Sor­gen­frei und fit

Ein Ge­rät, das den Blut­zu­cker au­to­ma­tisch misst, oder In­su­lin, das nicht ge­spritzt wer­den muss – neue An­sät­ze er­leich­tern das Le­ben

Das Neue - - MEDIZIN -

Mehr­mals täg­lich den Blut­zu­cker mes­sen, re­gel­mä­ßig In­su­lin sprit­zen oder Ta­blet­ten ein­neh­men – ei­ne Dia­be­tes-Er­kran­kung macht den All­tag von Be­trof­fe­nen oft be­schwer­lich. Me­di­zi­ner for­schen des­halb stän­dig nach neu­en Me­di­ka­men­ten und The­ra­pi­en, um Pa­ti­en­ten das Le­ben an­ge­neh­mer zu ma­chen. Dr. Ki­li­an Rit­tig, Chef­arzt an der Kli­nik für Dia­be­to­lo­gie und An­gio­lo­gie der DRKK­li­ni­ken Ber­lin, er­klärt die neu­es­ten An­sät­ze:

Sü­ßig­kei­ten sind auch für Dia­be­ti­ker nicht ta­bu. In ei­ner spe­zi­el­len Schu­lung

ler­nen Pa­ti­en­ten, was sie es­sen dür­fen

und was nicht.

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Neue in­di­vi­du­el­le Rund­um- Be­hand­lung

Die Deut­sche Dia­be­tes Ge­sell­schaft (DDG) gab vor Kur­zem ei­ne neue Emp­feh­lung für die Be­hand­lung von Dia­be­tes Typ 2 her­aus: ge­for­dert ist ei­ne in­di­vi­du­el­le Rund­um-The­ra­pie, bei der nicht mehr nur die Sen­kung des er­höh­ten Blut­zu­cker­spie­gels das Ziel ist. „Auch die Ver­mei­dung von Über­ge­wicht, er­höh­ten Blut­druck- und Blut­fett­Wer­ten ge­hört zur Be­hand­lung, um das Ri­si­ko von Fol­ge-Er­kran­kun­gen zu min­dern“, sagt Dr. Rit­tig. Neue Me­di­ka­men­te (so­ge­nann­te SGLT2- und DPP4-Hem­mer) hel­fen da­bei: Sie för­dern die Zu­cker­aus­schei­dung über die Nie­ren und sen­ken zu­gleich das Kör­per­ge­wicht so­wie er­höh­ten Blut­druck. Ak­tu­el­le Stu­di­en be­le­gen zu­dem: Auch psy­cho­lo­gi­sche Un­ter­stüt­zung senkt die Zu­cker­wer­te. Ge­sprä­che mit ei­nem The­ra­peu­ten kön­nen Ängs­te neh­men und so zum The­ra­pie-Er­folg bei­tra­gen.

„Denn die see­li­sche Ver­fas­sung ei­nes Dia­be­ti­kers hat gro­ßen Ein­fluss auf die Krank­heit: Vie­len Be­trof­fe­nen fällt es schwer, ih­re Er­kran­kung zu ak­zep­tie­ren. Auch die all­täg­li­chen Be­las­tun­gen kön­nen zu Angst und De­pres­sio­nen füh­ren“, er­klärt der Ex­per­te. Die­se er­hö­hen wie­der­um den Pe­gel des Stress-Hor­mons Cor­ti­sol im Kör­per – der Bo­ten­stoff treibt den Blut­zu­cker in die Hö­he. Ein Teu­fels­kreis, den ei­ne Psy­cho­the­ra­pie durch­bre­chen kann. Auch län­ge­re Ge­sprä­che mit dem Arzt oder ei­ne Dia­be­tes-Schu­lung (sie­he Kas­ten) hel­fen oft schon, Ängs­te und Stress ab­zu­bau­en.

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