne von ih­nen, spre­chen Me­di­zi­ner von ei­nem Vor­fall: Die Band­schei­be wölbt sich aus dem Zwi­schen­wir­bel­raum vor. Wenn sie da­bei auf ei­nen Nerv drückt, kann es zu ei­nem zie­hen­den Schmerz und Ge­fühls­stö­run­gen kom­men. So­gar Läh­mungs­er­schei­nun­gen kön­nen ei­ne Fol­ge sein.

Kon­ser­va­ti­ve The­ra­pi­en vor OP aus­schöp­fen

In schwe­ren Fäl­len hilft nur ei­ne Ope­ra­ti­on ge­gen die Be­schwer­den. Da­bei wird der Teil der Band­schei­be, der aus der Wir­bel­säu­le her­aus­ragt, ent­fernt. Ist der Vor­fall be­reits weit fort­ge­schrit­ten, kann die Schei­be voll­stän­dig durch ei­nen künst­li­chen Hohl­kör­per er­setzt wer­den. Weil da­durch die be­trof­fe­ne Stel­le zwi­schen den bei­den Wir­beln ver­steift wird, schränkt dies je­doch die Be­weg­lich­keit stark ein. Vie­le Ärz­te ra­ten des­halb von ei­nem ver­früh­ten Ein­griff ab. „Be­vor ei­ne of­fe­ne Wir­bel­säu­len-Ope­ra­ti­on in Be­tracht ge­zo­gen wird, soll­ten al­le kon­ser­va­ti­ven Me­tho­den aus­ge­schöpft wer­den“, be­tont Dr. Re­né Con­rads von der Or­tho­pä­di­schen Pri­vat­kli­nik Köln/Rhein Sieg im Kli­ni­kum Sieg­burg. Da­zu ge­hö­ren Kran­ken­gym­nas­tik, Wär­me, das Ver­mei­den star­ker kör­per- li­cher Be­las­tun­gen – und das Ver­rin­gern von Über­ge­wicht. „Er­gän­zend wird der Pa­ti­ent mit Me­di­ka­men­ten be­han­delt“, er­läu­tert der Ex­per­te.

Neu­ar­ti­ger Ein­griff macht Hoff­nung

Wir­ken die­se Maß­nah­men nicht, kann ein neu­ar­ti­ges Ver­fah­ren an­ge­wandt wer­den: die ge­puls­te Ra­dio­fre­quenz-The­ra­pie. „Der Mi­ni-Ein­griff stoppt quä­len­de Band­schei­ben-Schmer­zen auf sanf­te Wei­se“, so Dr. Con­rads. We­sent­li­cher Be­stand­teil der Me­tho­de ist die Mul­ti­funk­ti­ons­Elek­tro­de. „Die­se wird über das Kreuz­bein in den Wir­bel­ka­nal ge­führt und mit ih­rer Spit­ze ge­nau zwi­schen Ner­ven­wur­zel und Band­schei­be plat­ziert“, er­klärt

Dr. Con­rads. „Da­bei ge­ben die Elek­tro­den, die sich an der Spit­ze der Son­de be­fin­den, elek­tri­sche Im­pul­se an die Ner­ven ab.“

Strom lin­dert die Schmer­zen nach­hal­tig

Die Im­pul­se be­ru­hi­gen die an­ge­grif­fe­nen Ner­ven­wur­zeln. Der Pa­ti­ent emp­fin­det da­durch er­heb­lich we­ni­ger Schmer­zen, die Ent­zün­dung heilt aus. Au­ßer­dem kann über die Son­de ein Me­di­ka­ment di­rekt am Nerv ab­ge­ge­ben wer­den. Kom­pli­ka­tio­nen sind üb­ri­gens na­he­zu aus­ge­schlos­sen: Der Ein­griff fin­det un­ter ört­li­cher Be­täu­bung und Rönt­gen-Kon­trol­le statt. Wenn die Kli­nik ei­ne ent­spre­chen­de Zu­las­sung für das Ver­fah­ren hat, über­neh­men die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen die Kos­ten.

Bei Band­schei­ben­pro­ble­men hel­fen häu­fig schon sanf­te The­ra­pi­en.

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