Rheu­ma hei­len bei mi­nus 110 Grad

Ge­sund mit Frost: Im­mer mehr Ärz­te set­zen auf die neue Kühl-Be­hand­lung

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Wenn sich je­der Schritt wie ein Dolch­stoß an­fühlt, ist die Dia­gno­se meist ein­deu­tig: Rheu­ma. Die Au­to­im­mun­er­kran­kung rich­tet sich ge­gen den ei­ge­nen Kör­per und ruft Ent­zün­dun­gen in den Ge­len­ken her­vor. Für Pa­ti­en­ten be­deu­tet das ei­ne dop­pel­te Be­las­tung: Sie lei­den nicht nur un­ter stän­di­gen Schmer­zen, son­dern auch un­ter grip­pe­ähn­li­cher Ab­ge­schla­gen­heit. Das Pro­blem: Die Krank­heit kann bis­her nicht ge­heilt

wer­den – vie­le Pa­ti­en­ten er­fah­ren je­doch Lin­de­rung durch schmerz­stil­len­de Me­di­ka­men­te und Kran­ken­gym­nas­tik.

Neu­ar­ti­ge The­ra­pie

Bei ei­ni­gen Be­trof­fe­nen schlägt je­doch kei­ne die­ser The­ra­pi­en an. Ih­nen kann jetzt ei­ne neu­ar­ti­ge Be­hand­lungs­me­tho­de hel­fen: Die so­ge­nann­te Käl­te-The­ra­pie wird von Rheu­ma­to­lo­gen im­mer öf­ter ein­ge­setzt – mit Er­folg. Grund­ge­dan­ke des Ver­fah­rens: „Der Kör­per wird für kur­ze Zeit ex­trem nied­ri­gen Tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­setzt“, er­klärt Tho­mas Er­tel, The­ra­peut im Bre­mer Ro­tes-Kreuz-Kran­ken­haus. „Mi­nus 110 Grad Cel­si­us – käl­ter als je­der na­tür­li­che Ort auf der Er­de.“

Die The­ra­pie ist völ­lig ne­ben­wir­kungs­frei

Die Be­hand­lung regt Pro­zes­se im Kör­per an, die Schmer­zen stop­pen und Ent­zün­dun­gen hem­men. Sie ist völ­lig un­be­denk­lich und hat kei­ne Ne­ben­wir­kun­gen. Aus­nah­men: Nach ei­nem Schlag­an­fall, bei Blut­hoch­druck oder Ge­fäß-Ent­zün­dun­gen kann sie ge­fähr­li­che Fol­gen ha­ben.

Lang­sa­me Ge­wöh­nung an die Käl­te

Nach ei­ner gründ­li­chen Vor­un­ter­su­chung er­hält der Pa­ti­ent zu­nächst ei­nen Mund­schutz. Sonst, so er­klärt Tho­mas Er­tel, „wür­de sich die Feuch­tig­keit der Atem­luft auf die Haut le­gen und ge­frie­ren“. Mit Ba­de­an­zug, Hand­schu­hen, So­cken und Schu­hen be­klei­det geht es dann zu­nächst für ei­ne hal­be Mi­nu­te in die ers­te Vor­kam­mer. Dort kann sich der Kör­per bei mi­nus zehn Grad an die Käl­te ge­wöh­nen. In der dar­auf­fol­gen­den zwei­ten Kam­mer herr­schen mi­nus 60 Grad – und in der letz­ten sind es dann ei­si­ge mi­nus 110 Grad.

Heil­sa­mer Käl­te- Schock

Drei Mi­nu­ten lang soll der Rheu­ma-Kran­ke in dem Raum lang­sam um­her­ge­hen und die Käl­te auf den Kör­per wir­ken las­sen. Da­bei ist er die gan­ze Zeit über ein Mi­kro­fon mit dem The­ra­peu­ten ver­bun­den. Die Käl­te be­wirkt, dass sich die Ge­fä­ße zu­sam­men­zie­hen. Da­durch wird die Durch­blu­tung kurz­fris­tig ge­min­dert, der Stoff­wech­sel ge­dros­selt. Als Ge­gen­re­ak­ti­on kur­belt der Kör­per die Durch­blu­tung an und er­zeugt ei­ne enor­me Wär­me. Das hemmt die Ent­zün­dung und lin­dert Schmer­zen. Die An­wen­dung muss meist mehr­mals wie­der­holt wer­den. Ei­ne Be­hand­lung kos­tet 20 Eu­ro, die der Pa­ti­ent selbst tra­gen muss.

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Das Frost­kam­merSys­tem kann Rheu­maschmer­zen auf sanf­te

Wei­se lin­dern.

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