Wann gel­ten Ver­trä­ge oh­ne Un­ter­schrift?�����������������������������������

Schwarz auf Weiß müs­sen Auf­trä­ge nicht un­be­dingt ver­fasst sein. Schnell tappt man mit ei­nem sim­plen „Ja“in die Fal­le

Das Neue - - CONTENT - J. Sti­e­ler

Der Ver­trag, der schrift­lich ab­ge­schlos­sen wer­den muss, ist eher die Aus­nah­me. Fast im­mer (au­ßer z. B. beim Im­mo­bi­li­en­kauf) gel­ten Ver­trä­ge auch dann, wenn sie münd­lich ge­schlos­sen wur­den.

Ab­spra­chen am Te­le­fon

Die­se sind so gül­tig, als hät­ten Sie dem Ver­trags­part­ner ge­gen­über­ge­stan­den. Stim­men Sie des­halb mög­lichst nie Käu­fen am Te­le­fon zu oder ma­chen Sie die­se zu­min­dest von Be­din­gun­gen ab­hän­gig (z. B. von ei­ner er­folg­rei­chen Pro­be­fahrt beim Kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens). Ein Zeu­ge ist im­mer hilf­reich, stel­len Sie das Te­le­fon auf laut, nach­dem (!) Sie Ih­ren Ge­schäfts­part­ner dar­über in­for­miert ha­ben. Ein heim­li­cher Mit­schnitt ist ver­bo­ten.

Miet­ver­trag

Miet­ver­trä­ge sind nur mit Un­ter­schrift gül­tig? Irr­tum! Wer vor­ei­lig sagt, dass er ei­ne Woh­nung mie­ten will, hat da­mit ei­nen Ver­trag ge­schlos­sen. Den kann man zwar so­fort wie­der kün­di­gen, aber drei vol­le Mo­nats­mie­ten wer­den meist den­noch fäl­lig – und wenn über ei­ne Kau­ti­on ge­spro­chen wur­de, kommt man nicht um­hin, sie zu zah­len.

In ei­nem Aus­nah­me­fall kom­men Sie kos­ten­los aus dem Ver­trag: Wenn der münd­li­che Ver­trag zum Bei­spiel am 1. Ju­ni ge­schlos­sen wur­de, das Miet­ver­hält­nis aber erst am 1. Ok­to­ber be­gin­nen soll. Dann kann es, wenn dem Ver­mie­ter die Kün­di­gung bis zum 3. Ju­li zu­geht, zum 30. Sep­tem­ber ge­kün­digt wer­den. Al­so noch, be­vor man ein­ge­zo­gen wä­re. Bei Kün­di­gun­gen gilt aber: Sie sind nur schrift­lich wirk­sam.

Ga­ran­tie

Wer im Ge­schäft ei­ne man­gel­haf­te Wa­re re­kla­miert, tappt häu­fig in ei­ne be­son­de­re Ver­trags­fal­le: Wenn Sie ei­ne Ga­ran­tie-Ab­wick­lung ver­lan­gen, kann der Her­stel­ler ei­ne kos­ten­lo­se Re­pa­ra­tur ver­wei­gern. For­dern Sie vom Händ­ler da­ge­gen sei­ne Ge­währ­leis­tungs­pflicht, muss er selbst den Ar­ti­kel re­pa­rie­ren bzw. um­tau­schen.

Das Recht auf Wi­der­ruf

Sind Sie in ei­ne der ge­nann­ten Fal­len ge­tappt, heißt das nicht, dass Sie nicht wie­der her­aus­kom­men. Ver­trä­ge kön­nen Sie in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Frist wie­der auf­he­ben. Die­ses Recht gilt für al­le Ver­brau­cher­ver­trä­ge, die per Post, Te­le­fon oder im In­ter­net zu­stan­de ge­kom­men sind so­wie für Haus­tür­ge­schäf­te, Un­ter­miet- und Dar­le­hens- ver­trä­ge eben­so wie im Ver­si­che­rungs­recht. Ha­ben Sie et­wa am Te­le­fon ei­nen Ver­trag ab­ge­schlos­sen, kön­nen Sie die­sen in­ner­halb von 14 Ta­gen schrift­lich (am bes­ten per Ein­schrei­ben) wi­der­ru­fen. Wich­tig: Die­se Frist be­ginnt, so­bald Sie schrift­lich über Ihr Wi­der­rufs­recht be­lehrt wur­den. So­lan­ge das nicht ge­schieht, kön­nen Sie je­der­zeit kün­di­gen.

Ab­spra­chen am Te­le­fon sind ge­nau­so gül­tig wie schrift­li­che Ver­ein­ba­run­gen.

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