„Ich hel­fe Hen­drik­je, ih­re Din­ge zu re­geln“

Jetzt muss er für sei­ne krebs­kran­ke Schwes­ter da sein

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Wenn ein ge­lieb­ter Mensch schwer krank ist, scheint die Welt still­zu­ste­hen. „das neue“sprach mit Schau­spie­ler Flo­ri­an Fitz (48) über sei­ne Schwes­ter Hen­drik­je Fitz (54). Der Star aus „In al­ler Freund­schaft“be­sieg­te im Früh­ling den Brust­krebs. Kurz dar­auf ent­deck­ten die Ärz­te bei der Schau­spie­le­rin ei­nen bös­ar­ti­gen Hirn-Tu­mor.

Im Interview er­zählt Flo­ri­an Fitz, wie er sei­ner gro­ßen Schwes­ter jetzt bei­steht.

Herr Fitz, Hen­drik­je selbst geht sehr of­fen­siv mit ih­rer Krebs­er­kran­kung um. Wie kommt die Fa­mi­lie da­mit klar?

Es war na­tür­lich furcht­bar, ein Schock für uns al­le, als wir von der Dia­gno­se er­fuh­ren. Der of­fe­ne Um­gang mit der Krank­heit ist für Hen­drik­je der rich­ti­ge Weg. Es tut ihr gut, sich mit­zu­tei­len.

Wie geht es Ih­rer Schwes­ter im Mo­ment?

Ihr Zu­stand ist ganz okay, den Um­stän­den ent­spre­chend na­tür­lich. Die Pro­gno­sen der Me­di­zi­ner sind zwar nicht gut, aber ich den­ke, die kön­nen auch nicht im­mer al­les wis­sen.

Ha­ben Sie Angst?

Wenn man im­mer mit der Angst lebt, dass der Tod vor der Tür steht, dann wird man ja nicht mehr froh. Je­dem von uns kann je­den Tag ir­gend­et­was pas­sie­ren, da steckt man nicht drin. Wir als Fa­mi­lie ver­su­chen, für Har­mo­nie und gu­te Stim­mung zu sor­gen. Wir sind je­der­zeit für Hen­drik­je da, sie ist nicht al­lei­ne da­mit.

Vor Kur­zem war die gan­ze Fitz-Fa­mi­lie in ih­rem Fe­ri­en­Do­mi­zil in der Tos­ka­na – es soll Hen­drik­jes Wunsch ge­we­sen sein, stimmt das?

Ja, sie woll­te un­be­dingt noch ein­mal hin, und sie woll­te, dass wir al­le mit­kom­men. Ich ha­be Hen­drik­je bei die­sen gan­zen For­ma­li­en ge­hol­fen, bei den tes­ta­men­ta­ri­schen Ver­fü­gun­gen und sons­ti­gen Din­gen. Es muss ja doch ei­ni­ges ge­re­gelt wer­den.

Wie schwer ist Ih­nen das al­les ge­fal­len?

Es war schon hart und be­las­tend, mit wel­chen Fra­gen man sich da aus­ein­an­der­set­zen muss. Aber es ist wich­tig, dass die­se Din­ge ver­ant­wor­tungs­be­wusst er­le­digt wer­den. Trotz­dem hat­ten wir in der Tos­ka­na ei­ne schö­ne Zeit mit­ein­an­der.

Spre­chen Sie in Ih­rer Fa­mi­lie über den Tod?

Das tun wir auf je­den Fall. Vor drei Jah­ren starb un­ser Va­ter Pe­ter. Er war 81 Jah­re alt, hat­te zwar kei­nen Krebs, aber er war schwach. Al­le wa­ren bei ihm, als er ge­gan­gen ist. Dass die El­tern ster­ben, ist nor­mal, auch wenn es ein schwe­rer Ver­lust ist. Aber ich se­he den Tod als Über­gang, ge­nau­so wie die Ge­burt. Hen­drik­je sieht das ähn­lich. Man soll­te be­wusst le­ben und nichts auf die lan­ge Bank schie­ben, was man schon im­mer ma­chen woll­te.

Was woll­ten Sie per­sön­lich schon im­mer ein­mal ma­chen?

Ich ha­be in die­sem Jahr end­lich mei­nen Se­gel­schein ge­macht und war für die Deut­sche Kno­chen­mark­spen­der­da­tei in Sar­di­ni­en beim Se­geln. Da­von ha­be ich lan­ge ge­träumt. Da möch­te ich jetzt un­be­dingt dran­blei­ben. Da­mit ich mir ei­nes Ta­ges mei­nen gro­ßen Wunsch er­fül­len kann: ein län­ge­rer Se­gel­törn mit mei­nem Sohn. M. Mack

Flo­ri­an Fitz liebt das Le­ben – und er fin­det: „Der Tod soll­te kein Ta­bu-The­ma sein.“

Hen­drik­je und Flo­ri­an Fitz Sei­te an Sei­te im Som­mer 2010: Das Ge­schwis­ter­paar steht sich schon im­mer nah.

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