„Äl­ter­wer­den ist wun­der­bar!“

Das Neue - - TV-STARS DER WOCHE - Ni­co­le Hein­zel­mann

Er steht zu sei­nen grau­en Haa­ren. Und um das ei­ne oder an­de­re Fält­chen im Ge­sicht macht er sich erst recht kei­ne Ge­dan­ken. „Äl­ter­wer­den ist wun­der­bar!“, strahlt Wal­ter Sitt­ler, als „das neue“ihn zum In­ter­view trifft.

Kürz­lich fei­er­te der Schau­spie­ler sei­nen 63. Ge­burts­tag. Die Ren­te rückt lang­sam nä­her, aber die­ser Tat­sa­che sieht der Se­ri­en-Star ge­las­sen ent­ge­gen. „Na­tür­lich macht man sich Ge­dan­ken, wie das dann so sein wird“, aber noch will der Wahl-Schwa­be so lan­ge und so oft wie mög­lich vor der TV-Ka­me­ra ste­hen. Seit zehn Jah­ren spie­len Sie die Haupt­rol­le in der ZDFK­ri­mi-Se­rie „Der Kom­mis­sar und das Meer“. Wird das auf Dau­er nicht lang­wei­lig? Über­haupt nicht! Ich hof­fe, dass ich die Rol­le auch noch vie­le Jah­re spie­len darf. Die Se­rie wird in Schwe­den ge­dreht. Wie kom­men Sie im Win­ter mit den fros­ti­gen Mi­nus­gra­den klar? Sehr gut! Ich bin ein Eis­bär, nied­ri­ge Tem­pe­ra­tu­ren ma­chen mir nicht viel aus (lacht). Wir dre­hen im­mer zwei Mo­na­te lang. Ich ge­nie­ße die­se Zeit, im Som­mer wie Win­ter. Die Land­schaft fin­de ich groß­ar­tig. Das be­deu­tet aber auch, dass Sie wo­chen­lang von Frau und Fa­mi­lie ge­trennt sind … Mei­ne Frau be­sucht mich im­mer auf Got­land. Un­se­re Kin­der sind mitt­ler­wei­le er­wach­sen, ha­ben ih­re Be­ru­fe und stu­die­ren. Sie sind als jüngs­tes von acht Kin­dern auf­ge­wach­sen. Wel­che Er­in­ne­rung ha­ben Sie? Dass ich schon früh ge­lernt ha­be, Ver­ant­wor­tung zu über­neh- men. Un­se­re El­tern ha­ben bei­de ge­ar­bei­tet, da muss­te auch im Haus­halt mit an­ge­packt wer­den. Da ha­be ich viel ge­lernt, un­ter an­de­rem Ko­chen. Mit 13 gin­gen Sie dann auf ein In­ter­nat in Bay­ern. War das schwer für Sie? An­fangs ja! Ich war in der Pu­ber­tät und fand al­les nur blöd! Ein­zig Ski­fah­ren moch­te ich, ob­wohl ich da­rin nie wirk­lich gut war. Spä­ter lern­te ich mei­ne Ju­gend­lie­be ken­nen. Sie war auch In­ter­nats­schü­le­rin. Wir ha­ben heu­te noch ab und zu Kon­takt. Und Ih­re Ehe­frau ist nicht ei­fer­süch­tig?

Sie nicht. Ich war es ein­mal. Es stell­te sich aber als ein Hirn­ge­spinst her­aus! Wenn man es schafft, dar­über zu re­den, kann sich das Pro­blem auf­lö­sen. Oder die Ei­fer­sucht ist be­rech­tigt. Dann kann man Kon­se­quen­zen zie­hen. Sie sind seit 30 Jah­ren ver­hei­ra­tet. Ver­ra­ten Sie uns Ihr Ehe-Ge­heim­nis? Den Part­ner so zu ak­zep­tie­ren, wie er ist. Und man soll­te das Ver­hal­ten des an­de­ren nicht be­ur­tei­len, son­dern es mit Zu­nei­gung be­ob­ach­ten. Nicht ein­fach. Das muss man ein paar Jah­re üben (lacht). Hand aufs Herz: Ha­ben Sie wirk­lich kein Pro­blem mit dem Äl­ter­wer­den? Nein. Ich möch­te auch gar nicht noch mal jung sein. Ganz ehr­lich, ich be­nei­de die Ju­gend von heu­te nicht. Ich glau­be, dass vie­les kom­pli­zier­ter ge­wor­den ist. Es fällt auf: Sie le­ben auf ziem­lich gro­ßem Fuß …

Schuh­grö­ße 50! Bei ei­ner Kör­per­grö­ße von 1,94 Me­ter kann man auf gro­ßen Fü­ßen bes­ser ste­hen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.